Kryptowährungen Bitcoins auf der Achterbahn

Geldmünzen die auf dem Tisch und der Tastatur legen
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Mit Zertifikaten können Anleger einfach an der Wertentwicklung der extrem volatilen Kryptowährungen partizipieren.

Elon Musk kann mit seinen Tweets schon mal Milliardensummen bewegen. Im März tat der charismatische Chef von Tesla kund, dass Tesla Bitcoins für 1,5 Milliarden Dollar gekauft hätte. Außerdem könnten die Elektroautos künftig nicht nur mit Dollars, sondern auch mit Bitcoins bezahlt werden. An diesem Tag allein stieg der Kurs der bekanntesten Kryptowährung um 7 %. Über 60.000 US-Dollar war zwischenzeitlich ein Bitcoin wert, mehr als die günstige Variante des Tesla 3. Im Mai jedoch machte der Elektroautopionier einen Rückzieher, weil er angeblich plötzlich entdeckt hatte, dass das Bitcoin-Mining ja mit gigantischem Stromverbrauch verbunden sei.

Bezahlen per Bitcoin ist bei Tesla vorerst nicht mehr möglich. Dem Kurs der Kryptowährung gab das ebenso einen Rückschlag wie die Ankündigung Chinas, das Bitcoin-Mining eindämmen zu wollen. Vom Hoch im April hat sich der Bitcoin-Kurs annähernd halbiert. Dennoch liegt der Bitcoin-Kurs immer noch weit über dem Stand vom Sommer 2020. Vier Jahre nach dem ersten großen Hype sind Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether, Ripple erwachsener geworden und nicht mehr allein für Trader interessant. Zwar bezeichnet die Investorenlegende Warren Buffett den Bitcoin gern als „Rattengift“ und Jens Ehrhardt, Gründer von DJE Kapital, meint, „Bitcoin dürfte die größte spekulative Blase aller Zeiten sein“. Aber es gibt inzwischen durchaus seriöse Vermögensverwalter, die Kryptowährungen als Assetklasse in gemischte Portfolios einbauen: „Bitcoins sind ähnlich wie Gold weitgehend frei vom Einfluss der Notenbanken und werden zunehmend auch von Unternehmen akzeptiert“, erklärt Hendrik Leber, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Acatis Investment. „Zudem ist das Angebot begrenzt und die Nachfrage steigt – das spricht auf lange Sicht für steigende Kurse.“

Käufe und Verkäufe über das normale Wertpapierdepot abwickeln

Insbesondere bei risikoaffinen Tradern sind Kryptowährungen besonders beliebt. Ein Grund ist die hohe Volatilität – Tagesschwankungen von 5 % oder mehr sind eher die Regel als die Ausnahme. Allerdings benötigen Anleger für den echten Krypto-Handel ein elektronisches Portemonnaie (Wallet) und müssen auch Risiken wie Hackerangriffe oder Phishing-Attacken in Kauf nehmen. Notwendig sind diese Risiken nicht. Denn Investieren in Bitcoin und Co ist inzwischen auch über das normale Wertpapierdepot möglich. Die Schweizer Privatbank Vontobel bietet schon seit Jahren Bitcoin-Zertifikate an. Ein Open-End-Partizipations-Zertifikat (WKN VQ63TC) verbrieft dabei den Wert von 0,01 Bitcoin, umgerechnet in Euro. Eine größere Stückelung mit 0,05 Bitcoin bietet die schwedische XBT Provider AB (WKN A2CBL5). Bei diesem Papier handelt es sich um eine sogenannte Exchange Traded Note (ETN). Der Name ähnelt zwar dem bekannten ETF, in Bezug auf Konstruktion und Insolvenzschutz ähneln ETN und ETP (Exchange Traded Product) jedoch Zertifikaten.

Auch bei neueren Anbietern von Kryptoprodukten wie dem ETC Issuance GmbH ETN 20 (WKN A27Z30), dem 21Shares AG ETP (WKN A2T64E), dem WisdomTree Issuer X Ltd. ETP (WKN A3GKGK) und dem VanEck Vectors Bitcoin ETN – A (WKN A28M8D) sind die Stückelungen für kleinere Anlagebeträge geeignet. Neben Bitcoin sind auch andere große Kryptowährungen über Zertifikate handelbar. Bei XBT ist zum Beispiel ein Produkt auf die zweitwichtigste Kryptowährung Ether (WKN A2HDZ2) handelbar. Demnächst bietet comdirect auch mehr als zehn sparplanfähige ETPs zu verschiedenen Kryptowährungen und -baskets an. Wie die Bitcoins selbst unterliegen aber auch all die erwähnten Produkte extremen Schwankungen. Bei allen ETN, ETP und Zertifikaten besteht zudem als Schuldverschreibung ein Emittentenrisiko. Wenn die Emittenten zahlungsunfähig werden, können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten.

Interessante Anlagealternativen mit Insolvenzschutz

Eine Alternative zu Investitionen in die Kryptowährungen selbst und in Krypto-Zertifikate ist der Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF A (WKN A2PA3S). Der ETF bündelt Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die im Blockchain-Ökosystem Geld verdienen. Das sind vor allem Finanzdienstleister, Software- und Kommunikationsdienstleister oder Halbleiterproduzenten. Zu den am stärksten gewichteten Werten des ETF-Portfolios gehören MicroStrategy (WKN 722713), Monex Group (WKN A0B7CU) und HIVE Blockchain Technologies (WKN A2DYRG).

Der ETF ist anders als Bitcoin-Zertifikate ebenso insolvenzgeschützt wie der Mischfonds Acatis Datini Valueflex Fonds – A (WKN A1H72F), der von Hendrik Leber gemanagt wird. Zu den am höchsten gewichteten Werten im Portfolio gehören der Impfstoffproduzent Biontech, der Gesundheitskonzern Fresenius und der Grafikkartenspezialist Nvidia. Der zweitgrößte Posten sind Bitcoin-Zertifikate. „Bitcoin habe ich im Jahr 2016 für rund 500 Euro pro Stück gekauft und bisher nicht freiwillig verkauft“, erklärt Leber. Freiwillig nicht, aber zwischenzeitlich wurde er dazu gezwungen. Denn ohne die Gewinnmitnahmen hätten die Bitcoin-Zertifikate längst mehr als die gesetzlich erlaubten 10 % des Fondsvermögens ausgemacht.

Aktien, Fonds, ETFs, ETN, ETP und Partizipations-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei ETN und Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 04.08.2021; Quelle: comdirect.de