Indexüberprüfung Aufsteiger mit Kurspotenzial

Skyline Frankfurt am Main mit Blick auf die EZB
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Die Deutsche Wohnen ist in den DAX aufgestiegen. Auch in anderen Auswahlindizes hat es gerade erst wieder es Veränderungen gegeben.

Aus für die Lufthansa! Mehr als 30 Jahre konnten sich die Aktien der Kranich-Airline (WKN 823212) im DAX behaupten, doch damit ist nun Schluss. Seit dem 19.06.2020 ist das „Gründungsmitglied“ des Deutschen Aktienindex nicht mehr in der ersten deutschen Börsenliga vertreten. Das Unternehmen notiert nun im MDAX. Der Grund hierfür ist die schlechte Kursentwicklung in den vergangenen Monaten und die damit verbundene Reduzierung des Börsenwerts der frei handelbaren Aktien („Free-Float-Marktkapitalisierung“).

Quantitative Kriterien entscheiden über DAX-Zugehörigkeit

So lag die Lufthansa bei diesem Kriterium zum entscheidenden Zeitpunkt Ende Mai nur noch auf dem 52. Platz der an der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten Unternehmen. Beim zweiten wesentlichen Kriterium, den Orderbuchumsätzen der vergangenen zwölf Monate, hätte es mit Platz 20 dagegen für einen Verbleib im DAX gereicht. Nachlesen lassen sich die genauen Regelungen für die vierteljährlichen Anpassungen der Aktien-Auswahlindizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX auf der Website der Deutschen Börse AG. Die nächsten Termine für die planmäßige Überprüfung der DAX-Indexfamilie durch die Deutsche Börse AG sind der 3. September und der 3. Dezember. Etwaige Änderungen werden dann jeweils am dritten Freitag dieser Monate vorgenommen.

Auf zusätzliche Käufe und Kursmomentum setzen

Spannender als Absteiger sind naturgemäß aber Aufsteiger. Dies gilt nicht nur beim Sport oder im Showbusiness, sondern eben auch an der Börse. Schließlich können mit dem Sprung in die nächsthöhere „Spielklasse“ bisweilen gute Kurschancen einhergehen. So müssen ETFs ihre Portfolios bei Indexänderungen entsprechend anpassen und die Aufsteigeraktien erwerben. „Hinzu kommen die verstärkte Medienpräsenz durch den Sprung in die höhere Börsenliga und die Tatsache, dass die jeweiligen Titel in der Regel schon im Vorfeld eines potenziellen Aufstiegs ein positives Kursmomentum aufweisen können“, erklärt Sebastian Bleser, Experte für Anlageprodukte bei HypoVereinsbank onemarkets.

Es kann deshalb durchaus lohnend sein, sich mögliche Kandidaten schon frühzeitig anzusehen und gegebenenfalls ins Depot aufzunehmen. Im konkreten Fall haben dabei die Aktien der Deutschen Wohnen (WKN A0HN5C) die Lufthansa-Anteile im DAX ersetzt. Der Berliner Wohnimmobilienkonzern hat die Corona-Krise bisher gut überstanden und notiert inzwischen sogar nahe am All-Time-High. Vom SDAX in den MDAX und damit in die zweite deutsche Börsenliga ist das Werbeunternehmen Ströer (WKN 749399) aufgestiegen und im SDAX sind seit neuestem Dr. Hönle (WKN 515710) und Atoss Software (WKN 510440) enthalten.

Bis zu zwölf potenzielle Aufsteiger in einem Paket

Statt sich selbst mit möglichen Auf- und Absteigern auseinanderzusetzen, können interessierte Anleger allerdings auch auf ein Open-End-Indexzertifikat der HVB (WKN HX8SH7) auf den Deutschen Aufsteiger Index (Net Return) zurückgreifen. Der zugrunde liegende Aktienkorb enthält jeweils die drei Werte, bei denen ein Aufstieg in den DAX, den MDAX, den SDAX oder den TecDAX gemessen an der Marktkapitalisierung und den Börsenumsätzen am wahrscheinlichsten erscheint. Zudem muss die Marktkapitalisierung mindestens 100 Millionen Euro betragen und das tägliche Handelsvolumen der zurückliegenden sechs Monate im Schnitt 100.000 Euro oder mehr aufweisen.

Ernüchterung nach dem Aufstieg

Änderungen in der Indexzusammensetzung sowie die Gleichgewichtung aller im Basket enthaltenen Unternehmen erfolgen jeweils am zehnten Handelstag der Monate April, Juli, Oktober und Januar. Dann fliegen auch die erfolgreichen Aufsteiger aus dem Index heraus. Denn nach dem Sprung in die höhere Indexklasse tritt bei der Kursentwicklung nicht selten eine gewisse Ernüchterung ein. Bestes Beispiel ist hier der Zahlungsdienstleister Wirecard (WKN 747206). Dessen Aktien erreichten im Herbst 2018 zeitnah zur Aufnahme in den DAX ihren Höchstkurs. Seither ist der Kurs quasi implodiert. Die Management-Fee des Zertifikats beträgt 0,5 % p. a.

Aktien und Indexzertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Indexzertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 19.08.2020; Quelle: comdirect.de