Geldanlagen bergen Risiken
MDAX-Werte – Baustelle mit Kränen beim Gebäudebau.
MDAX-Werte – Baustelle mit Kränen beim Gebäudebau.
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MDAX-Aktien: Setzt sich die Aufholjagd fort?

  • Der MDAX ist im historischen Vergleich zum DAX niedrig bewertet.
  • Nebenwerte profitieren stärker vom Konjunkturaufschwung als Large Caps.
  • Aktien aus der Industrie und der Immobilienwirtschaft haben Erholungspotenzial.

Außer Spesen nichts gewesen: Während der große Bruder DAX in den vergangenen 5 Jahren 83 % zugelegt hat, blieben die Nebenwerte im MDAX deutlich zurück. Gerade einmal eine schwarze Null brachten die 50 Aktien den Anlegerinnen und Anlegern im Durchschnitt ein. Denn die kleineren Werte, die in den 2 Jahrzehnten zuvor überdurchschnittlich gut abgeschnitten hatten, wurden von gestiegenen Energiekosten, höheren Zinsen und mauer Nachfrage im deutschen Heimatmarkt besonders stark getroffen. Aber das hat sich zuletzt geändert. Auf Jahressicht sticht der kleine Bruder den DAX mit 17 zu 13 % inzwischen sogar aus. Und auch für das laufende Jahr sieht es gut aus: „Die Aufholjagd der Nebenwerte dürfte sich fortsetzen“, meint Robert Halver, Kapitalmarktchef der Baader Bank.

MDAX profitiert stärker vom Konjunkturaufschwung

Die deutschen Nebenwerte profitieren von mehreren Impulsen. Zum einen haben sich die Zinsen stabilisiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf 2,0 % zurückgefahren. Dort dürfte er nun für einige Zeit bleiben. Das hat auch die Kredit-Konditionen deutlich verbessert, von denen die kleineren Unternehmen stärker abhängig sind als Großkonzerne. Zum anderen haben sich die Konjunkturaussichten in Deutschland verbessert. Im Schlussquartal 2025 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,3 % zu. Das kommt den kleineren Unternehmen besonders zugute. Denn sie erwirtschaften rund 30 % ihrer Gewinne im Inland, bei den DAX-Geschwistern sind es nur 18 %. Insgesamt sind die Aussichten auf Gewinnsteigerungen im MDAX stärker als im DAX. „Im Vergleich zu den Large Caps sind Small-Cap-Aktien derzeit sehr günstig bewertet“, sagt Christian Subbe, Chief Investment Officer (CIO) des Family Office HQ Trust. „Der aktuelle Bewertungsabschlag ist ein Anlass, Small Caps ins Portfolio aufzunehmen – gerade auch für Anlegerinnen und Anleger, die angesichts der hohen Bewertungen der Large Caps Bedenken haben“, so der Experte.

Industriewerte im Blick

Verschiedene Branchen können von einem Revival der Nebenwerte besonders profitieren. Dazu gehört die Industrie. Die bayerische Krones etwa gehört zum Urgestein des MDAX. Sie stellt Spezialmaschinen wie Abfüllautomaten für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie her. In den vergangenen 12 Monaten hat sich der Krones-Aktienkurs per saldo kaum bewegt. Trotz der Zollquerelen zogen bei Krones zuletzt Auftragseingänge und Umsatz an. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026 von gut 13 und einer Dividendenrendite von 2,4 % ist die Aktie günstig bewertet. Auch Kion und Jungheinrich dürften als Spezialisten für Logistiklösungen, Lagertechnik- und Flurförderzeuge (z. B. Gabelstapler) von einer Belebung der Industrie profitieren. Eine starke Comeback-Story hat im vergangenen Jahr bereits die Aktie von Nordex geschrieben. Nordex entwickelt und produziert Onshore-Windkraftanlagen und plant große Windkraftanlagen. Der weltweit steigende Energiebedarf durch Rechenzentren für die KI treibt die Geschäfte an.

Immobilien- und Bauunternehmen auf Erholungskurs

Ein Grund für den Einbruch des MDAX waren die im Index stark vertretenen Immobilienunternehmen, die besonders stark unter den hohen Zinsen litten. Inzwischen ist ihr Indexgewicht deutlich geschrumpft. Im abgelaufenen Jahr wurde der Kursverfall gestoppt, weil zumindest bei Wohnimmobilien die Preise aufgrund des hohen Bedarfs wieder steigen. Aktien wie Aroundtown, Deutsche Wohnen und TAG Immobilien sind inzwischen extrem günstig bewertet. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen deutlich unter 10, die Dividendenrenditen teilweise über 5 %. Das Bemühen der Bundesregierung um das Bauen dürfte die Immobilienwerte in naher Zukunft stärken. Bereits eingetreten ist dieser Effekt bei Hochtief. Durch die Hoffnungen der Anlegerinnen und Anleger in das Infrastrukturprogramm der Bundesregierung legte die Aktie des größten deutschen Bauunternehmens in den vergangenen 12 Monaten um rund 150 % zu und erwies sich als absolutes Zugpferd im MDAX.

Finanzaktien im Aufwärtstrend

Während die Immobilienaktien noch aufholen müssen, gehörten Finanzwerte schon in den vergangenen Jahren zu den wenigen Stützen im MDAX. Mit einer starken Performance schafften so die Commerzbank und der Rückversicherer Hannover Rück die Rückkehr in den DAX. Andere Finanzwerte stabilisieren dagegen weiterhin den Nebenwerte-Index. Dazu zählt der Versicherungskonzern Talanx. Mit den Marken HDI und HDI-Gerling, Neue Leben und Targo Versicherungen, dem Fondsanbieter und Vermögensverwalter Ampega sowie vor allem dem Mehrheitsanteil an der Hannover Rück deckt Talanx das Finanzspektrum breit ab. Dass der Konzern noch nicht im DAX gelandet ist, liegt ausschließlich an der geringen Zahl der Aktien im Streubesitz, die allein für die Zuordnung zu einem Index gezählt werden. Auch der Online-Broker Flatex und der Vermögensverwalter DWS Group profitierten in den vergangenen Jahren von der positiven Stimmung an den Finanzmärkten. Die DWS ist zudem mit einem KGV von 12 und einer Dividendenrendite über 5 % attraktiv bewertet.

Nebenwerte via Fonds und ETF

In kleineren Investmentuniversen können gute Fondsmanager traditionell ihre tiefen Marktkenntnisse besser ausspielen als in großen Anlagefeldern. So konnten sie in den vergangenen 5 Jahren im Small- und Mid-Cap-Bereich zwar keine Wunder vollbringen, aber ihre Benchmarks doch regelmäßig übertreffen. Zu den erfolgreichsten Fonds gehörten der FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap – C und der Lupus alpha Smaller German Champions – A EUR DIS. Fondsmanager Björn Glück setzt zurzeit vor allem auf Industriewerte. Höhere Erträge als mit einem alleinigen Fokus auf Deutschland waren in den vergangenen 5 Jahren bei europäischen Nebenwerten möglich. Zu den erfolgreichsten Fonds gehörten der Janus Henderson Horizon Pan European Smaller Companies Fund – A1 EUR DIS, der Invesco Continental European Small Cap Equity Fund – A EUR und der S&H Smaller Companies EMU – P EUR.

Eine Alternative zu aktiv gemanagten Fonds sind kostengünstigere börsengehandelte ETF-Indexfonds. So bildet der iShares MDAX UCITS ETF den MDAX mit seinen 50 Werten 1:1 ab. Am höchsten gewichtet sind aktuell die Lufthansa , der Versicherer Talanx, der Baukonzern Hochtief , der Münchner Konzern Knorr-Bremse und der Biotech-Zulieferer Sartorius. Noch eine Stufe unterhalb des MDAX notiert der SDAX mit den nächstgrößeren 70 Aktien der Deutschen Börse. Auch in dieses Segment können Anlegerinnen und Anleger per ETF investieren.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 09.02.2026; Quelle: comdirect.de

Portrait von Birgit Wetjen, Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach.
Portrait von Birgit Wetjen, Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach.
Autorin
Birgit Wetjen
Als Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach hat sich Birgit Wetjen seit 2017 vor allem dem Thema Frauenfinanzen verschrieben.
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