Digitale Transformation Homeoffice: Auf die Gewinner setzen

Eine junge Frau sitzt am Laptop und hat ihren Hund auf dem Schoß
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Die Pandemie hat den Trend zum Homeoffice gefördert. Verschiedene Technologieanbieter profitieren davon.

Der Lockdown im Frühjahr hat einen neuen Trend eingeläutet: Die Arbeit verlagert sich zunehmend in die eigenen vier Wände, ins Homeoffice. Nach einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.000 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom arbeitete im März von den berufstätigen Befragten jeder Zweite (49 %) ganz oder zumindest teilweise im Homeoffice. 2019 waren es nach Zählung des Statistischen Bundesamtes gerade mal 13 %. Im Sommer ließ die Zahl der Heimarbeiter zwar etwas nach. Aber seit dem zweiten Lockdown war ab November wieder der Rückzug ins heimische Arbeitszimmer angesagt. „Es dürfte bereits jetzt klar sein, dass eine vollständige Rückkehr zu den alten Mustern in die Büros in Groß- und Innenstädten auch nach der Pandemie unwahrscheinlich ist“, sagt Nicole Wittmann, Zertifikate-Expertin bei Vontobel in Frankfurt. Davon profitieren vor allem Unternehmen, die mit ihren Technologien das Arbeiten von zu Hause erleichtern.

Was früher war, zählt nicht mehr

Viele Chefs haben bereits im ersten Lockdown und den Folgemonaten erkannt, dass ihre Mitarbeiter auch im Homeoffice produktiv arbeiten. Positive Aspekte von der Heimarbeit stellte auch die Sonderanalyse „Digitalisierung und Homeoffice in der Corona-Krise“ fest, die die Institute IGES und Forsa im Sommer für die DAK-Gesundheit durchgeführt haben. Demnach mindert Homeoffice den Stress. Vor der Pandemie fühlten sich 21 % der Beschäftigten regelmäßig gestresst. Während der Frühjahrs-Corona-Krise lag der Wert nur noch bei 15 %. Der Anteil der Erwerbstätigen, die nie oder nur gelegentlich gestresst waren, stieg von 48 auf erstaunliche 57 %. Aus der Studie geht zudem hervor, dass 56 % der regelmäßigen Homeoffice-Arbeiter zu Hause produktiver als im Büro sind. Zwei Drittel erklärten, sie könnten Beruf und Familie mit dieser Arbeitsform besser vereinbaren und freuten sich über den Zeitgewinn, da das lästige Pendeln zum Arbeitsplatz wegfällt.

Auf die gesamte Branche setzen

Der Trend zum Homeoffice wirkt sich auf verschiedene Branchen aus. Daher hat Vontobel den Solactive Home Office Technology-Index via Endlos-Zertifikat (WKN VP796R) handelbar gemacht. Das Barometer enthält 25 Firmen aus Sektoren, die vom neuen Trend profitieren könnten. In den Index können Unternehmen aus aller Welt aufgenommen werden, deren Aktien über eine ausreichende Handelsliquidität verfügen und die eine Marktkapitalisierung von mindestens 500 Millionen Euro auf die Waage bringen. Alle 25 Titel gingen zum Berechnungsstart im September 2020 gleichgewichtet zu 4 % in den Index ein. „Jeweils halbjährlich wird die Zusammensetzung des Index überprüft und aktualisiert, bei einer Gleichgewichtung aller Indexmitglieder“, sagt Wittmann. Das Zertifikat rechnet die Nettodividenden an. Die jährlichen Gebühren betragen 1,2 %. Grundsätzlich sollten Anleger aber bedenken, dass Investitionen in spezialisierte Indizes sehr volatil sind. Geht zum Bespiel der Trend wieder weg vom Homeoffice, dürften auch die Aktien im Index leiden.

Aktuelle Corona-Profiteure

Eine der bekanntesten Aktien des Homeoffice-Index ist Zoom Video Communications (WKN A2PGJ2), die erst seit April 2019 an der Börse gehandelt werden. Das Unternehmen liefert die Software für Videokonferenzen und ist seit der ersten Corona-Welle in den Schlagzeilen, da die Anzahl der Zoom-Konferenzen schlagartig anstieg. So sprang der Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich von knapp 146 Millionen Dollar auf 663,5 Millionen Dollar in die Höhe. Schon seit März 2018 notiert Dropbox (WKN A2JE48) an der US-Technologiebörse NASDAQ. Zunächst schrieb Dropbox von Quartal zu Quartal rote Zahlen. Erst die Corona-Krise sorgte für den ersten Gewinn in einem Drei-Monats-Zeitraum. Seitdem glänzt der Konzern mit Sitz in San Francisco mit starkem Wachstum.

Der Weltmarktführer und ein deutscher IT-Experte

Ein klassischer Bluechip ist Microsoft. Die Office-Lösungen des Software-Giganten müssen im Zuge von Homeoffice vermehrt auf zusätzlich benötigten mobilen Endgeräten installiert werden, was die Kassen des von Bill Gates gegründeten Imperiums klingeln lässt und die Aktie (WKN 870747) im Sommer auf ein neues All-Time-High trieb. Aus Deutschland schaffte es Bechtle (WKN 515870) in den Auswahlindex. Das Unternehmen ging im März 2000 an die Börse, als sich die New Economy-Euphorie-Welle schon dem Ende zuneigte. Die Neckarsulmer nutzen das Geld aus dem Börsengang anders als viele damalige Newcomer sinnvoll. Nach vielen Zukäufen ist Bechtle inzwischen das größte deutsche IT-Systemhaus und in den MDAX aufgestiegen. Bechtle hat 75 Niederlassungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie 24 IT-Handelsgesellschaften in 14 europäischen Ländern. Die hohe Nachfrage nach neuen Lösungen für Homeoffice-Arbeitsplätze sorgte im dritten Quartal beim Gewinn vor Steuern für einen Sprung um mehr als ein Fünftel auf über 70 Millionen Euro.

Homeoffice und die entsprechenden Technologien haben Potenzial. Als Profiteure der Krise sind die Notierungen der Unternehmen aber auch anfällig, wenn es gute Nachrichten vom Kampf gegen die Pandemie gibt. Als am 9. November Pfizer und Biontech Positives über ihre Impfstoffstudie berichteten, zogen fast alle Kurse weltweit an – zu den wenigen Ausnahmen gehörten Unternehmen wie Zoom oder Dropbox.

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