McDonald’s Trotz Corona-Einbruch gefragt

McDonalds: Bei Anlegern beliebt
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Umsatz und Gewinn gehen bei McDonald’s deutlich zurück. Aber an der Börse und bei den Analysten hält sich die Top-Marke gut.

McDonald’s ist die weltweit bekannteste Fast-Food-Marke. Der Konzern hat in den vergangenen 44 Jahren regelmäßig die Dividende erhöht. Bei den Analysten ist der Burger-Spezialist aktuell besonders gefragt. In den Sommermonaten ist das Geschäft nach den großen Einbrüchen durch Corona langsam wieder in Gang gekommen. Allerdings fielen Umsätze und Gewinne in der Hochzeit der Pandemie deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Die ohnehin starke Konkurrenz wurde zuletzt durch den Aufschwung der Lieferservices noch härter. Die Aktie gehört zu den teuersten Papieren im Dow Jones 30. Zudem droht Ärger mit dem Ex-Chef und ehemaligen Franchisenehmern.

Pro McDonald’s (WKN 856958)

  • Branchenführer: McDonald’s steht weltweit als Synonym für Fast Food. Im jüngsten Ranking von Brand Z für das Jahr 2020 rangiert der Konzern auf Platz neun der wertvollsten Marken der Welt. McDonald’s unterhält in 120 Ländern rund 39.000 Restaurants. Mehr als 90 % werden unter Franchiselizenz betrieben.
  • Dividende: McDonald’s hat seit 1976 in jedem Jahr die Ausschüttung gesteigert. Damit gehört das Unternehmen zu den sogenannten Dividendenaristokraten. Allerdings ist der Kurs der Aktie in den vergangenen Jahren insgesamt stärker gestiegen als die Ausschüttungen. Deshalb liegt die Dividendenrendite aktuell nur bei 2,2 %.  
  • Analystenvertrauen: Bei den Experten sind Konsumaktien in der Regel sehr beliebt. Das gilt trotz der jüngsten Corona-bedingten Einbrüche bei den Geschäftszahlen auch für McDonald’s. Unter den aktuell sechs Beurteilungen lauten fünf auf „Kaufen“ bei einer Halteempfehlung. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei hervorragenden 83 %.
  • Gewöhnung an die Corona-Bedingungen: Nach den zahlreichen Geschäftsschließungen im zweiten Quartal hat sich die Lage für McDonald’s im Sommer wieder etwas entspannt. Fast alle der weltweit rund 39.000 McDonald’s-Filialen waren im Juli wieder geöffnet, teilweise allerdings mit Beschränkung auf das Take-away-Geschäft.

Contra McDonald’s (WKN 856958)

  • Umsatzrückgang: Die Corona-Pandemie hat die Geschäfte von McDonald’s im zweiten Quartal stark beeinträchtigt. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 30 % auf rund 3,8 Milliarden US-Dollar, der flächenbereinigte Umsatz in Filialen ging um 24 % zurück. Der Gewinn brach sogar um 68 % auf nur noch 484 Millionen US-Dollar ein.
  • Starke Konkurrenz: McDonald’s hat weltweit zunehmend Konkurrenz. In den USA gibt es zahlreiche etablierte Wettbewerber. In vielen anderen Weltregionen sind regionale oder vegetarische Konzepte im Aufwind. Zudem haben sich in den Zeiten der Corona-Pandemie Lieferdienste in den Vordergrund geschoben.
  • Hohe Bewertung: Markenaktien werden von Börsianern hoch geschätzt und dementsprechend teuer bezahlt. McDonald’s hat den Kurseinbruch aus dem Frühjahr wettgemacht und ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38 für das Jahr 2020 auch im historischen Vergleich sehr hoch bewertet. Damit gehören die Aktien des Fast-Food-Spezialisten zu den teuersten im Dow Jones.
  • Prozesse und Reputationsrisiken: McDonald’s prozessiert gegen Ex-Firmenchef Steve Easterbrook, der wegen eines Verhältnisses am Arbeitsplatz entlassen wurde. Gleichzeitig wird der Konzern von 50 schwarzen Ex-Franchisenehmern wegen Diskriminierung verklagt. McDonald’s soll ihnen schlechtere Konditionen und Filialen gegeben haben als weißen Franchisenehmern. Es drohen Schadenersatzzahlungen.

Über McDonald’s

Die Wurzeln von McDonald’s reichen 80 Jahre zurück. 1948 stellten Richard und Maurice McDonald ihr 1940 gegründetes Restaurant in San Bernardino auf Selbstbedienung und Hamburgerproduktion am Fließband um. Das revolutionäre Konzept der Brüder fand schon bald einige Franchisenehmer. Richtig Schwung nahm es auf, als ab 1955 der Milchshake-Handelsvertreter Ray Kroc den Aufbau des Franchisesystems übernahm. 1961 kaufte Kroc den Brüdern die Marke für 2,7 Millionen US-Dollar ab und brachte sie 1965 an die Börse.

Nach der Expansion in den USA eröffnete Kroc 1967 das erste Restaurant in Kanada. Danach nahm die internationale Offensive ihren Lauf. In Deutschland wurde das erste McDonald’s-Restaurant 1971 eröffnet. In China ging die erste Filiale 1990 in Shenzhen an den Start. Mit neuen Konzepten wie den McDrives (ab 1975) und den McCafés (ab 1993) erschloss sich der Konzern über die Jahrzehnte neue Geschäftsfelder. Inzwischen unterhält der Konzern rund 39.000 Restaurants in 120 Ländern, ein Drittel davon in den USA. Mehr als 90 % der Unternehmen werden mit Franchiselizenz betrieben, oft auch mit McDonald’s als Vermieter. McDonald’s selbst hat rund 200.000 Mitarbeiter, inklusive Franchisebetrieben liegt die Beschäftigtenzahl bei rund zwei Millionen.

Während McDonald’s in China und anderen Emerging Markets als Lifestyle-Marke gilt, steht der Konzern insbesondere in der westlichen Welt wegen des wenig nahrhaften Essens in der Kritik. Der Konzern reagierte darauf mit neuen Angeboten und vegetarischen Menüs. Dem Erfolg des Unternehmens und der Aktie konnte die Kritik wenig anhaben. McDonald’s erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Rekordgewinn von über sechs Milliarden US-Dollar, hat seit 1976 jährlich die Dividende erhöht und gehört zu den Eckpfeilern im bekanntesten Index der Welt, dem Dow Jones 30.

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