Mastercard Beeindruckende Umsatzmarge

Eine Frau tippt ihre Kreditkartennummer in einen Laptop ein.
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Der Zahlungsdienstleister wächst im Jahr 2021 wieder. Der Trend zum bargeldlosen Zahlen spricht langfristig für Mastercard.

Mastercard ist als Zahlungsdienstleister weltweit aktiv. Im ersten Quartal 2021 zogen Umsatz und Gewinn nach der Corona-Virus-Pandemie wieder an. Mit einer Bruttomarge von rund 50 % ist das Geschäft von Mastercard lukrativ. Vom Trend zum bargeldlosen Zahlen, der sich in der Pandemie verstärkt hat, dürfte das Unternehmen langfristig profitieren. Allerdings hat der gebremste Konsum im vergangenen Jahr den lange währenden positiven Umsatz- und Gewinntrend gestoppt. Die Aktie ist weiterhin hoch bewertet. Die Konkurrenz durch PayPal wird zunehmend härter und nach dem langen Aufwärtstrend könnte die Aktie bei einer Börsenkorrektur leiden.

Pro Mastercard (WKN A0F602)

  • Starke Marktstellung: Mastercard gehört mit dem Konkurrenten Visa zu den größten Kreditkartenorganisationen der Welt. Das Unternehmen verbindet weltweit Konsumenten, Händler und Banken miteinander. Mastercard bietet zahlreiche Zahlungsdienste an und profitiert vom zunehmenden Trend zum bargeldlosen Zahlen in Geschäften und im Online-Handel.
  • Umsatz und Gewinn steigen wieder: Mastercard ist vor allem aufgrund des starken Konsums im amerikanischen Heimatmarkt stark verbessert in das Geschäftsjahr 2021 gestartet. Die Umsätze legten in den Monaten Januar bis März gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 % auf 4,2 Milliarden US-Dollar zu, der Gewinn stieg überproportional um 8 % auf 1,8 Milliarden Dollar.
  • Margenstarkes Geschäft: Mastercard ist ein Finanzdienstleister und gleichzeitig ein Technologieunternehmen. Im Gegensatz zum klassischen Bankgeschäft sind die Margen im Kreditkartengeschäft extrem hoch. Selbst im schwierigen Geschäftsjahr 2020 lag die operative Marge von Mastercard über 50 %.
  • Langfristige Änderungen im Zahlungsverhalten: Während in den USA das Bezahlen per Karte schon seit Langem gängig ist, dominierte in vielen anderen Ländern wie Deutschland lange die Barzahlung. Das hat sich auch aufgrund der Hygienebedingungen in der Corona-Virus-Pandemie geändert. Umfragen lassen darauf schließen, dass damit ein langfristiger Trend eingeleitet wurde.

Contra Mastercard (WKN A0F602)

  • Schwaches Jahr 2020: Vor allem der weltweite Einbruch bei Reisen und Konsum in der Hochzeit der Corona-Virus-Pandemie hat die Kreditkartenunternehmen deutlich getroffen. Im Geschäftsjahr 2020 ging der Umsatz bei Mastercard um rund 9 % auf 15,3 Milliarden US-Dollar zurück. Der Gewinn schrumpfte sogar um 21 % auf 6,4 Milliarden Dollar.
  • Hohe Bewertung: Die Kursentwicklung der Mastercard-Aktie war in den vergangenen Jahren noch stärker als die Gewinnentwicklung. Daher übertrifft das Kurs-Gewinn-Verhältnis das Niveau vergangener Jahre und liegt für 2021 bei annähernd 50. Zwar hat Mastercard die Ausschüttungen seit 2016 annähernd verdoppelt. Die Dividendenrendite liegt dennoch nur bei mageren 0,4 %.
  • Konkurrenz durch PayPal: Die Konkurrenz im Kreditkartengeschäft ist mit American Express und Visa traditionell hart. Zudem ist in den vergangenen Jahren der Konkurrent PayPal hinzugekommen. Bei Einkäufen im Internet verzeichnete PayPal zuletzt die größten Wachstumsraten.
  • Rückschlaggefahren: Mastercard kannte seit dem Börsengang im Jahr 2006 nahezu nur den Aufwärtstrend und profitierte lange vom Ansehen als Technologieaktie. Trotz des Umsatz- und Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr notiert die Aktie nahe am Allzeithoch. Wenn sich der Trend zu Value-Werten verfestigt, könnte eine Korrektur drohen.

Über Mastercard

Mastercard wurde 1966 als Interbank von mehreren regionalen Bankkarten-Organisationen in den USA gegründet. 1969 erhielt das Unternehmen den Namen Master Charge, 1979 schließlich den heute noch gültigen Namen Mastercard. Mastercard vergibt Lizenzen an Banken in aller Welt für die Ausgabe ihrer verschiedenen Kartenangebote und für die Anwerbung von Vertragsunternehmen. Fast drei Milliarden Mastercards und Maestro Cards werden weltweit von Privatkunden genutzt. Mastercard stellt die Zahlungsinfrastruktur für Banken und Händler bereit und verdient bei jeder Transaktion einen kleinen Betrag mit.

Das weltweit wichtigste Produkt des Unternehmens ist die Kreditkarte Mastercard, die in Europa bis 2003 Eurocard hieß. Außerdem gibt es eine Mastercard Prepaid, die mit Geld aufgeladen und auch an Jugendliche ausgegeben wird. Daneben hat Mastercard auch zahlreiche Debit-Karten im Angebot. In Europa sind die Maestro Card und Cirrus bekannt. Für Zahlungen im Internet wird der Mastercard Identity Check verwendet.

Mastercard wurde in der Vergangenheit mehrfach zu Schadenersatzzahlungen verurteilt. Vor der Jahrtausendwende hatte das Unternehmen gemeinsam mit Visa den Konkurrenten American Express durch Klauseln in Verträgen mit Banken aus dem Geschäft heraushalten wollen. 2008 zahlte Mastercard dafür 1,8 Milliarden Dollar an American Express. Auch die EU verhängte 2019 eine Geldbuße von 570 Millionen Euro, weil Mastercard Händler benachteiligt hatte.

Über viele Jahre stand Mastercard im Schatten der börsennotierten Konkurrenten Visa und American Express. Das änderte sich spätestens mit dem Börsengang im Jahr 2006. Der Umsatz des Unternehmens hat sich seitdem auf mehr als 15 Milliarden US-Dollar rund verfünffacht – auch dank des boomenden Online-Handels. Der Gewinn stieg bei einer Umsatzrendite von rund 50 % nahezu exponentiell an. Entsprechend gehört die Aktie auch zu den Werten mit den größten Wertsteigerungen im vergangenen Jahrzehnt. Inzwischen ist die Aktie von Mastercard im S&P100 vertreten und bringt es auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 380 Milliarden US-Dollar.

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