Geldanlagen bergen Risiken
Luxusgüter Aktien und ETFs – Schaufenster von Louis Vuitton mit Flamingos vor rotem Hintergrund
Luxusgüter Aktien und ETFs – Schaufenster von Louis Vuitton mit Flamingos vor rotem Hintergrund
© Walter Cicchetti via Adobe Stock

Luxusgüter: Aktien und ETFs erholen sich

  • Luxuswerte erholen sich von den Absatzschwächen.
  • LVMH ist wieder Europas teuerstes Unternehmen.
  • Luxuskreuzfahrten sind nach der Corona-Krise stark gefragt.

Am 2. Dienstag im vergangenen Oktober schaute die Luxusbranche gebannt nach Paris. Denn LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) gab die Umsatzzahlen für das 3. Quartal bekannt. Und nach einem unerwartet schwachen 1. Halbjahr enttäuschte der größte Luxuskonzern der Welt die zarten Hoffnungen nicht. Der Umsatz legte organisch um 1 % zu. Nahezu alle Sektoren konnten den Absatz steigern – Parfums und Kosmetik, Luxusuhren und Juwelen. Nur in der Mode- und Ledersparte mit Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior oder Fendi gingen die Absätze noch minimal zurück. Die Pariser Börse feierte die Trendwende mit einem 2-stelligen Kurssprung bei der LVMH-Aktie. Inzwischen ist LVMH mit einer Marktkapitalisierung von über 310 Milliarden Euro wieder das teuerste Unternehmen Europas.

Wende am Luxusmarkt in Sicht

Nach 2 schweren Jahren steht der globale Luxusmarkt vor einer Wende zum Positiven. Zwar ging der Absatz laut Herbst-Prognose der Unternehmensberatung Bain & Company 2025 noch einmal zurück. Danach sollten die Ausgaben für Mode, Uhren und Schmuck, Luxusautos, Luxusrestaurants und hochpreisige Kunst mit 1,44 Billionen Euro um 54 Milliarden Euro unter dem Rekordwert von 2023 liegen. Hauptgrund: anhaltende Absatzprobleme in China und Absatzschwäche bei hochpreisigen Autos. Auch die Ausgaben für edle Weine und Spirituosen gaben noch weiter nach. Luxusrestaurants und Luxuskreuzfahrten meldeten dagegen steigende Umsätze und vor allem die Ausgaben für Mode, Schmuck und Uhren stabilisierten sich. Das ist ein Signal für die Gesamtbranche. „In den kommenden 10 Jahren sollte es wieder jährlich um 4 bis 6 % bergauf gehen“, erklärt Bain-Branchenexpertin Marie-Therese Marek. „Im Jahr 2035 dürften die Luxusausgaben dann zwischen 2,2 und 2,7 Billionen Euro liegen.“

Luxus-Trendsetter aus Frankreich

Bei einer immer noch starken operativen Marge von durchschnittlich 16 % dürften auch die Luxusaktien ihren im Sommer 2025 begonnenen Wiederaufschwung fortsetzen – auch und vor allem in Paris, der Hauptstadt von Mode und Luxus. Dort ist mit LVMH nicht nur der Trendsetter beheimatet. Deutlich schwerer als LVMH hatte es in den vergangenen Jahren der Erzkonkurrent Kering. Aufgrund der Schwäche der Kering-Vorzeigemarke Gucci brachen die Umsätze und der Aktienkurs ein. Im 3. Quartal 2025 gingen die Erlöse jedoch nur noch um 5 % zurück. Die Trendwende wird an der Börse belohnt. Seit dem Tief im Frühjahr 2025 hat sich der Kurs annähernd verdoppelt. Keine Probleme mit Umsätzen und Kursen hatte dagegen zuletzt Hermès. Der Hersteller der ikonischen Birkin Bags ist im extrem hochpreisigen Segment nahezu konkurrenzlos. Im 3. Quartal des Jahres 2025 stieg der Umsatz um fast 5 % auf 3,9 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungsschwankungen fiel das Plus dank des starken USA-Geschäfts sogar fast 2-stellig aus.

Schweizer Uhren und italienischer Stil

Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hat das Wachstum trotz der Zollquerelen ebenfalls kräftig gesteigert. Der Gesamtumsatz von Richemont stieg im 1. Halbjahr des gebrochenen Geschäftsjahres 2025/26 (zu Ende September) im Vergleich zum Vorjahr währungsbereinigt um 10 % auf 10,6 Milliarden Euro, auch in China stieg der Umsatz 2-stellig. Besonders stark legten die Schmuckhersteller wie Cartier oder Van Cleef & Arpels mit einem Plus von 14 % zu. Dagegen gingen die Uhrenverkäufe der Luxusuhrenmarken wie Piaget oder IWC um 2 % zurück. Die Rückstufung der US-Zölle von 39 auf 15 % dürfte in den kommenden Monaten zusätzlichen Schwung im US-Geschäft geben.

Auf eine Aufholjagd setzt Prada: 1,25 Milliarden Euro legte im vergangenen Herbst das Modehaus auf den Tisch, um die italienische Konkurrenz Versace vom bisherigen US-Besitzer Capri Holdings zu übernehmen. Das hatte sich schon im Frühjahr angedeutet. Da zog sich Donatella Versace, die Schwester des 1997 ermordeten Gianni Versace, aus der künstlerischen Führung des Labels zurück. Das Ziel des über 100 Jahre alten Modehauses: Mit Versace, den eigenen Prada-Modelinien, der Marke Miu Miu und den Luxusschuhen Church’s will sich der Konzern künftig näher an LVMH heranrobben. Die teure Übernahme ist ein Indiz, dass sich die Modehäuser auch in der Absatzkrise etwas trauen – der Prada-Aktienkurs reagierte positiv.

Ferrari steht für automobilen Luxus

Teure Automobile von Porsche oder Tesla hatten es in den vergangenen Jahren schwer. Im ultrahochpreisigen Segment laufen die Geschäfte aber prima. Während die Umsätze bei Bentley (Volkswagen) und Rolls-Royce (BMW) in den Konzernbilanzen verschwinden, zieht Ferrari allein seine Bahnen. Die Renner aus Maranello sind weiterhin gefragt. Trotz Problemen in China und mit den US-Zöllen konnte Ferrari im 3. Quartal den Umsatz um 7 % auf 1,77 Milliarden Euro steigern. Auch wenn der Aktienkurs in den vergangenen 3 Monaten den Rückwärtsgang eingelegt hat – über 3 Jahre betrachtet stieg der Ferrari-Kurs um rund 40 %.

Mit ETFs und Aktienfonds in Luxus investieren

Mit Investitionen in Luxusaktien können Anlegerinnen und Anleger ihr Portfolio diversifizieren. Anders als im Technologiesektor stammen die meisten Marktführer aus Europa. Wer Einzelwertrisiken meiden möchte, kann auch im Paket auf den Luxusmarkt setzen. So bildet der Amundi S&P Global Luxury UCITS ETF – EUR ACC den S&P Global Luxury Index mit den 80 größten Aktien des Luxussegments ab. Dieser ETF kann bei comdirect im Sparplan ohne Ordergebühr gehandelt werden. Die Top 4 im Portfolio stammen mit LVMH, Hermès, Richemont und Ferrari aus Europa. Erst der fünftstärkste Wert ist Tesla. Auch die Kreuzfahrtlinie Royal Caribbean Cruises ist unter den Top Ten vertreten. Bei aktiv gemanagten Fonds sind ebenfalls einige auf das Thema Luxus fokussiert. Dazu gehört der GAM Multistock – Luxury Brands Equity – A EUR DIS. Der Fonds setzt vorrangig auf europäische Werte wie LVMH, Hermès, Richemont und Moncler, den italienischen Spezialisten für hochwertige Jacken und Blousons. US-amerikanische Aktien wie Ralph Lauren sind nur mit 15 % im Portfolio vertreten. Der Pictet Premium Brands setzt stärker auf Markenwert als allein auf Luxus. Entsprechend sind auch American Express und Apple hoch gewichtet und der Anteil der amerikanischen Werte liegt insgesamt bei rund 40 %.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 10.01.2026; Quelle: comdirect.de

Portrait von Heinz-Peter Arndt, Diplomvolkswirt und Diplomjournalist
Portrait von Heinz-Peter Arndt, Diplomvolkswirt und Diplomjournalist
Autor
Heinz-Peter Arndt
Der Diplomvolkswirt und Diplomjournalist schreibt seit mehr als 30 Jahren über Konjunktur, Finanzmärkte und private Geldanlage.
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