Infrastruktur: Investitionen gegen die Inflation

Infrastruktur
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Sichere Erträge, automatische Preisanpassungen und die anstehende Klimawende sprechen für Unternehmen aus der Infrastrukturbranche.

Im August dieses Jahres hatte es US-Präsident Joe Biden endlich geschafft. Nach dem Senat billigte auch das Repräsentantenhaus seinen Klimaschutzplan. Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf vom November 2021 ist das Paket zwar deutlich geschrumpft. Aber trotzdem sind die 375 Milliarden US-Dollar, die über zehn Jahre die Wende von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien vorantreiben sollen, die größte jemals vom Kongress gebilligte Klimainvestition. Schon einige Wochen zuvor bei einem Treffen auf Schloss Elmau hatten die G7-Nationen ein Investitionsprogramm von 600 Milliarden US-Dollar für den globalen Ausbau der Infrastruktur in Entwicklungsländern beschlossen. „Investitionen in Infrastruktur stehen vor einem Superzyklus“, vermutet denn auch Johannes Maier, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Bantleon.

Zur Infrastruktur gehören Energienetze für Öl, Gas und Strom, Satellitensysteme und Sendetürme, Seehäfen oder Eisenbahnlinien. Unternehmen bauen und betreiben solche Projekte im Auftrag von Staaten und Regionen. Der Vorteil für die Unternehmen: In der Regel haben sie keine Konkurrenz. Daher sind sie kaum von Rohstoffpreisen und der Konjunkturentwicklung abhängig. „Bei regulierten Anlagen wie Transport und Verteilung von Wasser, Strom und Gas legt eine Aufsichtsbehörde fest, wie viel Umsatz ein Unternehmen mit seinen Vermögenswerten erzielt“, erklärt Shane Hurst, Fondsmanager bei ClearBridge Investments. Dieser Mechanismus führt zu sehr stabilen Einnahmen.

Infrastruktur als Inflationsschutz

Aktuell machen zwei weitere Gründe Infrastruktur besonders attraktiv. Zum einen die hohe Inflation: Bei einer Geldentwertung von annähernd 10 % bieten Infrastrukturinvestments Schutz. Denn Preissteigerungen werden in den Verträgen meist automatisiert angepasst. Das gilt für Strom- und Gasversorger, aber auch für Betreiber von Mautstraßen. Selbst wenn es keine solchen Anpassungsklauseln gibt, können die Betreiber von Infrastruktur­projekten ihre Preise ohne große Probleme erhöhen. Denn ihre Dienste sind in der Regel unverzichtbar. Selbst bei hoher Inflation oder in der Rezession benötigen Wirtschaft und Private Strom, Gas und Wasser, Telekommunikations­türme oder auch mautpflichtige Autobahnen. Davon profitieren zum Beispiel etwa Cellnex Telecom (WKN A14RZD), der spanische Spezialist für Telekommunikations­türme, oder der französische Autobahnbetreiber Vinci (WKN 867475).

Zudem benötigt die globale Klimawende Investitionen in neue Infrastrukturprojekte. Die jährlichen Investitionen im Energiesektor werden nach Einschätzung von Fondsmanager Shane Hurst von jährlich 760 Milliarden US-Dollar weltweit vor der Corona-Pandemie auf etwa 2,5 Billionen US-Dollar im Jahr 2030 steigen – rund die Hälfte davon dürfte in die Solar- und Windbranche fließen. Von der Klimawende profitieren diejenigen Versorger, die heute schon stark auf alternative Energien setzen. Dazu gehören die spanische Iberdrola (WKN A0M46B) und die italienische Enel (WKN 928624). In den USA ist NextEra Energy der führende Anbieter von alternativen Energien (WKN A1CZ4H). Von der Klimawende dürften mittelfristig auch die Hersteller von Windrädern wie der Weltmarktführer Vestas (WKN A3CMNS) oder die deutsche Nordex (WKN A0D655) profitieren, die zuletzt unter der Covid-Pandemie und Lieferkettenproblemen gelitten haben.

Breit investieren mit Fonds und ETFs

Anleger können mit aktiv gemanagten Fonds und ETFs in börsengelistete Infrastrukturunternehmen investieren. Bei den Fonds gibt es verschiedene regionale und globale Ansätze. Der DWS Invest Global Infrastructure – LC USD ACC Fonds (WKN DWS0Q5) gehört mit einem Volumen von über drei Milliarden Euro zu den ältesten Infrastrukturfonds. Ähnlich groß ist der M&G (Lux) Global Listed Infrastructure Fund – A EUR ACC (WKN A2DXT8), der bei comdirect im Sparplan erhältlich ist. Mit 30 bis 60 Werten hat der Legg Mason ClearBridge Infrastructure Value Fund – A EUR ACC (WKN A2AP7B) ein sehr konzentriertes Portfolio. Zu den jüngeren Fonds gehört der Bantleon Select Infrastructure (WKN A2PH94), der vor allem in Europa investiert.

Der iShares Global Infrastructure UCITS ETF – USD DIS ETF (WKN A0LEW9) enthält rund 100 Aktien. Er ist aktuell mit nahezu zwei Dritteln des Vermögens in den USA investiert. Versorger machen 30 % des Portfolios aus. Am höchsten gewichtet ist NextEra Energy. Die Eisenbahngesellschaft Union Pacific (WKN 858144) ist ebenfalls stark vertreten. Nur rund 40 % des Vermögens sind hingegen beim Xtrackers S&P Global Infrastructure Swap UCITS ETF – 1C USD ACC ETF (WKN DBX1AP) in den USA angelegt. Im Gegenzug sind die europäischen Staaten deutlich stärker vertreten. Ein eher gebremstes Risiko geht der SPDR Morningstar Multi-Asset Global Infrastructure UCITS ETF (WKN A12EAR) ein. Bei einem Volumen von über einer Milliarde US-Dollar berücksichtigt er Aktien und Anleihen zu jeweils rund 50 %.

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