Infrastruktur Klimawende fördert alternative Energien

Hochspannungsmasten und Windräder unter blauem Himmel
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Eine Infrastruktur ist die Basis für eine moderne Wirtschaft. Insbesondere bei der Stromversorgung stehen enorme Investitionen an.

Beim Klimagipfel in Glasgow wurde einmal mehr deutlich: Ohne enorme Investitionen in die grüne Infrastruktur ist die Erwärmung der Erde nicht zu stoppen. Zudem zeigte sich während der Corona-Virus-Krise, dass auch die reale Basis der Wirtschaft mit Straßen und Gebäuden und die digitale Basis mit flächendeckendem Internet extrem erneuerungsbedürftig sind. Die weltweit beschlossenen Konjunkturprogramme dürften für einen Push bei der nachhaltigen Modernisierung sorgen: „In den nächsten Jahren wird sehr viel Geld in die Modernisierung und den Ausbau von Straßen, Häfen, in intelligente Stromnetze und in die energetische Sanierung von Gebäuden fließen. Gleichzeitig geht der Trend zur Dekarbonisierung weiter“, erklärt Uwe Wiesner, Vermögensverwalter bei der Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft in Berlin. „Von dem Geld profitieren viele Unternehmen.“

Infrastruktur als Stabilitätsanker

Eine funktionierende Infrastruktur ist die Basis für eine moderne Wirtschaft. Grundsätzlich haben Unternehmen aus der Infrastrukturbranche ein anderes Ertragsprofil als normale Dienstleister. Sie liefern äußerst stabile Erträge, denn die Grundbedürfnisse müssen immer gedeckt werden. Zur Basisinfrastruktur gehören etwa Pipelines und Stromnetze, Verkehrswege, Satellitensysteme und Sendetürme. Sie werden meist im Auftrag von Staaten und Regierungen von Unternehmen erbracht, die im Gegenzug langfristige Nutzungs- und Dienstleistungsverträge schließen. Wegen ihrer Monopolstellung und den stabilen Einnahmen zahlen Infrastrukturunternehmen regelmäßig überdurchschnittliche Dividenden. Auch in konjunkturell schwachen Zeiten brechen ihre Gewinne selten ein. Das sorgt für geringere Volatilität und auch gegen Inflation sind viele Werte wenig anfällig: „Bei einigen Sektoren wie Stromnetzen oder Mautstraßen gibt es sogar Garantien für die Vergütungsstruktur“, erläutert Johannes Maier, Fondsmanager des Bantleon Select Infrastructure. „Das bedeutet: Bei höheren Inflationsraten werden die Gebühren angepasst.“

Infrastrukturaktien haben in der Corona-Phase die Stabilitätserwartungen erfüllt. Ihre Einnahmen, Gewinne und Aktienkurse entwickelten sich im Durchschnitt konstanter als der breite Markt. Insbesondere Unternehmen der digitalen Infrastruktur wie die Betreiber von Telekomtürmen und Versorger waren gegen den Trend gefragt. Eine Ausnahme war das Transportsegment. Flughäfen, Häfen und Schienenbetreiber litten unter den weltweiten Lockdowns. Diese Ausnahmesituation hat sich allerdings wieder weitgehend beruhigt. „Die zwischenzeitlichen Kurseinbrüche haben sich letztlich als gute Einstiegsgelegenheit erwiesen und inzwischen haben viele Transportwerte bereits wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht“, erklärt Maier.

Klimawende fördert grüne Versorger

Aussichtsreicher als Transportwerte werden von den meisten Experten allerdings mittelfristig Unternehmen eingeschätzt, die sich mit digitaler und energetischer Infrastruktur beschäftigen. Der neue 5G-Mobilfunkstandard etwa sorgt für Investitionen in Telekomtürme, von denen die spanische Cellnex (WKN A14RZD) oder die American Tower Corporation (WKN A1JRLA) stark profitieren dürften. Das Ziel der Klimaneutralität pusht Versorger, die sich den erneuerbaren Energien zuwenden: „Die Energiewende bietet enorme Wachstumschancen für Unternehmen aus dem Sektor der erneuerbaren Energien“, sagt Alex Araujo, Fondsmanager des M&G Global Listed Infrastructure Fund – A EUR ACC (WKN A2DXT8). Auch Johannes Maier sieht nach dem für grüne Versorger und Produzenten eher schwachen Jahr 2021 großes Aufholpotenzial: „Die bisherigen Maßnahmen zur Klimawende reichen bei Weitem nicht aus. Von höheren CO2-Preisen dürften Umweltdienstleister, Recycling-Spezialisten, Wasseraufbereiter und grüne Energieversorger profitieren.“

Von der Klimawende profitieren Hersteller von Windrädern und Windparks wie die dänischen Unternehmen Vestas (WKN A3CMNS) und Oersted (WKN A0NBLH). Allerdings müssen sie sich auch mit starken Konkurrenten messen. Weniger volatil erscheinen Alex Araujo daher Versorger, die ihre mehr oder weniger großen Monopolgebiete von konventioneller Stromversorgung auf alternative Energieträger umstellen. Der italienische Energieversorger Enel (WKN 928624) etwa gehört zu den Pionieren bei erneuerbaren Energien. Enel ist in Italien und Südeuropa führend, aber auch in Südamerika sehr präsent. Das Unternehmen setzt auf eine Dekarbonisierung, bereits 2030 will es rund 80 % des produzierten Stroms aus Wind- und Solarkraft gewinnen und zudem das größte europäische Ladestationen-Netz für Elektromobilität aufbauen. Der aktuell weltweit größte Produzent von Wind- und Solarenergie ist die amerikanische NextEra Energy (WKN A1CZ4H). NextEra setzt auf saubere Energien und Erdgas und hat zudem mehr Energiespeicherkapazitäten als jedes andere US-Unternehmen.

Investieren per Fonds und ETF

Neben Einzelwerten können Anleger per Fonds und ETFs in börsengelistete Infrastruktur investieren. Der iShares Global Infrastructure UCITS ETF – USD DIS ETF (WKN A0LEW9) enthält 100 Aktien und ist aktuell mit über 60 % in den USA investiert. Ein Schwerpunkt ist die Energiebranche mit Aktien wie NextEra Energy und die American Tower Corporation als Provider von Funkmasten. Auch die Eisenbahngesellschaft Union Pacific (WKN 858144) ist stark vertreten. Global ausgewogener und mit einem stärkeren Fokus auf Europa und die Emerging Markets investiert der Xtrackers S&P Global Infrastructure Swap UCITS ETF – 1C USD ACC ETF (WKN DBX1AP). Am stärksten gewichtet sind hier das kanadische Pipeline-Unternehmen Enbridge (WKN 885427), NextEra Energy (WKN A1CZ4H) und die australische Baufirma Transurban Group (WKN 917177).

Auch bei den Fonds gibt es unterschiedliche Schwerpunkte. Zu den erfolgreichsten gehörten in den vergangenen Jahren die weltweit investierenden Produkte. Der DWS Invest Global Infrastructure – LC USD ACC Fonds (WKN DWS0Q5) gehört schon seit Jahren zu den Platzhirschen. Global besonders breit aufgestellt ist der La Française Systematic Global Listed Infrastructure – R (WKN 976334), der mit unter 30 % in den USA unterdurchschnittlich aufgestellt ist. Auf die Schwellenländer hat sich der Aberdeen Standard SICAV I – Emerging Markets Infrastructure Equity – S USD ACC Fonds (WKN A1C646) konzentriert. Zu den jüngeren Fonds gehört der Bantleon Select Infrastructure (WKN A2PH94). Der M&G (Lux) Global Listed Infrastructure Fund – A EUR ACC (WKN A2DXT8) von Alex Araujo schließlich ist bei comdirect auch im Sparplan erhältlich.

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