Inflation Was tun gegen die Teuerung?

Eine Frau, die Bargeld aus ihrem Portmonee holt
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Die Inflation dürfte auch im laufenden Jahr höher liegen als lange Zeit gewohnt. Mit Sachwerten wie Aktien können sich Anleger wappnen.

Es bleibt happig: Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 4,9 %, wie das Statistische Bundesamt auf Basis einer ersten Schätzung mitteilte. Und der Preisdruck könnte durchaus noch stärker ausfallen, wie der jüngst ausgeschiedene Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnte: „Für die Inflationsrate überwiegen im Euro-Raum insgesamt die Aufwärtsrisiken.“

Frau mit Brille nachdenklich denkt nach hält roten Kugelschreiber an die Lippen
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Wir fragen unsere Leser: Erwarten Sie für das laufende Jahre weiter steigende Inflationsraten oder wird es Entspannung an der Preisfront geben?

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Zwar laufen nach Einschätzung von Markus Richert, Finanzplaner bei der Kölner Vermögens­verwaltung Portfolio Concept, 2022 einige Sondereffekte wie die Energiepreissteigerungen und die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer aus: „Aber die Ausläufer der Pandemie werden weiterhin preistreibend sein.“ Deshalb hält er mittelfristig Inflationsraten von 2 bis 4 % in Deutschland für möglich. Ein geeignetes Mittel, der erwarteten Teuerung ein Schnippchen zu schlagen, sind Aktien und Aktienfonds. Diese Ansicht vertritt Richert wie auch die über­wälti­gende Mehrheit von 700 deutschen Vermögens­verwaltern. Sie wurden vom Deutschen Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) in Kooperation mit der Fondsgesellschaft DWS zu ihren Favoriten gegen Inflation befragt. Auf Platz eins landeten Aktien mit über 90 %; mit großem Abstand folgten Immobilien (56 %) sowie Gold und andere Edelmetalle (55 %).

Preissetzungsmacht als oberste Priorität

Die Analysten von BCA Research, einem führenden unabhängigen Anbieter von Investment Research, sehen mittelfristig wenig Hoffnung auf Besserung der Inflationslage. Die Gründe: Der zunehmende Arbeitskräftemangel dürfte in vielen Bereichen der Wirtschaft für steigende Löhne sorgen. Zudem bestehen auch im neuen Jahr weiterhin Probleme bei den Lieferketten. Und schließlich: Kurz- und mittelfristig dürften auch die Konjunkturprogramme inflationssteigernd wirken, mit denen die Länder jetzt und in den kommenden Jahren für mehr Wachstum und Nachhaltigkeit sorgen wollen.

Wenn Anleger zum Schutz vor Inflation verstärkt auf Aktien setzen wollen, raten Banken wie Goldman Sachs oder die UBS zu Unternehmen mit starken Marken und ausgeprägter Preissetzungs­macht. Zwar müssen auch sie mittelfristig mit höheren Arbeits- und Rohstoffkosten klarkommen. In der Regel kompensieren sie die zusätzlichen Ausgaben allerdings, indem sie die Preissteigerungen an ihre Kunden weiterreichen. Die Schweizer UBS zählt zu diesen Firmen beispielsweise den Technologiekonzern Apple (WKN 865985). iPhones verkaufen sich weitgehend unabhängig vom Preis. Auch die Freizeitmodemarke Nike (WKN 866993) muss kaum um den Absatz fürchten, wenn sie den Preis für trendige Sneaker um zehn US-Dollar erhöht.

USA vor Zinserhöhung?

Mittel- bis langfristig führen höhere Inflationserwartungen zu höheren Zinsen. In Europa scheint diese Gefahr zwar aktuell noch relativ gering. „Eine Zinserhöhung im Jahr 2022 ist unter den gegenwärtigen Umständen sehr unwahrscheinlich“, erklärte Christine Lagarde im Anschluss an die EZB-Sitzung Mitte Dezember 2021. Das halten Experten inzwischen jedoch längst nicht mehr für sicher. Deutlich konkreter ist ein solches Szenario bereits in den USA. Hier wird für 2022 inzwischen mit drei oder vier Zinsanhebungen durch die amerikanische Notenbank (Fed) gerechnet. „Anleger sollten diese Entwicklung unbedingt im Auge behalten“, mahnt David Kostin, Chief U.S. Equity Strategist bei Goldman Sachs.

Traditionell leiden unter Zinserhöhungen vor allem Wachstums­unternehmen, die noch keine Gewinne erwirtschaften. Deshalb setzt Experte Kostin eher auf Mid und Large Caps mit erwarteten Umsatzsteigerungen von mehr als 15 % und prognostizierten Margen von mindestens 20 %. Erfüllt werden diese Bedingungen seiner Einschätzung nach z. B. von Mastercard (WKN A0F602).

Geballt gegen Preissteigerungen investieren

Einzelwerte bieten nicht nur Chancen, sondern sie bergen auch erhebliche Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Eine Alternative zum Stock-Picking könnten die 25 Top‐Preis Fonds von comdirect sein. Sie sind ohne Ausgabeaufschlag im Sparplan und in der Einmalanlage erhältlich (alle Konditionen zu den Top-Preis Fonds finden Sie hier). Einige Top-Preis Fonds fokussieren sich auf besonders inflationsresistente Branchen und Trends. Dazu gehören der DPAM Invest B Equities World Sustainable (WKN A0JMB5) und der Pictet‐Global Megatrend Selection‐P (WKN A0X8JZ) für die globalen Aktienmärkte oder der Morgan Stanley Investment Funds Emerging Leaders Equity Fund – A (WKN A1J2X6) für die asiatischen Schwellenländer.

Gleich in eine ganze Palette an Aktien mit hoher Preissetzungsmacht können auch Käufer eines Open-End-Partizipations-Zertifikats (WKN VX3DCQ) auf den Vontobel Inflation Influenced Index investieren. Der Index setzt auf Rohstoff-ETF und Unternehmen, die mehr als 50 % ihres Umsatzes als Marktführer in Sparten mit geringem Wettbewerb wie etwa in der Pharmazie oder im Telekomsektor erwirtschaften. Darüber hinaus ist die Umsatzmarge bei der Titelauswahl ein wichtiger Indikator. Da sich die Inflation ständig verändert, ist auch die Index-Zusammensetzung nicht starr. Sie ändert sich je nach Höhe der Teuerungsrate in den jeweils betrachteten Regionen. Aktuell sind drei Rohstoff-ETF, unter anderem von iShares (WKN A2DK6R), mit insgesamt gut 20 % am stärksten gewichtet. Zu den größten Aktienpositionen zählen neben dem Schweizer Wert Novartis (ISIN CH0012005267) auch der Ölkonzern Exxon Mobil (WKN 852549) und der Getränkegigant Coca-Cola (WKN 850663).

Aktien, ETFs und Partizipations-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 23.02.2022 Quelle: comdirect.de