Geldanlagen bergen Risiken
Halbleiteraktien – Nahaufnahme eines Chips
Halbleiteraktien – Nahaufnahme eines Chips
© Tryfonov via Adobe Stock

Halbleiteraktien: Wer an der Chip-Nachfrage verdient

  • NVIDIA bleibt der Überflieger im Chip-Markt und teuerstes Unternehmen der Welt.
  • Auftragsfertiger profieren von stetig steigender KI-Nachfrage.
  • Ohne Maschinenbauer kann der Chip-Boom nicht bewältigt werden.

Es gibt nicht viele echte Wachstumssektoren in den westlichen Industrienationen. Natürlich der Rüstungssektor, aber vor allem eine zweite Branche ist zuletzt durch die Decke gegangen – die Halbleiter- oder Chip-Industrie. Im vergangenen Jahr betrug der weltweite Umsatz mit Halbleitern laut dem amerikanischen Analyseinstitut Gartner 793 Milliarden US-Dollar – satte 21 % mehr als im Jahr zuvor. „Vor allem KI-Halbleiter trieben das Wachstum des Halbleitermarktes voran und machten 2025 fast ein Drittel des Gesamtumsatzes aus“, erklärt Rajeev Rajput, Senior Principal Analyst bei Gartner. „Diese Dominanz wird sich weiter verstärken, da die Ausgaben für KI-Infrastruktur 2026 voraussichtlich 1,3 Billionen Dollar übersteigen werden.“

Gigantische Nachfrage

Der Durchbruch der künstlichen Intelligenz hat die ehemals konjunkturabhängige Chip-Branche mit einem Turbo versehen. Denn die Halbleiter müssen stetig leistungsfähiger werden, damit die immensen Rechenanforderungen erfüllt werden können. Von dieser Nachfrage profitieren verschiedene Unternehmen entlang der Kette: die Chip-Architekten, die sogenannten „Fabless“, die die Chips designen. Dazu die Auftragsfertiger, die die Chips bauen, und schließlich auch die hoch spezialisierten Maschinenbauer, ohne deren Technologien der stetige Fortschritt nicht möglich wäre.

Fabless: Chip-Design ist die Königsdisziplin

Schneller, höher, weiter: Das Chip-Design für KI-Anwendungen ist die Königsdisziplin im Halbleitersektor und verspricht den Marktführern horrende Margen. Davon profitiert vor allem NVIDIA. Vor 10 Jahren war NVIDIA in erster Linie bekannt als Top-Marke unter den Grafikkarten-Herstellern. 2025 durchbrach das Unternehmen aus Santa Clara als erstes Unternehmen überhaupt die Grenze von 5 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung. NVIDIA profitiert enorm vom weltweiten KI-Boom und liefert die leistungsfähigsten Chips für Rechenzentren, Supercomputer und künstliche Intelligenz. Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. Januar 2026 endete, steigerte NVIDIA seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 65 % auf 216 Milliarden US-Dollar. Davon verblieben als Nettogewinn 120 Milliarden Dollar – also mehr als 50 % des Umsatzes.

Noch besser als NVIDIA schnitt in den vergangenen 12 Monaten an der Börse Konkurrent Broadcom ab. Broadcom ist seit Jahren Zulieferer von Apple und profiliert sich mit maßgeschneiderten Halbleitern als NVIDIA-Alternative für das Training und den Betrieb von KI-Modellen. Im laufenden Geschäftsjahr 2026 will Broadcom mehr als 100 Milliarden Dollar mit KI-Chips erlösen und damit in Sphären vordingen, die bisher NVIDIA vorbehalten waren. Auch AMD (Advanced Micro Devices) gehört zu den NVIDIA-Verfolgern. Nach einer zwischenzeitlichen Kursdelle hat die Aktie zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Grund war die Ankündigung, dass AMD dem Meta-Konzern in den kommenden Jahren Computer-Chips im Wert von mehreren Milliarden Dollar liefern soll.

Foundries: Auftragsfertiger der Welt

NVIDIA, Broadcom und AMD sind die Architekten der KI-Revolution. Aber der beste Architekt kommt nicht ohne Maurer aus. Die sogenannten „Foundries“ stellen als Auftragsfertiger die Chips her. Der größte Auftragsfertiger der Welt ist Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). Im Zuge des KI-Booms erzielte der Konzern im 4. Quartal 2025 einen Umsatz von umgerechnet knapp 29 Milliarden Euro, über ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg im 4. Quartal sogar um 35 % auf rund 13,7 Milliarden Euro. „Zudem hat TSMC mit beeindruckenden Zahlen den AI-Superzyklus untermauert und die Prognosen für 2026 erhöht – 30 % Umsatzwachstum statt bislang 25 % und bis zu 56 Milliarden US-Dollar Investitionsaufwendungen statt 49 Milliarden“, erklärt Baki Irmak, Fondsmanager des Digital Leaders Fund – R.

Auch die Nummer 2 unter den Foundries überzeugte im Jahr 2025. Der Halbleiterumsatz von Samsung Electronics stieg auf 73 Milliarden Dollar, wobei vor allem die Speicher 2-stellig zulegten. Die Samsung-Aktie legte trotz der jüngsten Korrektur eine enorme Performance vor. Der Aktienkurs stieg in den vergangenen 12 Monaten um 300 %. „Samsung gehört schon seit vielen Jahren zu den Basisinvestments im Technologiesektor“, erklärt Winfried Walter, Fondsmanager des Global Equity Value Select – EUR ACC. Einer der größten Auftragsfertiger ist auch GlobalFoundries, 2009 als Spin-off von AMD (Advanced Micro Devices) gegründet und mit weltweiten Produktionsstätten, unter anderem in den USA, Singapur und Deutschland, vertreten. In Dresden soll GlobalFoundries Hilfen in Höhe von 495 Millionen Euro für die Erweiterung seines Standortes bekommen, um dort Halbleiter für die Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur herzustellen.

Maschinenbauer: Ohne sie geht es nicht

Architekten und Maurer benötigen Maschinen: Der Markt für die teuren Halbleiterproduktionsanlagen wird von wenigen Unternehmen dominiert. Das mit Abstand wichtigste ist die niederländische ASML. Es ist Marktführer bei Lithografiemaschinen. Sie werden für die Herstellung der leistungsfähigsten KI-Chips benötigt und kosten teilweise über 100 Millionen Dollar. Entsprechend groß sind die Margen, die den ASML-Gewinn im vergangenen Jahr um 2 Milliarden Euro auf 9,6 Milliarden Euro steigen ließen. Inzwischen ist ASML zum teuersten Unternehmen Europas aufgestiegen.

Einer der weltweit größten Hersteller von Anlagen für verschiedene Schritte der Chip-Herstellung ist Applied Materials. Führend ist Applied Materials unter anderem bei Halbleiterätzverfahren und Nanotechnologie-Anwendungen. Sie entscheiden über die Leistungsfähigkeit der Chips. Auch in anderen Bereichen der Hochtechnologie wie der Herstellung von Displays für Smartphones, Fernseher und Virtual-Reality-Headsets kommen Anlagen von Applied Materials zum Einsatz. Die Aachener Aixtron schließlich produziert Maschinen zur Beschichtung von Verbindungshalbleitern für LEDs, Laser und 5G-Datenübertragung. Aixtron expandiert und will in Malaysia ein neues Werk aufbauen. Die starken Aussichten der Branche haben dazu geführt, dass sich der Aktienkurs in den vergangenen 12 Monaten mehr als verdreifacht hat.

Breite Investition in ETFs und Fonds

Die Chip-Branche hat sich in den vergangenen Jahren fulminant entwickelt. Allerdings ist sie heftig umkämpft und die Favoriten wechseln. Statt mit Einzelwerten können Anlegerinnen und Anleger auch mit Branchen-ETFs breit in den Sektor investieren. So bildet der VanEck Semiconductor UCITS ETF – A USD ACC ETF den Chips MVIS US Listed Semiconductor 10 % Capped Index ab. Er enthält die 25 größten Chip-Unternehmen, der maximale Portfolio-Anteil beträgt im Regelfall 10 %. Die größten Positionen sind aktuell ASML, Taiwan Semiconductor Manufacturing, Micron Technology und NVIDIA. Beim Amundi MSCI Semiconductors ESG Screened UCITS ETF – EUR ACC ETF gibt es keine Begrenzung des Portfoliogewichts. Entsprechend macht NVIDIA als teuerstes Unternehmen der Welt mehr als ein Viertel des ETFs aus.

Wer eine solche Fokussierung auf wenige Einzelwerte vermeiden möchte, kann auch auf breit anlegende Technologiefonds setzen. Sie gehörten in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Fonds am Markt. Zu den performancestärksten Fonds zählten unter anderem Polar Capital Funds plc – Global Technology Fund – R EUR DIS, der CT (Lux) Global Technology – AU USD ACC, der DNB Fund – Technology – N EUR DIS und der Fidelity Global Technology, der häufig die Top Ten des Umsatzrankings bei comdirect anführte. In diesem Fonds macht TSMC aktuell nahezu 10 % des Portfolio-Volumens aus, gefolgt von Microsoft, Apple und Alphabet.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 06.04.2026; Quelle: comdirect.de 

Portrait von Birgit Wetjen, Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach.
Portrait von Birgit Wetjen, Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach.
Autorin
Birgit Wetjen
Als Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach hat sich Birgit Wetjen seit 2017 vor allem dem Thema Frauenfinanzen verschrieben.
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