Medizintechnik Wachstum durch Demografie und Innovation

sudok1 via Getty Images/iStockphoto

Der Markt für Medizintechnik brummt weltweit. Deutsche Firmen sind dabei global gut positioniert.

Vor 30 Jahren war eine Kreuzbandoperation noch eine große Sache. Der Chirurg setzte lange Schnitte an und operierte am offenen Knie. Nach der OP lag der Patient mit Gips im Krankenhaus, die Oberschenkelmuskulatur schrumpfte auf Oberarmgröße und es dauerte Monate, bis das Bein wieder richtig belastet werden konnte. Heute erfolgt ein Großteil der Kreuzband-OPs mehr oder weniger ambulant. Statt großer Narben gibt es nur noch winzige Löcher vom minimalinvasiven Eingriff des Arztes. Abends oder spätestens am nächsten Tag darf der Patient wieder nach Hause gehen und das Knie mit einer Gehschiene sogar schon leicht belasten. Die Reha kann prompt beginnen.

Medizintechnik ist eine Wachstumsbranche

Knie-OP oder Stents am Herzen: Die Medizin hat in den vergangenen Jahrzehnten riesige Fortschritte gemacht. Ihre Erfolge verdankt sie vor allem einer Technik, die die Problemstellungen aus der Medizin mit Lösungsansätzen aus den Ingenieurwissenschaften kombiniert. Diese Medizintechnik ist eine Wachstumsbranche par excellence und profitiert dabei von verschiedenen Megatrends – allen voran Demografie und Digitalisierung. Die Lebenserwartung etwa hat sich in Deutschland in den vergangenen 100 Jahren nahezu verdoppelt. Zunehmend mehr Menschen sind daher auf medizinische Hilfsmittel angewiesen. Die Kameratechnik und Digitalisierung schließlich haben vollkommen neue medizinische Geräte erst möglich gemacht. Und weil Gesundheit kein Gut ist, bei dem man sparen will, steigen die Umsätze: Noch im Jahr 2008 lag der weltweite Branchenumsatz der Medizintechnik nach Berechnungen von Statista bei knapp 300 Milliarden Dollar. 2018 waren es 450 Milliarden US-Dollar. Für 2024 werden nahezu 600 Milliarden Dollar erwartet.

Entsprechend gut sind die führenden Spezialisten der innovativen Branche positioniert. Das mit Abstand weltgrößte Unternehmen für Medizintechnik ist Medtronic (WKN A14M2J). Der US-Konzern ist vorwiegend in den Geschäftsbereichen Herzrhythmus-Kontrolle, Neurologie sowie Wirbelsäulen- und Gefäßchirurgie tätig. Mit einem Weltmarktanteil von fast 50 % ist Medtronic die unangefochtene Nummer eins bei Herzschrittmachern. Die hohe Innovationskraft bildet seit Jahren die Grundlage für den Erfolg der Gruppe. Im Zehnjahresvergleich (2008 bis 2018) ist der Umsatz jährlich um 7,6 % gestiegen, während der Gewinn um fast 9 % zugelegt hat. Die Schweizer Sonova (WKN 893484) gehört zu den drei größten Herstellern von Hörsystemen weltweit und ist Marktführer in der drahtlosen Kommunikation für audiologische Anwendungen. Nach einem starken ersten Halbjahr erwartete Sonova für 2019 ein Umsatzwachstum von 8 bis 10 % und einen überproportionalen Gewinnanstieg.

Deutschland ist ein starker Medizintechnik-Standort

In Deutschland beschäftigen die Hersteller von Medizinprodukten nach Angaben des Bundesverbandes Medizintechnologie mehr als 200.000 Menschen, doppelt so viele wie die Stahlindustrie. Insgesamt erreichten die produzierenden Medizintechnikunternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern in Deutschland 2018 einen Umsatz von 30,3 Milliarden Euro, 3,3 % mehr als im Vorjahr. Sie profitieren von der guten Stellung auf dem Weltmarkt, die Exportquote der deutschen Medizintechnik liegt bei 65 %. Das stärkt die deutschen Anbieter auch in diesem Jahr: „Mit einem erwarteten Umsatzwachstum von 5,8 % wachsen die Unternehmen der Medizintechnologie weltweit nach wie vor deutlich stärker als im Inland“, erklärt Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie.

Schwergewicht Siemens Healthineers

Die deutsche Medizintechnikbranche ist breit gefächert. Das Größen-Pendant zu Medtronic ist Siemens Healthineers (WKN SHL100). Die Siemens AG brachte ihr Healthcare-Geschäft unter diesem Namen 2018 mit großem Erfolg an die Börse. Zu den Kernbereichen von SHN zählen die Bildgebung für Diagnostik und Therapie (CT und MRT), Labordiagnostik, digitale Gesundheitsservices und Krankenhausmanagement. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 41 Milliarden Euro gehört Siemens Healthineers zu den größten deutschen Aktienwerten. Nur der geringe Streubesitz hat den Aufstieg der Siemens-Tochter in den DAX bisher verhindert.

Stark positioniert im In- und Ausland ist die Holdinggesellschaft Eckert & Ziegler (E&Z) (WKN 565970). E&Z gehört zu den größten Anbietern von radioaktiven Komponenten für die Strahlentherapie und die Nuklearmedizin. In den vergangenen fünf Jahren wuchs der Umsatz jährlich im Durchschnitt um gut 7 %, während es beim Gewinn um 12 % nach oben ging. Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec (WKN 531370) schließlich verdient gut mit seiner Spezialisierung auf Augenheilkunde und Mikrochirurgie. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (zum 30. September) kletterte der Überschuss um rund 27 % auf gut 160 Millionen Euro. Schon seit Jahren gehört der MDAX– und TecDAX-Wert zu den performancestärksten Aktien an der Frankfurter Börse.

Einen breiten Ansatz für den gesamten Sektor bietet der Lyxor MSCI World Health Care ETF (WKN LYX0GM). Der Indexfonds ist schon seit gut neun Jahren am Markt und kostet pro Jahr eine Verwaltungsgebühr von 0,3 %. Annähernd zwei Drittel der Unternehmen kommen aus den USA. Dazu zählen neben Medtronic auch Johnson & Johnson (WKN 853260) sowie Abbot Laboratories (WKN 850103).

Aktien, ETF-Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 12.02.2020; Quelle: comdirect.de