- „Champions haben in den letzten 10 Jahren überdurchschnittliche Gesamtrenditen erzielt.“
- „Ohne eine attraktive Gesamtrendite nützen hohe Dividendenausschüttungen wenig.“
- „Stetig steigende Ausschüttungen werden nicht dauerhaft vergessen.“


Jochen Appeltauer ist seit 2001 für die boerse.de Group AG tätig. Der Diplom-Kaufmann ist Chefredakteur des „boerse.de-Aktienbrief“ und Head of Aktienselektion. Boerse.de ging als Europas erstes Finanzportal 1994 an den Start. Die boerse.de Vermögensverwaltung GmbH managt den boerse.de-Aktienfonds, den boerse.de-Weltfonds, den boerse.de-Technologiefonds sowie seit 2023 den boerse.de-Dividendenfonds (WKN TMG4DA).
Herr Appeltauer, sind Dividendenfonds in Zeiten von KI-Boom, „MAG 7“ und „MANGOS“ nicht ein Anachronismus?
Nein, überhaupt nicht. Der Begriff Dividendenfonds mag für den ein oder anderen nach langweiligen Unternehmen klingen. Aber wir investieren in absolute Qualitätswerte, die in den vergangenen Jahren weit überdurchschnittliche Renditen erzielt haben. Dass sie zudem konstant Dividenden zahlen, ist ein zusätzliches Qualitätsmerkmal. Zudem sind in unserem Dividendenfonds einige Unternehmen vertreten, die vom KI-Boom profitieren. In Produktionsprozessen sorgt KI für vielfältige Optimierungen. In Rechenzentren braucht man Strom und Kühlung – geliefert von Unternehmen aus der vermeintlich langweiligen Old Economy. Daran können Anlegerinnen und Anleger partizipieren und regelmäßige Ausschüttungen erhalten, die seit dem Start des Fonds bei 1 % pro Quartal liegen.
Welche Kriterien müssen die Aktien erfüllen, um in den Fonds aufgenommen zu werden? In welchen Branchen werden Sie besonders oft fündig?
Zum einen investieren wir in die sogenannten Champions. Das sind Aktien, die den Anlegerinnen und Anlegern in den vergangenen 10 Jahren konstant weit überdurchschnittliche Gesamtrenditen beschert haben. Zudem müssen sie natürlich regelmäßige Ausschüttungen vorweisen. Diese Champions machen 80 % des Fondsportfolios aus, darunter auch Tech-Unternehmen wie Texas Instruments oder die Netzwerktechniker von Broadcom. Die anderen 20 % sind Aktien, die bei ordentlicher Rendite eine überragende Historie als Dividendenaktien vorweisen, zum Beispiel Procter & Gamble. Ein Fokus des Fonds liegt im Finanzsektor. Hier sind Versicherungen wie Allianz, Münchener Rück, Talanx und Swiss Re stark vertreten. Der zweite Schwerpunkt ist der Sektor „Handel, Konsum und Ernährung“ mit Werten wie McDonald’s oder Lindt & Sprüngli. Rohstoff- und Energiewerte sind trotz zuletzt guter Performance wegen ihrer stark schwankenden Ergebnisse kaum vertreten.
Welche Rolle spielen die sogenannten Dividendenaristokraten für Sie? Was zeichnet sie aus?
Ohne eine attraktive Gesamtrendite nützen hohe Dividendenausschüttungen wenig. Deshalb ist das Champions-Kriterium enorm wichtig. Andererseits: Stetig steigende Ausschüttungen wie bei den Dividendenaristokraten werden am Markt vielleicht mal für längere Zeit ignoriert, aber nicht dauerhaft vergessen. So hat Parker Hannifin, ein Maschinenbauer aus den USA, in den vergangenen 70 Jahren seine Dividenden stetig erhöht und in den vergangenen 10 Jahren Anlegerinnen und Anlegern 21 % Rendite pro Jahr beschert. Auch der Dividendenaristokrat Walmart erzielte 16 % pro Jahr. Eine Dividendenstrategie, die auf solche Qualitätswerte setzt, mag weniger spektakulär als Technologieinvestments sein. Qualität mit Dividende setzt sich aber dauerhaft durch.
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Bei diesem Interview handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wiedergibt. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Stand: 12.08.2026; Quelle: comdirect.de
