Grüner Wasserstoff Investieren in die Zukunft

Betankung des Mercedes-Benz GLC F-Cell-Fahrzeugs mit Wasserstoff an der Wasserstofftankstelle auf der Automobilmesse
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Die Brennstoffzelle soll langfristig die Energie- und Transportprobleme weltweit lösen. Der Weg dahin ist aber noch weit.

„Grüner Wasserstoff ist das Erdöl von morgen.“ So sieht es zumindest das Bundeskabinett, das in diesem Sommer seine seit Langem angekündigte Wasserstoffstrategie beschlossen hat. Laut Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sei mit der Verabschiedung ein neues Kapitel in der deutschen Wirtschafts- und Klimaschutzgeschichte aufgeschlagen worden. Langfristig könnten die Abhängigkeit von Gas und Öl überwunden, die Stahl- und Chemieindustrie sauber gemacht sowie Lastwagen und Schiffe mit Brennstoffzellen angetrieben werden. Auch zur Wärmeversorgung sei die Wasserstoffnutzung denkbar.

Grüner Wasserstoff – kurz erklärt

Die konventionelle Wasserstoffgewinnung erfolgt überwiegend aus Erdgas. Wenn jetzt überall von grünem Wasserstoff die Rede ist, ist damit die Wasserstoffgewinnung im Rahmen der Wasserelektrolyse gemeint. Dabei wird Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten. Die hierfür benötigte Energie soll dabei über saubere Energiequellen erzeugt werden, also insbesondere mit Wind- und Sonnenergie. Zur letztendlichen Nutzung, beispielsweise zum Antrieb von Fahrzeugen oder anderer Maschinen, muss der auf diese Weise gewonnene Wasserstoff mittels Brennstoffzellen wieder in Energie umgewandelt werden.

Technik noch im Aufbau

Bis zur ökonomisch sinnvollen Nutzbarkeit von grünem Wasserstoff wird es dauern. Noch steckt die Energiegewinnung aus Wasserstoff in den Kinderschuhen. Unbestritten ist aber die hohe Bedeutung, die dem sauberen und vielseitig einsetzbaren Energieträger mittel- bis langfristig zukommen könnte. Das erkennt man an den hohen finanziellen Mitteln, die zukünftig in diesen Bereich fließen werden. So will allein die EU-Kommission in den nächsten 30 Jahren bis zu 470 Milliarden Euro in Wasserstoffproduktionskapazitäten investieren. Wegen derartiger Förderungen und sinkender Herstellungskosten erwartet das Hydrogen Council, ein Zusammenschluss aus führenden Energie-, Transport- und Industrieunternehmen im Wasserstoffbereich, in den kommenden zehn Jahren bis zu 50 % niedrigere Preise für Wasserstoffprodukte wie etwa Lkw, die mit einer Brennstoffzelle betrieben werden.

Den Wasserstoffsektor breit abgedeckt

Nimmt der Trend zum Wasserstoff tatsächlich an Fahrt auf, könnten hiervon langfristig auch „Wasserstoff-Aktien“ profitieren. Dazu zählen der kanadische Brennstoffzellenhersteller Ballard Power Systems (WKN A0RENB) genauso wie die schwedische PowerCell (WKN A14TK6), eine Ausgründung von Volvo, und FuelCell Energy (WKN A2PKHA), ein Brennstoffzellen-Energieunternehmen aus den USA. Aus Deutschland ist Linde (WKN A2DSYC) in der Wasserstoff-Wirtschaft besonders aktiv – das Unternehmen gehört mit einer Marktkapitalisierung von rund 115 Milliarden Euro zu den drei teuersten deutschen Unternehmen. Allerdings sollten sich Anleger bewusst machen, dass die Wasserstofftechnologie noch längst nicht ausgereift ist. Investments sind deshalb mit hohen Risiken behaftet.

Statt aktives Stockpicking zu betreiben, können Anleger im Wasserstoffbereich auch auf Portfolios aus mehreren Titeln setzen. Möglich ist dies beispielsweise über den Erwerb von Partizipations-Zertifikaten, wie sie inzwischen von verschiedenen Emittenten angeboten werden. Dabei setzen Vontobel und die Société Générale mit ihren Produkten auf den Hydrogen Top Selection Index (WKN VP2HYD) bzw. den World Hydrogen Index (WKN SR7XYH), jeweils vom Indexanbieter Solactive. Beide Marktbarometer enthalten 15 Titel. Das Partizipations-Zertifikat der UniCredit (WKN HVB4H2) bildet die Entwicklung des von der ICF BANK berechneten Global Hydrogen Index ab. In ihm sind 20 Unternehmen enthalten. Trotz differierender Auswahlkriterien überschneiden sich die Aktienkörbe relativ stark. Die Indizes werden viertel- bzw. halbjährlich angepasst und die in ihnen enthaltenen Aktien gleichgewichtet. Die jährlichen Managementgebühren der Produkte liegen zwischen 1,0 % (Société Générale) und 1,3 % (UniCredit).

Aktien und Partizipations-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 02.12.2020; Quelle: comdirect.de