Haustierbedarf Boom bei Katz und Hund

Mann arbeitet am Laptop während Hund neben ihm auf dem Sofa liegt
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In Zeiten der Pandemie sind Haustiere gefragter denn je. Von der Liebe zu den Vierbeinern profitiert eine ganze Branche.

Seltsame Zeiten waren das im Frühjahr: Die Straßen waren wegen der Ausgangssperre menschenleer. Nahezu menschenleer. Denn für die Besitzer von Bello und Balou galt eine Ausnahme. Sie durften noch Runden drehen und mit ihren Plastiktüten Häufchen heben. Das Bedürfnis nach tierischer Nähe im Homeoffice und Homeschooling hat für einen Absatzboom bei Katzen und vor allem bei Hunden gesorgt. Rund 20 % mehr bellende Vierbeiner sind im Jahr 2020 gekauft worden, erklärt der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Die Preise für Rassewelpen schossen nach oben. Aber die Anschaffung eines Labradors oder Golden Doodles für 2.000 bis 3.000 Euro ist längst nicht der größte Kostenposten: „Diese Tiere müssen in den kommenden zehn bis 15 Jahren mit Futter, Medikamenten und Versicherungsleistungen versorgt werden – das läppert sich zusammen“, erklärt Andreas Fruschki, Fondsmanager des Allianz Pet and Animal Wellbeing (WKN A2PBHA).

Kein Wunder, dass die Tierbedarfshändler wie Fressnapf, Das Futterhaus oder Zooplus 2020 Rekordeinnahmen und Rekordgewinne erzielt haben. So konnte die nicht börsennotierte Fressnapf-Gruppe ihren Brutto-Umsatz 2020 um rund 15 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 2,65 Milliarden Euro steigern. Bei Zooplus (WKN 511170) aus dem SDAX, der umsatzstärksten Online-Plattform für Heimtierbedarf in Europa, betrug der Zuwachs 18 % auf ein Rekordniveau von 1,8 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat sich sogar auf 63,3 Millionen Euro mehr als verfünffacht. Selbst beim Konsumgiganten Nestlé (WKN A0Q4DC) wirkt sich der Trend aus. Heimtierbedarf ist ein wichtiges Standbein der Schweizer. Die Umsätze stiegen 2020 um mehr als 16 % auf 14 Milliarden Schweizer Franken und damit weit stärker als in anderen Sektoren.

Rückenwind durch Corona und Megatrends

Ein Teil der Zuwächse im Geschäft mit Futter, Zubehör und Spielzeug ist der Corona-Pandemie geschuldet. Aber auch schon vor Corona war ein Trend erkennbar: „Haustiere sind heute Lebensbegleiter, Freund und Therapiepartner“, erklärt Experte Fruschki. „Die Aufwendungen für besseres Futter und eine umfassende medizinische Versorgung nahmen schon seit Jahren zu.“ Ältere Menschen mit erwachsenen Kindern und höherem verfügbaren Einkommen geben am meisten für ihre tierischen Lieblinge aus. Entsprechend unempfindlich reagiert der Sektor auf Änderungen der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung: Sind Hund, Katze, Hase oder Meerschweinchen krank, werden sie bestmöglich versorgt.

Haustiermarkt aus einer Hand

Davon profitieren Aktien aus dem Haustiersegment. Sie sind zuletzt deutlich gestiegen und ambitioniert bewertet. Neben den Tierbedarfshändlern sind für Fondsmanager Fruschki vor allem Spezialisten aus der Tiermedizin interessant. Mit knapp 40 % nehmen daher Titel aus dem Bereich Gesundheitswesen für Tiere im Fonds Allianz Pet and Animal Wellbeing (WKN A2PBHA) den größten Anteil ein. An zweiter Stelle folgen Konsumgüter (Futter, Pflegemittel, Spielzeug). Die größte Einzelposition ist aktuell der amerikanische Tierfutterhersteller Freshpet (WKN A12ENX). Auf Platz zwei folgt das ebenfalls aus den USA stammende multinationale Unternehmen IDEXX Laboratories (WKN 888210). Einziger deutscher Wert unter den Top Ten ist Zooplus (WKN 511170).

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