Jahresausblick 2026 – Skilift inmitten beschneiter Berge und Tannen im Abendrot.
Jahresausblick 2026 – Skilift inmitten beschneiter Berge und Tannen im Abendrot.
© Kavita via Adobe Stock

Börsenausblick 2026: Unter Schwankungen aufwärts

  • Deutschlands Konjunktur gewinnt endlich wieder an Fahrt.
  • USA erwarten im kommenden Jahr deutliche Leitzinssenkungen.
  • Die Emerging Markets könnten ihre Aufholjagd fortsetzen.

Donald Trump hat politisch und wirtschaftlich das Jahr 2025 bestimmt. Die Börsen reagierten zwischenzeitlich mit heftigen Schwankungen auf seine Entscheidungen. Zum Ende hin jedoch sieht die Bilanz gut aus. Der DAX machte rund 20 % gut, der Euro STOXX 50 nur unwesentlich weniger und auch die US-Technologiebörse NASDAQ und der marktbreite S&P 500 legten deutlich 2-stellig zu. Zugleich hat sich die Inflation in den wichtigsten Industriestaaten zwischen 2 % und 3 % stabilisiert, die Leitzinsen befinden sich im Abwärtstrend. In Palästina scheint sich die Situation zunehmend zu beruhigen, während die Lage in der Ukraine weiterhin komplex ist, sich jedoch entscheidende Entwicklungen ankündigen könnten. Grund genug für die meisten Expertinnen und Experten, optimistisch auf das kommende Jahr zu schauen: „Der positive Börsentrend dürfte erst einmal anhalten“, glaubt Daniel Hartmann, Chefvolkswirt des Asset Managers Bantleon. „Wir erwarten in den nächsten Monaten eine Reihe von positiven Konjunkturüberraschungen. Das sollte die Gewinne der Unternehmen beflügeln.“

Weltwirtschaft wird wieder wachsen

Der ökonomische Ausblick auf 2026 ist recht positiv. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet für die Weltwirtschaft im kommenden Jahr ein Wachstumsplus von rund 3 %. Für die USA werden 1,7 % erwartet, in Europa sollen es 1,2 % werden. Vor allem aber traut die OECD auch Deutschland nach 3 Jahren Stagnation ein Wachstum von 1,0 % zu. Im Jahr danach sollte das Wachstum dann mit 1,5 % sogar höher ausfallen als im EU-Durchschnitt. Dabei spielen stark steigende öffentliche Investitionen und Verteidigungsausgaben eine große Rolle. Auch Tilmann Galler, Kapitalmarkstratege von J.P. Morgan, konstatiert für Deutschland und die Weltwirtschaft einen kräftigen Rückenwind: „Noch nie zuvor haben wir Haushaltsdefizite oder Zinssenkungen in diesem Ausmaß außerhalb von Rezessionen erlebt. Diese fiskal- und geldpolitischen Anreize werden das Wachstum in den USA, Europa und Asien ankurbeln.“ Entsprechend rechnet J.P. Morgan auch für das kommende Jahr mit steigenden Kursen.

USA mit Schub der sinkenden Leitzinsen

„Zwischenzeitlich könnte es wegen aufflackernder Inflationsängste oder Zweifeln an der KI-Rally immer wieder volatil werden“, sagt Michael Reuss, Vorstand der Vermögensverwaltung HRK LUNIS. Zunächst einmal aber stehen die Zeichen auf Wachstum. Ein wichtiger Grund: die sinkenden Leitzinsen, die traditionell die Aktienmärkte stützen. Vor allem die Vereinigten Staaten dürften vom Rückenwind der Zinsen profitieren. Denn während der Rest der Welt im Zinssenkungszyklus schon weit fortgeschritten ist, haben die USA noch einiges vor sich: „Nach den 11 Zinserhöhungen seit 2022 hat die Fed jetzt bis 2027 auf Zinsumkehr geschaltet“, analysiert Robert Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank. „Das kommt Aktien von Industrie- und Exportwerten zugute.“

Entscheidend für die Entwicklung der großen US-Indizes dürfte jedoch in erster Linie die weitere Entwicklung der KI-Branche sein. Robert Halver bleibt vorsichtig optimistisch: „KI wird gebraucht, selbst wenn sich die märchenhaften (Aktien-)Zeiten nicht bedingungslos fortsetzen.“ Der Großteil der Investmentsummen für KI-Projekte komme von Unternehmen wie Microsoft, Alphabet oder Amazon, die ihre Ausgaben aus den laufenden Einnahmen und nicht aus Krediten stemmen. Auch die Kurse der Unternehmen aus dem Basis- und zyklischen Konsum könnten wieder anspringen. Sie litten in diesem Jahr unter dem sinkenden Konsumvertrauen der US-Bürger, die hohe Zinsen für Immobilienkredite und steigende Preisen stemmen müssen. Vor den Zwischenwahlen im Herbst 2026 wird Donald Trump alles tun, um die Kaufkraft zu stabilisieren und Optimismus zu schüren. Davon dürften Konsumklassiker wie Coca-Cola, McDonald’s oder Visa profitieren.

Überraschungskandidaten Europa und Deutschland

Europa sieht Vermögensverwalter Michael Reuss im kommenden Jahr als potenziellen Überraschungskandidaten. Mit zunehmendem Wachstum könnten zuletzt vernachlässigte Branchen wieder in den Blickpunkt rücken. Neben den günstigen Pharmawerten wie den Schweizer Novartis und Roche sind auch Maschinenbauer wie der DAX-Aufsteiger GEA Group, die Krones AG oder die Schweizer ABB attraktiv bewertet. Von einem positiven Schub in der Weltwirtschaft würde auch die seit Längerem schwächelnde Chemieindustrie mit Werten wie BASF oder AkzoNobel profitieren. Besonders ausgeprägtes Nachholpotenzial haben die deutschen und europäischen Small und Mid Caps. Sie sind zumeist auf den europäischen Binnenmarkt ausgerichtet und profitieren von den aufgelegten Infrastrukturprogrammen. Christoph Ohme, Leiter Deutsche Aktien bei ODDO BHF Asset Management, setzt auf eine Erholungsrally bei den kleineren Unternehmen: „Small und Mid Caps sind nicht nur günstiger bewertet, sondern punkten mit höheren Wachstumsraten und starker Innovationskraft“, erklärt Ohme.

Schwellenländer können Renaissance fortsetzen

Mit Ausnahme von Indien hatten es die Emerging Markets in den vergangenen Jahren schwer. „Erst 2025 haben sich Schwellenländeraktien stark entwickelt und globale Aktien übertroffen“, erklärt Tom Wilson, Head of Emerging Market Equities bei der britischen Fondsgesellschaft Schroders. Die Schwäche des US-Dollars und die weiterhin günstigen Bewertungen sind für ihn Anzeichen, dass sich dieser Trend im kommenden Jahr fortsetzt. Zudem profitieren vor allem die asiatischen Wachstumswerte von einem überlegenen Wirtschaftswachstum. Und eine globale Lockerung der Geldpolitik sollte zusätzliches Kapital in südostasiatische Märkte lenken. Wenn sich das chinesisch-amerikanische Handelsabkommen als stabil erweist, könnte auch die chinesische Börse ihre Erholung fortsetzen. Die chinesischen Tech-Werte wie Tencent oder Alibaba sind trotz der Erholung im Jahr 2025 immer noch weit von den Bewertungen ihrer amerikanischen Pendants entfernt.

Gezielt investieren mit ETFs und Fonds

2025 war an der Börse ein durchaus erfolgreiches Jahr. Wenn Anlegerinnen und Anleger auf mittelfristig weiter steigende Kurse setzen, können sie mit kostengünstigen ETFs investieren. Dafür stehen bei comdirect rund 3000 ETFs von renommierten Anbietern zur Verfügung. Anlegende können dabei gezielt auf große globale Indizes, nachhaltige Varianten dieser Indizes, regionale oder Branchenvarianten sowie aktiv gemanagte ETFs setzen. Eine Alternative zu reinen Aktien-ETFs sind offensive Mischfonds auf ETF-Basis. Dazu gehören der Global Portfolio One und der ARERO Weltfonds, die seit Jahren zu den beliebtesten Fonds im Umsatzranking bei comdirect zählen.

Gezielt auf einzelne Anlagesegmente können Anlegerinnen und Anleger auch zum Beispiel mit aktiv gemanagten Fonds setzen. Zu den global investierenden Fonds zählt der JPMorgan Investment Funds-Global Dividend Fund – A. Er investiert weltweit in aussichtsreiche Aktien mit überdurchschnittlicher Ausschüttung. Regionale Schwerpunkte sind ebenfalls möglich: Der Comgest Growth Europe und der Nordea 1 European Stars Equity Fund – BP investieren in europäische Qualitätsaktien mit starkem Wachstumsanspruch, beim AB SICAV I American Growth Portfolio – A und beim JPMorgan Funds-US Growth Fund – A USD ACC stehen nordamerikanische Technologiewerte im Fokus. Der Morgan Stanley Emerging Leaders ist auf Schwellenländer weltweit spezialisiert, der JPMorgan Funds-Pacific Equity Fund – A USD und der Invesco Asian Equity Fund – A EUR konzentrieren sich in diesem Segment auf asiatische Werte. Die Small und Mid Caps, denen viele Expertinnen und Experten für das kommende Jahr eine Aufholjagd zutrauen, können Anlegerinnen und Anleger über den Lupus alpha Smaller German Champions – A EUR DIS abdecken.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 15.12.2025; Quelle: comdirect.de

Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängigem Finanzexperten
Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängigem Finanzexperten
Autor
Michael Reitz
Der Diplom-Volkswirt beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem internationalen Börsengeschehen. Seine ersten schmerzhaften Erfahrungen hat er beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gemacht.
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