LNG: Flüssiggas gefragt wie nie
LNG: Flüssiggas gefragt wie nie
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LNG: Flüssiggas gefragt wie nie

Deutschland setzt auf Flüssiggas (LNG), um die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren. Unternehmen und Anleger profitieren von der Nachfrage.

Mit dem russischen Krieg in der Ukraine kennen die Energiepreise tendenziell nur noch einen Weg: nach oben. Die Abhängigkeit von Russland ist besonders groß bei Gas. Sollte Russland einen Lieferstopp verhängen, droht Deutschland und weiteren EU-Ländern eine schwere Rezession. Händeringend sucht die Bundesregierung nach alternativen Wegen der Gasversorgung. Im Fokus steht dabei LNG (Liquefied Natural Gas), also Flüssiggas. „Weltweit wächst der Bedarf an LNG“, erklärt Adrian Roestel, Leiter des Portfoliomanagements bei der Münchner Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen. Produzenten, Schifffahrtsbetreiber oder Anlagenbauer bieten sich als mögliche Investments an.“

Der große Vorteil von Flüssiggas: Pipelines werden überflüssig. Bei LNG handelt es sich um Erdgas, das bei minus 162 Grad Celsius verflüssigt wird und dabei stark an Volumen verliert. Es hat nur ein Sechshundertstel des Volumens des ursprünglichen Gases. Dieses Flüssiggas braucht weniger Platz und lässt sich in Schiffen statt in Pipelines transportieren. Weil flüssiges Erdgas nicht entzündlich ist, ist der Transport nicht gefährlich. Es lässt sich am Zielort wieder in Gas umwandeln.

Bau stationärer Terminals geplant

Weil Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Staaten bislang keine stationären LNG-Terminals gebaut hat, setzt die Bundesregierung zunächst auf schwimmende Terminals. Aktuell sind vier geplant. „Das Ziel ist, dass sie noch in diesem Jahr angeschlossen werden“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Mai. Zudem sind auch stationäre Terminals in Deutschland geplant. Trotz des sogenannten „LNG-Beschleunigungsgesetzes“ werden die stationären Terminals allerdings frühestens 2026 in Betrieb gehen.

Mit dem Krieg in der Ukraine dürfte die Nachfrage nach Flüssiggas stark ansteigen. Um die Jahrtausendwende lag der Handel weltweit bei 100 Millionen Tonnen pro Jahr. 2017 stieg das Volumen über die Schwelle von 300 Millionen Tonnen. In den kommenden Jahren soll sich das Volumen auf 700 Millionen Tonnen mehr als verdoppeln, da nicht nur Deutschland, sondern auch zahlreiche andere Länder russisches Gas substituieren müssen.

Investments in Einzelwerte oder per Zertifikat

Anleger können in Unternehmen investieren, die vom LNG-Boom profitieren. Ein wichtiges Unternehmen ist Cheniere Energy (WKN 580884). Der US-Energiekonzern ist der größte LNG-Exporteur der Vereinigten Staaten. Das Geschäftsmodell: Das Unternehmen kauft Erdgas auf, verflüssigt es und verkauft es an ausländische Abnehmer. Ein Großteil des Absatzes ist durch langfristige Verträge gedeckt. Das sorgt für viel Sicherheit. Die frei verfügbare Menge kann Cheniere Energy zu hohen Preisen verkaufen und damit im aktuellen Umfeld seine Gewinne steigern.

Der Ölmulti Shell (WKN A3C99G) gehört zu den größten LNG-Händlern der Welt. Der Konzern beschäftigt sich seit 50 Jahren mit Flüssiggas. Er verfügt über ein weltweites Netz an LNG-Anlagen und unterhält 90 LNG-Schiffe. Damit stellt Shell 20 % der weltweiten Schiffskapazitäten im LNG-Bereich. Shell Deutschland betreibt derzeit 26 LNG-Tankstellen entlang der Hauptverkehrsrouten für den Straßengüterverkehr. Anleger sollten allerdings wissen, dass Shell rund 70 % seines Umsatzes nach wie vor mit Erdöl erzielt. Die Geschäfte laufen derzeit glänzend. Shell verbucht dank hoher Energiepreise Rekordgewinne.

Vom wachsenden Interesse an Flüssiggas profitiert auch Golar LNG (WKN 677102). Das Unternehmen sorgt für die Infrastruktur rund um Flüssiggas. Es betreibt zum einen Schiffe, die Erdgas verflüssigen (FLNG), aber auch solche, die es wieder in Gas umwandeln. Damit bietet Golar LNG genau die Dienstleistungen an, die im aktuellen Umfeld sehr gefragt sind.

Eine Alternative zum Investment in ein einzelnes Unternehmen ist ein breit streuendes Zertifikat. So wie zum Beispiel das Liquefied Natural Gas Basket Zertifikat (WKN VX92QA) von Vontobel. Das Zertifikat bildet die Wertentwicklung von 22 Unternehmen ab, die sich mit LNG beschäftigen. Das Spektrum reicht von Cheniere Energy über Siemens Energy (WKN ENER6Y) bis hin zu Linde (WKN A2DSYC). Linde ist bei LNG breit aufgestellt und deckt fast die gesamte LNG-Wertschöpfungskette ab. Enthalten sind aber auch kleinere, hoch spezialisierte Player wie die Antero Resources Corp (WKN A1W4U4).

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