China China-Aktien mit Aufholpotenzial?

Guiyangs berühmte antike architektonische Landschaft, übersetzt: "Der schönste Pavillon"
© gui yong nian via Adobe Stock

Der chinesische Aktienmarkt schwächelte 2021. Langfristige Trends bleiben jedoch intakt. Das birgt Comeback-Chancen.

Im internationalen Vergleich war China 2021 einer der schwächsten Märkte: Dafür gab es handfeste Gründe: zum einen die Turbulenzen am Immobilienmarkt. Mit der China Evergrande Group (WKN A2APDK) steht ein großer Immobilienkonzern mit dem Rücken zur Wand. Es drohen finanzielle Schieflagen im dreistelligen Milliarden-Dollar-Bereich. Zum anderen hat die chinesische Regierung im vergangenen Jahr zahlreiche bekannte Unternehmen wie Tencent und Alibaba mit Regulierungen und Verboten von Börsengängen massiv unter Druck gesetzt. Aber wer China jetzt links liegen lässt, verpasst möglicherweise den nächsten großen Boom. „China ist darauf angewiesen, dass seine Kapitalmärkte gut funktionieren, damit diese das Wachstum beflügeln“, sagt Nicholas Yeo, Head of Equities bei der Fondsgesellschaft abrdn (Standard Life Aberdeen). „Wir halten die Marktreaktion auf die regulatorischen Maßnahmen für überzogen.“

Chinas Firmen gehören zu den Weltmarktführern

Das Land der Mitte ist schon jetzt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und dürfte bis zum Ende dieses Jahrzehnts die USA überholt haben. Die langfristigen Chancen sind also weiterhin groß. Das verdeutlicht bereits heute die „Fortune“-500-Liste der weltgrößten Unternehmen: Kamen 2006 erst 16 Unternehmen aus China, waren es 2021 schon 135 Firmen. Deutschland ist aktuell mit 27 Unternehmen in der Liste vertreten. Die „Fortune“-Experten halten es für möglich, dass 2030 bis zu 200 Unternehmen der globalen Elite aus China stammen.

Besonders beeindruckend ist die Wirtschaftskraft Chinas im Hinblick auf wichtige Zukunftsbranchen wie den Online-Handel. Laut Schätzungen der Marktexperten von iResearch war das Umsatzvolumen des chinesischen Online-Handels in Dollar im Jahr 2019 größer als in den folgenden zehn größten Märkten zusammen. Und dazu gehören Schwergewichte wie die Vereinigten Staaten, Japan, Südkorea und Deutschland. Den chinesischen Online-Handel dominieren Alibaba (WKN A117ME) und die Tencent Holdings (WKN A1138D).

Alibaba und Tencent dominieren

Laut aktueller Schätzung des Datenanbieters FactSet sollen der Umsatz und der Gewinn von Alibaba bis 2023 um 50 % steigen. Ein Grund dafür ist das stark wachsende Cloud-Geschäft unter dem Namen Ali Cloud, das zum Abschluss des Geschäftsjahres in die Gewinnzone gekommen ist. Auf Sicht der kommenden Jahre erwarten Experten hohe Wachstumsraten, wie sie heute schon bei Amazon (WKN 906866) zu sehen sind. Die aktuelle Umsatzrendite von Alibaba liegt bei 21 %. Das heißt: Von 100 Dollar Umsatz bleiben 21 Dollar als Nettogewinn.

Tencent wiederum betreibt viele Social-Media-Plattformen, die im Westen von verschiedenen Firmen wie Meta (Facebook) oder Alphabet (Google) betrieben werden. Tencent hat im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre Umsatz und Gewinn zwischen 36 % und 40 % p. a. gesteigert. Dabei lag die Umsatzrendite zuletzt bei 33 %. Die herausragenden Ertragskennzahlen spielten jedoch an der Börse bei beiden Unternehmen keine Rolle. Im Gegenteil. Aufgrund der politischen Einflussnahme und dem Verbot der Börsengänge der Töchter sanken die Kurse beider Unternehmen im vergangenen Jahr deutlich. Das sollte sich nach Einschätzung von abrdn-Aktienchef Nicholas Yeo im Jahr 2022 ändern.

Drei große Trends sind es, die China für Investoren langfristig interessant erscheinen lassen:

  1. Der chinesische Mittelstand ist in rasantem Tempo gewachsen. Laut einer aktuellen Analyse der Weltbank sind 330 Millionen Haushalte in den Jahren 2010 bis 2018 in die chinesische Mittelschicht aufgestiegen. Das hat den Branchen massiv geholfen, die für den heimischen Markt produziert haben. Zwischen 2011 und 2015 lag der Konsumanteil am Bruttoinlandsprodukt bei 56 %; 2020 kletterte der Wert dann auf 60 % und sollte nach Expertenschätzungen bis 2030 auf bis zu 66 % steigen.
  2. China baut seine Handelswege massiv aus. Das Kernprojekt ist die neue Seidenstraße „One Belt, One Road“. Durch diese Handelsroute an Land und auf dem Seeweg hat China Zugang zu rund 60 % der Weltbevölkerung in mehr als 60 Anrainerländern. So verläuft die Bahnlinie u. a. über Kasachstan, den Iran, die Türkei, Russland und dann zum Endpunkt nach Duisburg. Beim Seeweg werden wichtige asiatische Metropolen wie Kalkutta und Colombo mit afrikanischen Handelsplätzen wie Mombasa verbunden. Durch den Suezkanal geht es dann über Athen bis Venedig. Dabei nimmt Deutschland eine strategische Sonderrolle ein mit dem Endpunkt der Seidenstraße im Duisburger Hafen, dem größten Binnenhafen Europas.
  3. China strebt bis 2049 die führende Weltmarktposition in zehn Schlüsselindustrien an – so will es zumindest der chinesische Staatsrat. Dazu zählen innovative Sektoren wie die Robotertechnologie und E-Mobilität.

Breit gestreut investieren mit Fonds und ETFs

Auch Biopharma und medizinische Produkte stehen in den chinesischen Entwicklungsplänen im Fokus. Kein Wunder, denn bis 2050 wird sich die Zahl der über 60-jährigen Chinesen auf rund 500 Millionen verdreifachen und damit auch der Bedarf an Medikamenten und Therapien. Mit dem Bellevue Asia Pacific Healthcare (WKN A2DPA9) können Anleger auf die asiatische Medizinindustrie setzen. Der Fokus liegt auf China mit einem Depotanteil von rund 30 %. Die wichtigsten Branchen sind Dienstleistungen mit einem Anteil von annähernd 35 % gefolgt von Medtech und Biotechnologie. Die größte Einzelposition ist der chinesische Biotech-Wert WuXi Biologics (WKN A2QJCN).

Neben dem Sektorfokus gibt es auch zahlreiche breit anlegende China-Fonds. Zu den erfolgreichsten in den vergangenen fünf Jahren gehörten der JPMorgan China A-Share Opportunities Fund – A USD DIS (WKN A14VZG). Der Fidelity Greater China Fund – A USD DIS (WKN 973265) ist als Top-Preis Fonds bei comdirect im Sparplan und in der Einmalanlage mit 100 % Rabatt auf den regulären Ausgabeaufschlag erhältlich. Zugang zu den großen Namen aus China bietet der MSCI China Index. Auf ihn gibt es verschiedene ETFs, u. a. den Xtrackers MSCI China ETF (WKN DBX0G2). Enthalten sind neben Tencent Holdings und Alibaba auch der Finanzwert China Construction Bank (WKN A0M4XF) und der Online-Händler JD.com (WKN A2P5N8).

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