Geldanlagen bergen Risiken
MANGOS-Aktien – Straßenschild der Interstate 280 im Silicon Valley.
MANGOS-Aktien – Straßenschild der Interstate 280 im Silicon Valley.
© gguy via Adobe Stock

MANGOS: Neue Anlage-Chancen durch Künstliche Intelligenz?

  • MANGOS heißen die alten und neuen Trendwerte im Anlageuniversum.
  • Die etablierten Tech-Werte Microsoft, NVIDIA und Alphabet sind attraktiv bewertet.
  • Bei SpaceX, OpenAI und Anthropic wetten Anlegende auf die Zukunft.

Die Börsianerinnen und Börsianer sind um Wortspiele nie verlegen: Nach FAANG und Magnificent 7 kommen jetzt die MANGOS – keine Früchte, sondern die 6 Unternehmen Microsoft, Anthropic, NVIDIA, Google (Alphabet), OpenAI und SpaceX. Sie verdienen allesamt mit KI und KI-Anwendungen ihr Geld. Nach dem zunächst erfolgreichen Börsengang von Elon Musks SpaceX haben erste amerikanische Emissionshäuser schon ETFs auf die Sechsergruppe beantragt. Auslöser für das neue Akronym war das Börsendebüt von SpaceX im Juni 2026. Das Raumfahrtunternehmen war der bisher teuerste Börsengang der Geschichte und nach den ersten Tagen an der NASDAQ mehr als 2 Billionen US-Dollar wert. Sein Gründer Elon Musk knackte als erster Mensch die Grenze von 1 Billion Dollar persönlichen Reichtums.

Aus Magnificent 7 werden MANGOS

Das hat sich nach dem Absturz der SpaceX-Aktie zwar schon wieder geändert. Aber deshalb ist das Konzept der MANGOS noch längst nicht überholt. Denn der Wechsel von MAG 7 zu MANGOS ist auch ein Wechsel im strategischen Ansatz und im Geschäftsmodell. Die MAG 7 erzielten ihre Gewinne noch eher klassisch – durch den Verkauf von Geräten, Werbung und Streaming. Bei den MANGOS stehen dagegen künstliche Intelligenz und die dazugehörige Infrastruktur im Mittelpunkt – Chips, Modelle und Netze, auf denen andere Unternehmen aufbauen. Das ist allen 6 „MANGOS“ gemein – allerdings unterscheiden sie sich deutlich in ihrem Entwicklungsstand: auf der einen Seite die bereits hochprofitablen Alphabet (Google), Microsoft und NVIDIA, auf der anderen Seite das verlustreiche SpaceX und die noch nicht börsennotierten Anthropic und OpenAI. Die Aussichten der MANGOS im Einzelnen.

Microsoft ist bereits mehr als 50 Jahre alt und war noch im vergangenen Jahr das teuerste Unternehmen der Welt. Die Dominanz im Softwarebereich und beim Karriere-Netzwerk LinkedIn bieten weiterhin eine gesunde Basis. Unter dem erst dritten Konzernchef Satya Nadella (nach Bill Gates und Steve Ballmer) hat sich Microsoft rasant weiterentwickelt und ist auch im Cloud-Geschäft führend. Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste schieben das Geschäft des Software-Konzerns kräftig an. Im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2026 (zu Ende Juni 2026) stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 18 % auf knapp 90 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn lag bei 35,3 Milliarden US-Dollar – rund 22 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen begeisterten die Börse: Einen Tag nach der Veröffentlichung zog die Aktie um 14 % an.

Zu den steigenden Gewinnen tragen auch die Anteile an OpenAI und Anthropic bei. Allerdings muss Microsoft auch enorm in Rechenzentren investieren und die Marktteilnehmenden fragten sich zuletzt zunehmend, ob sich die enormen Investitionen in KI amortisieren. Deshalb gab der Kurs der Microsoft-Aktie in den vergangenen 12 Monaten zwischenzeitlich um 30 % nach. Damit aber ging auch die Bewertung zurück. „Mit einem KGV von rund 28 und einer Dividendenrendite von rund 1 % ist die Aktie so niedrig bewertet wie seit Jahren nicht mehr und zunehmend auch wieder für Dividendenfonds interessant“, erklärt Jochen Appeltauer, Head of Aktienselektion bei der boerse.de Group AG.

„Nahezu die Hälfte der Anlegerinnen und Anleger beschäftigt sich mit thematischen Investments in künstliche Intelligenz, Halbleiter und Chips“, erklärt Christian Vollmuth, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes für strukturierte Wertpapiere (BSW). Auf Anthropic kann noch kein Zertifikat aufgelegt werden. Aber es gehört nicht viel Fantasie dazu, dass es eine Flut von Optionsscheinen und Zertifikaten geben wird, wenn das KI-Unternehmen an die Börse gehen wird. Noch in diesem Jahr soll es so weit sein. Nach den jüngsten Finanzierungsrunden wird Anthropic mit annähernd 1 Billion US-Dollar bewertet – mehr als der Erzkonkurrent OpenAI. Die Gründe: Die Modellreihen Mythos und Fable von Anthropic bilden die aktuelle Speerspitze der generativen KI. Zudem setzt Anthropic auf das lukrative Geschäft mit Geschäftskunden, während OpenAI auf Privatkunden fokussiert ist.

Aktuell ist der Börsengang mit Unterstützung der renommierten Investmentbanken Goldman Sachs, J.P. Morgan und Morgan Stanley für das letzte Quartal 2026 geplant. Zu den größten Investoren bei Anthropic gehören der Online-Händler Amazon und Google (Alphabet). Sie sichern sich durch ihre Anteile Zugriff auf die KI und die möglichen Erlöse beim Börsengang.

NVIDIA war lange Marktführer als Hersteller von hochwertigen Grafikkarten für Computer. Das ist das Unternehmen aus Santa Clara immer noch. Aber die Grafikkarten sind nur noch ein rudimentäres Nebengeschäft. Für das 1. Quartal des Fiskaljahres 2027 (26. Januar 2026 bis zum 26. April 2026) erzielte NVIDIA einen Umsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar – ein Zuwachs von 85 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um fast 150 % auf 53,5 Milliarden US-Dollar. Das Geschäft mit Rechenzentren machte dabei allein mehr als neun Zehntel des Absatzes aus. Für Firmenchef Jensen Huang – und nicht nur für ihn – ist der Ausbau der Rechenzentren der „größte Infrastrukturausbau der Menschheitsgeschichte“.

Mit seinen Chips für Server, PCs und Rechenzentren ist NVIDIA in eine neue Dimension vorgestoßen und wurde zum entscheidenden Wegbereiter für die Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Der Kurs der Aktie hat sich in den vergangenen 5 Jahren mehr als verzehnfacht. Mit Beteiligungen bei Anthropic und OpenAI sichert sich NVIDIA auch bei den neuen Stars die Poleposition. Der extreme Umsatz- und Gewinnanstieg des Konzerns spiegelt sich nicht einmal in den Bewertungen wider. Mit einem erwarteten KGV von knapp 24 für das Jahr 2026 ist NVIDIA nicht höher bewertet als so manche Konsum- oder Markenaktie. Voraussetzung für weitere Kursanstiege ist allerdings, dass die bisher geplanten KI-Investitionen auch tatsächlich getätigt werden.

Seit über 25 Jahren beherrscht das von Sergey Brin und Larry Page gegründete Google den Suchmaschinenmarkt und ist damit Fixpunkt der Alphabet-Holding. Mit „YouTube“, „Google Cloud“ und den „Other Bets“, die alle Themen rund um die künstliche Intelligenz umfassen, gehört der Konzern zu den wichtigsten und am breitesten aufgestellten Unternehmen der Technologiebranche. Im 2. Quartal 2026 erzielte Alphabet einen Nettogewinn von knapp 41 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 24 % auf fast 120 Milliarden Dollar. Dieses Ergebnis übertraf einmal mehr die Erwartungen der Analystinnen und Analysten deutlich – Werbe- und Cloud-Geschäft wuchsen überproportional.

Auch bei autonom fahrenden Fahrzeugen liegt die Alphabet-Tochter Waymo deutlich vor der Konkurrenz von Tesla. Wegen der überragenden Position des Konzerns im KI-Geschäft haben die Börsen bisher die enormen Investitionen nicht besonders skeptisch beäugt und der Aktienkurs hat sich in den vergangenen 12 Monaten nahezu verdoppelt. Im laufenden Jahr will die Google-Mutter zwischen 180 und 190 Milliarden Dollar investieren – doppelt so viel wie im Vorjahr. Diese Investitionen sollten sich zur Rechtfertigung des Aktienkurses auch bei künftigen Umsatz- und Gewinnnachrichten auszahlen.

Als OpenAI im Spätherbst 2022 ChatGPT für ein breites Publikum freischaltete, entdeckten viele Menschen die Welt der künstlichen Intelligenz. Heute nutzen sie nahezu jeder Student, Kreative und Computerarbeitende. Der Unternehmenswert des Pioniers OpenAI hat sich seit der Veröffentlichung von ChatGPT vervielfacht. Nach den jüngsten Finanzierungsrunden kratzt das Unternehmen an der Billionen-Dollar-Grenze. Für 2027 ist der Börsengang angestrebt – dann gern für mehr als 1 Billion US-Dollar. Davon würde neben anderen Teilhabern aus der Technologiebranche vor allem Microsoft profitieren, das aktuell rund ein Viertel der Anteile an OpenAI hält.

Allerdings verbrennt OpenAI mit zunehmendem Marktwert mehr und mehr Kapital. OpenAI erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von umgerechnet rund 11,7 Milliarden Euro bei Ausgaben von 30,5 Milliarden Euro. Das operative Minus von 18,8 Milliarden Euro dürfte sich im laufenden Jahr noch deutlich erhöhen, weil 2026 allein für Rechenleistung über 45 Milliarden Euro vorgesehen sind. Für die künftigen Investitionen reichen die in der jüngsten Finanzierungsrunde eingenommenen 122 Milliarden Dollar kaum aus. OpenAI gab Ende Juli bekannt, bis 2030 rund 750 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur investieren zu wollen – rund 25 % mehr als noch Anfang des Jahres geschätzt, wie das Wall Street Journal berichtete. Diese erneute Investitionsoffensive erfolgt vor dem Hintergrund, dass das Stargate-Rechenzentrumsprojekt offenbar ins Stocken geraten ist.

Kurzzeitig hatte es Elon Musk geschafft. Dank des Börsengangs von SpaceX und des anschließenden Höhenflugs der Aktie war der größte Eigner von SpaceX-Aktien auf dem Papier erster Dollar-Billionär der Welt. Vom Ausgabepreis bei 135 Dollar über den ersten Schlusskurs von knapp 161 Dollar ging es bis zum Allzeithoch von knapp über 200 Dollar. „Die SpaceX-Aktien profitierten zum Handelsstart von 2 Entwicklungen“, erklärt Peter Reichel, Chief Investment Officer von ODDO BHF SE, „zum einen durch die erfolgreiche Ansprache der Privatanleger, die Elon Musk als unternehmerischen Visionär feiern. Zum anderen, weil sich SpaceX einen Schnellzugang in wichtige Indizes wie den NASDAQ-100-Index sichern konnte.“

Aber schnell war der Billionärs-Traum für Elon Musk zu Ende; ebenso wie für viele Erstzeichner, die die Aktie nicht nach einigen Tagen verkauft hatten. Inzwischen ist die Aktie deutlich abgerutscht und liegt ungefähr auf der Höhe ihres Ausgabepreises. Das hat Gründe, meint Stefan Riße von ACATIS: „Die Satelliten- und Raketensparte ist zwar visionär und profitabel. Aber durch die Fusion mit xAI macht das Unternehmen große Verluste.“ Optimistischer als Riße ist Volker Schilling, Vorstand der Greiff Capital Management AG: „Elon Musk ist Chance und Risiko zugleich. SpaceX bietet komplette Weltraumlogistik und verfügt mit wiederverwertbaren Raketen, Satelliten und der künstlichen Intelligenz über einen Burggraben wie früher Amazon.“ Ob das ausreicht, um den enormen Börsenwert zu rechtfertigen, mag auch er nicht prophezeien.

MANGOS in ETFs und Fonds

In 4 der 6 Einzelwerte der MANGOS können Anlegerinnen und Anleger über die Börse investieren. In den USA haben junge Handelshäuser wie Yorkville America und Corgi Funds bei der US-Börsenaufsicht SEC Anträge für neue MANGOS-Fonds eingereicht. Sie sind aber noch nicht aufgelegt und dürften auch im europäischen UCITS-Mantel nicht handelbar sein. Wer einen starken Schwerpunkt in den 4 Aktien Microsoft, NVIDIA, Oracle und SpaceX legen will, kann zu einem ETF auf den NASDAQ 100 greifen. Die 4 Aktien machen einen 2-stelligen %-Anteil im Index aus. Beim Amundi MSCI Semiconductors ESG Screened UCITS ETF – EUR ACC ETF gibt es keine Begrenzung des Portfoliogewichts. Entsprechend macht NVIDIA als teuerstes Unternehmen der Welt mehr als ein Viertel des ETFs aus.

Wer in die MANGOS in einem größeren Umfeld investieren möchte, kann auf breit anlegende Technologiefonds setzen. Sie gehörten in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Fonds am Markt. Der Fidelity Funds – Global Technology Fund – A EUR DIS  ist seit langer Zeit regelmäßig unter den Top Ten der meistgekauften Fonds bei comdirect zu finden. Zu den performancestärksten Fonds zählten auch der der CT (Lux) Global Technology – AU USD ACC, der DNB Fund – Technology – N EUR DIS und der Polar Capital Funds plc – Global Technology Fund – R EUR DIS. Da die 6 MANGOS allesamt aus den USA stammen, bieten sich für Investitionen auch US-Wachstumsfonds wie der AB SICAV I American Growth Portfolio – A und der JPMorgan Funds-US Growth Fund – A USD ACC an, bei denen nordamerikanische Technologiewerte im Fokus stehen.

Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt.

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Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängiger Finanzexperte
Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängiger Finanzexperte
Autor
Michael Reitz

Der Diplom-Volkswirt beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem internationalen Börsengeschehen. Seine ersten schmerzhaften Erfahrungen hat er beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gemacht.

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