Kosmetikaktien Profitieren vom Schönheitsboom

Parfümerie und Kosmetika auf einem Schminktisch mit Spiegel und Licht, Make-up-Bürsten und Schmuck auf einem Tablett
© Daria Minaeva via Adobe Stock

Kosmetikaktien haben sich seit langem bewährt. Die Nachfrage nach Haut- und Haarpflegemitteln ist auch in Krisen ungebrochen.

„Nivea – für das Beste im Mann“ oder „L’Oréal – weil ich es mir wert bin“: Die Werbung für Hautpflegemittel und andere Kosmetik­produkte ist ikonisch. Die Treue der Kunden zu ihren Favoriten ebenso. Denn dass die Haut als größtes Organ des Körpers entsprechende Pflege braucht, wissen die Menschen schon seit Langem. Wer einmal seine Marke gefunden hat, bleibt ihr in der Regel treu – oder wechselt zu einem teureren Produkt aus demselben Konzern: „Nicht umsonst gehören Kosmetikaktien zu den bekanntesten und stabilsten Markenaktien“, erklärt der Kölner Vermögensverwalter Winfried Walter. „Wegen ihres stabilen Geschäftsmodells sind auch höhere Bewertungen an den Märkten gerechtfertigt.“

Kosmetik läuft (fast) immer

Kundentreue macht sich besonders in inflationären Zeiten bemerkbar. Denn dann ist die sogenannte Preissetzungsmacht wichtig. Kaum jemand wechselt schließlich die Hautcreme, weil sie 5 % teurer geworden ist. Kosmetikkonzerne können daher gestiegene Preise für Vorprodukte oder Energie relativ problemlos weitergeben. Zudem gehören Haut- und Körperpflegeprodukte zum Basiskonsum, an dem Menschen auch in schwierigen Zeiten nicht sparen wollen. Weltweit beträgt das Marktvolumen allein für dekorative Kosmetik aktuell rund 73 Milliarden US-Dollar. Bis 2025 soll es Prognosen zufolge auf 87 Milliarden Dollar steigen. Gesteigert wird die Nachfrage nach Kosmetik zudem durch den Boom der sozialen Medien. Zum einen legen die User Wert auf das perfekte Erscheinungsbild. Gute Creme und Schminke ersetzen so manchen Filter. Zum anderen gehören gerade Trends rund um die Kosmetik zu den großen Hits bei Instagram und Co. „Früher als in anderen Segmenten haben Kosmetikkunden neue Technologien wie Social Media für sich entdeckt, um sich zu informieren und um Beauty-Produkte zu kaufen“, erklärt Konsumgüterspezialist Stefan Rickert, Partner bei McKinsey.

Nivea steht für Beiersdorf

Deutschlands Nummer eins im Kosmetik- und Hautpflegesektor ist die Hamburger Beiersdorf AG (WKN 520000). Das bekannteste Produkt des 1882 gegründeten Unternehmens ist seit rund einem Jahrhundert die Marke Nivea. Rund um Nivea wird ein Großteil der Erlöse erzielt. Daneben hat Beiersdorf aber auch noch 8×4 oder Labello und hochpreisige Produkte der Marke Eucerin im Angebot, die vorrangig in Drogerien und Apotheken verkauft werden. Das zweite Standbein von Beiersdorf, die Klebstoffsparte rund um Tesa, ist eher konjunkturabhängig. Die Kosmetik aber liefert zuverlässig unabhängig von Konjunktur und Pandemie.

Estée Lauder profitiert vom Lipstick-Index

Der 1948 gegründete amerikanische Konzern Estée Lauder Companies (WKN 897933) bedient im Durchschnitt ein höheres Preissegment als Beiersdorf. Das Produktportfolio umfasst Haut- und Haarpflegeprodukte, Make-up und Parfüms. Die bekanntesten Marken des Konzerns sind Estée Lauder, Aramis und Bobbi Brown. Im Geschäftsjahr 2021 (zum 30.06.2021) konnte der Konzern seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr auf den neuen Rekordwert von fast 2,9 Milliarden US-Dollar mehr als vervierfachen. Diese Top-Zahlen bestätigen die Erfahrungen, die Estée Lauder schon vor 20 Jahren in der Rezession nach den Anschlägen auf das World Trade Center machte: In Krisenzeiten sparen Konsumenten keineswegs an den kleinen Freuden des Alltags. „Lippenstift ist ein Stück Luxus, das man sich immer leisten kann“, sagt Konzernchef Fabrizio Freda.

L’Oréal überzeugt mit Kontinuität

Die französische L’Oréal (WKN 853888) gehört zu den weltweit größten Kosmetikkonzernen und ist mit mehr als 40 Marken in rund 150 Ländern vertreten. L’Oréal ist in allen Segmenten präsent – beim Durchschnittskonsum und in der Luxusklasse, in Apotheken und bei den Profis in Haar- und Kosmetikstudios. Zum Konzern gehören so bekannte Namen wie Biotherm, Garnier, Lancôme oder Maybelline. Neben dem traditionell starken europäischen Standbein wächst L’Oréal seit Jahren besonders in den Emerging Markets. Seit vielen Jahren zeigt der Aktienkurs von L’Oréal nahezu konstant aufwärts. Im französischen Standardwerteindex CAC 40 ist das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von knapp 200 Milliarden Euro der zweitwichtigste Wert nach dem Luxuskonzern LVMH (WKN 853292).

Breit investieren

Die meisten Kosmetikaktien gehören dem defensiven Spektrum an. Gleichwohl kann es bei Einzelwerten durchaus zu Ausreißern kommen. Anleger können aber auch breit in den Sektor investieren. So sind neben Lebensmitteln und Haushaltsprodukten Kosmetik­aktien im Xtrackers MSCI World Consumer Staples UCITS ETF (WKN A113FG) hoch gewichtet. Der GAM Multistock – Luxury Brands Equity – C EUR ACC Fonds (WKN A0NCNU) enthält in den Top-Ten-Positionen gleich drei Aktien aus dem hochpreisigen Kosmetiksegment – Estée Lauder, LVMH und L’Oréal. Ganz fokussiert auf Haut- und Körperpflegemittel setzen Anleger auf den noch jungen Skincare & Cosmetics Index, den das Schweizer Bankhaus Vontobel mit dem Indexanbieter Solactive kreiert hat. Der Index enthält ausschließlich Unternehmen, die im Bereich von Hautpflege- und Kosmetikprodukten tätig sind. Neben Beiersdorf, Estée Lauder, LVMH und L’Oréal sind unter anderem der US-Konsumgigant Procter & Gamble (WKN 852062) und der deutsche Duftstoff-Spezialist und DAX-Aufsteiger Symrise (WKN SYM999) enthalten. Das Vontobel-Zertifikat (WKN VX28LK) bildet die Wertentwicklung nahezu eins zu eins ab. Die Nettodividenden werden angerechnet und die Zusammensetzung regelmäßig überprüft. Die Gebühr beträgt 1,2 % p. a.

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