Luxus Nobelmarken sind wieder gefragt

Louis Vuitton Storefront
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In der Coronavirus-Krise brachen die Umsätze vieler Edelmarken ein. Doch die Freude an edlen Taschen und nobler Kleidung ist wieder zurück.

In China nahm die Corona-Pandemie ihren Anfang. Das Reich der Mitte kam auch als erste große Volkswirtschaft aus der durch das Virus verursachten Rezession. Und bei einem Blick auf den Absatz von Luxusgütern macht es fast den Anschein, als hätte es Corona nie gegeben. Trotz Pandemie gaben die Menschen in China im vergangenen Jahr 44 Milliarden Euro für Luxusprodukte aus – 45 % mehr als 2019. Weltweit brach dagegen laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company der Umsatz der Luxusgüterhersteller um 23 % ein und fiel damit von 281 auf 217 Milliarden Euro. Ein Grund: Etliche Geschäfte der Edelmarken in den Top-Lagen großer Städte mussten im Lockdown schließen, auch die für Luxusmarken wichtigen Shops in Flughäfen waren geschlossen.

Appetit auf Luxus

Wie in China ist die Kauflaune in der westlichen Welt längst wieder da. „Trotz des gewaltigen Einbruchs 2020 infolge der Corona-Krise erweist sich die weltweite Luxusgüterindustrie als ausgesprochen robust“, sagt Marie-Therese Marek, Associate Partner bei Bain & Company. „Zahlreiche Marken haben sich in der Pandemie vergleichsweise zügig auf das veränderte Einkaufsverhalten eingestellt.“ Die Produktion wurde gedrosselt, vor allem aber haben die Unternehmen den Online-Vertrieb schnell und konsequent ausgebaut.

Die Luxusaktie Nummer eins an der Börse ist LVMH (WKN 853292). Hinter dem Kürzel stecken die berühmten Luxusmarken Louis Vuitton (Handtaschen), Moët (Champagner) und Hennessy (Cognac). Die Übernahme des Schmuckherstellers Tiffany zu Jahresbeginn sorgt vor allem auf dem US-Markt für neue Impulse. Zuletzt kam die Aktie zwar leicht unter Druck, weil die chinesische Regierung wohlhabende Chinesen höher besteuern möchte. Mit einer Marktkapitalisierung von über 300 Milliarden Euro ist sie aber bei Weitem das Schwergewicht im französischen Leitindex CAC 40. Die Nummer zwei und drei unter den Luxusaktien sind ebenfalls französische Unternehmen – Christian Dior (WKN 883123) und Hermès (WKN 886670). Beide sind zwar an der Börse notiert, aber nahezu komplett im Familienbesitz.

Anders ist das bei der Nummer vier – Kering (WKN 851223). Wichtigste Marke des CAC-40-Konzerns, der auch im Euro STOXX 50 notiert, ist Gucci. Daneben gehören auch so bekannte Namen wie Bottega Veneta, Balenciaga, Yves Saint Laurent, Alexander McQueen und Brioni zum Portfolio. Im Top-Segment spielt auch Richemont (WKN A1W5CV) mit. Der Schweizer Luxusgüterkonzern ist an so bekannten Markennamen wie Cartier oder Montblanc beteiligt. Richemont erweitert sein Mode- und Accessoires-Portfolio regelmäßig und übernahm zuletzt das belgische Traditionslederhaus Delvaux. Im ersten Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2021/2022, das am 30. Juni 2021 endete, lagen die Umsätze von Richemont mit 4,4 Milliarden Euro 121 % über dem Vorjahresquartal und sogar 18 % über dem Umsatz von vor zwei Jahren.

Auch Hugo Boss (WKN A1PHFF) kommt 2021 wieder in die Spur. Im zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz um 133 % auf 629 Millionen Euro. Das operative Ergebnis lag bei 42 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor ein Verlust von 250 Millionen Euro angefallen war. Der neue CEO von Hugo Boss, Daniel Grieder, ist seit Juni im Amt und will bis 2025 den Konzernumsatz auf vier Milliarden Euro verdoppeln. Die Marge im operativen Geschäft soll gleichzeitig auf 12 % steigen. Er setzt auf Digitalisierung, will die Markenvielfalt stärken, Verkaufsflächen in Europa reduzieren und im Gegenzug Kapazitäten in China ausbauen.

Mit Fonds und ETFs auf Luxus setzen

Anleger können mit Aktienfonds breit in das Luxusgütersegment investieren. Bereits seit 2005 ist der Aktienfonds Pictet Premium Brands P (WKN A0ET47) auf dem Markt. Er fasst den Begriff Luxus breit und investiert in ein Spektrum von Unternehmen, das von Apple (WKN 865985) und American Express (WKN 850226) über die Hotelkette Marriott International (WKN 913070) bis zum Kosmetikhersteller L’Oréal (WKN 853888) reicht. LVMH ist ebenso unter den Top Ten des Portfolios vertreten. „Wir rechnen damit, dass sich die Umsätze 2021 stark erholen werden, und sind zuversichtlich, dass sich Premiummarken von der Krise in Anbetracht guter Geschäftsmodelle und starker Bilanzen erholen werden“, sagt Pictet-Fondsmanagerin Carolin Reyl. Die Managementgebühr liegt pro Jahr bei 2 %.

Die Kosten von börsengehandelten Indexfonds (ETF) sind deutlich niedriger als bei aktiv gemanagten Varianten. Beim Amundi S&P Global Luxury ETF (WKN A2H564) liegt die jährliche Managementgebühr bei 0,25 %. Er bildet die Wertentwicklung des Aktienindex S&P Global Luxury ab, der die 80 weltweit größten Luxusgüterhersteller beinhaltet. Zu den größten Werten zählen neben LVMH auch der französische Konkurrent Kering (WKN 851223) mit seiner Flaggschiffmarke Gucci und der Elektroautomobilhersteller Tesla (WKN A1CX3T).

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres‐ und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds‐Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 20.10.2021; Quelle: comdirect.de