Goldminenaktien – Goldmine im Westen Australiens.
Goldminenaktien – Goldmine im Westen Australiens.
© ClaraNila via Adobe Stock

Goldminenaktien: Margen steigen sprunghaft

  • Der Goldpreis hat sich seit Anfang 2024 mehr als verdoppelt.
  • Goldminenbetreibende können vom Hebeleffekt profitieren.
  • Mit Fonds und ETFs streuen Anlegende die Risiken.

2.000, 3.000, 4.000 US-Dollar. So rasant ist der Preis für eine Unze seit Jahresbeginn 2024 gestiegen. Wer sich rechtzeitig mit Barren oder ETFs eingedeckt hat, konnte sein Vermögen erheblich steigern. Eine Verdoppelung des Goldpreises in Euro verhinderte nur der Abwärtstrend beim Dollar. Noch deutlich mehr Rendite hätten Anlegerinnen und Anleger allerdings erzielen können, wenn sie statt auf Barren auf Goldminenaktien gesetzt hätten. Denn zahlreiche Minenbetreiber konnten ihre Kurse seit dem Tief im Herbst 2022 verdoppeln oder verdreifachen. Und dennoch: „Viele Minengesellschaften sind trotz solider Bilanzen und ansehnlicher Dividendenrenditen im historischen Vergleich günstig bewertet“, sagt Andre Koppers, Geschäftsführer und Fondsmanager bei der Vermögensverwaltung Oberbanscheidt & Cie. „Denn die Aktien bieten einen operativen Hebel auf den Goldpreis: Steigen die Notierungen, profitieren Produzenten oft überproportional.“

Das gilt allerdings auch umgekehrt, wie sich beim Einbruch des Goldpreises ab Mitte Oktober zeigte. Der Preis für eine Feinunze ging zügig um annähernd 10 % abwärts – einige Minenwerte brachen noch deutlicher ein. Dass diese Korrektur eine dauerhafte Wende am Goldmarkt einleitet, halten Experten jedoch für unwahrscheinlich. Denn der internationale Run auf Gold wird weiterhin von mehreren Faktoren gestützt. Zum einen steigt mit zunehmendem Einkommen die Nachfrage bei privaten Anlegerinnen und Anlegern in Emerging Markets wie Indien und China. Dort nimmt Gold einen weit wichtigeren Anteil am Familienvermögen ein als in der westlichen Welt. Zum Zweiten kaufen seit mehreren Jahren die Zentralbanken Gold auf, im Jahr 2024 zum dritten Mal in Folge mehr als 1.000 Tonnen. Sie ersetzen damit zunehmend amerikanische Staatsanleihen, die ihnen spätestens seit dem Machtantritt Donald Trumps nicht mehr sicher genug erscheinen. Zum Dritten macht die Abwertung des US-Dollars gegenüber den meisten Währungen die Anlage in Gold für Nichtamerikanerinnen und Nichtamerikaner billiger. Und schließlich ist Gold traditionell „ein Anker in unsicheren Zeiten und die Währung der letzten Instanz“, meint Volker Schilling, Fondsmanager, Gründer und Mitglied des Vorstandes der Freiburger Greiff Capital Management AG. „Deshalb ist es sehr sinnvoll, einen kleineren Teil des Vermögens in Gold oder Goldminenaktien zu halten.“

Goldminenaktien profitieren vom Goldpreishoch

Goldminenaktien halten viele Expertinnen und Experten aktuell sogar für weniger korrekturanfällig als das Gold selbst. Der Grund sind die rasant gestiegenen Unternehmensgewinne: „Die Wertentwicklung von Goldaktien spiegelt ihre rekordhohen und weiterhin steigenden Cashflow-Margen noch längst nicht wider“, erklärt James Luke, Fondsmanager für Rohstoffe bei der britischen Investmentgesellschaft Schroders. Seit Anfang 2024 haben sich die Gewinn- und Cashflow-Margen der Produzenten auf fast 2.000 Dollar pro Unze annähernd verdreifacht. Denn auf der einen Seite stieg der Goldpreis, auf der anderen Seite nahmen belastende Faktoren wie Covid-Krise, Arbeitskräftemangel, Inflation und Energiekrise langsam, aber sicher ab: „Wenn die Kurse der Goldaktien die aktuellen Margen widerspiegeln würden, müssten sie sich bei konstantem Goldpreis nahezu verdoppeln“, urteilt Luke.

Minenaktien mit Hebelwirkung

Die Hebelwirkung des Goldpreises macht sich bei den großen Goldminenaktien bemerkbar. Überproportional stiegen zuletzt die Gewinne und Aktienkurse von großen Goldminenbetreibern wie Barrick Mining und Agnico Eagle Mines. Das kanadische Unternehmen Barrick verzeichnete im 3. Quartal einen Gewinn in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar – 61 % mehr als im bereits sehr erfolgreichen Vorjahresquartal. Agnico Eagles Mines steigerte den bereinigten Nettogewinn im 3. Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 95 % auf fast 1,05 Milliarden Dollar. Und der weltgrößte Goldproduzent Newmont konnte mit einem bereinigten Quartalsgewinn von mehr als 1,8 Milliarden Dollar sein Ergebnis verdoppeln.

Bei den sogenannten „Juniors“, den kleineren Unternehmen mit zuweilen nur einer Mine, fallen die Bilanzsprünge teilweise noch größer aus. Eldorado Gold oder Coeur Mining können angesichts des Goldpreisanstiegs ebenso wie die großen Konkurrenten in den nächsten Quartalen weiterhin mit großen Gewinnsteigerungen rechnen.

Mit Fonds und ETFs in Goldminenaktien investieren

Wie der drastische Einbruch Mitte Oktober gezeigt hat, sind Goldminenaktien grundsätzlich äußerst schwankungsintensiv. Ihre Notierungen hängen gleich von 3 Faktoren ab. Neben der Entwicklung des Goldpreises und dem allgemeinen Trend am Aktienmarkt spielen die individuellen Geschäftszahlen und Aussichten eine wichtige Rolle. Während die ersten beiden Faktoren eindeutig für die Branchenunternehmen sprechen, ist bei der Analyse der jeweiligen Kosten, Förderbedingungen und Zukunftsaussichten der einzelnen Unternehmen viel Expertise nötig. Wenn Anlegerinnen und Anleger auf Goldminen setzen wollen, können sie ihr Risiko mit Investitionen in Fonds oder ETFs mit Goldminenwerten mindern.

Goldminenfonds gibt es schon seit Jahrzehnten. Sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Die beste Performance erzielten wegen der Goldrally der vergangenen Jahre Minenfonds, die sich neben den großen Minengesellschaften auf Small und Mid Caps konzentrieren. So konnten der Konwave Gold Equity Fund – B USD ACC und der Nestor Gold Fonds B in den vergangenen 3 Jahren ihre Anteilswerte nahezu verdreifachen. Neben den Branchengrößen wie Barrick Mining, Newmont oder Gold Fields sind bei ihnen auch die kanadischen Pan American Silver, Equinox Gold und Coeur Mining stark vertreten. Der Blackrock World Gold Fund – A4 wurde schon 2009 aufgelegt und hat aktuell ein Portfoliovolumen von fast 10 Milliarden US-Dollar. Der Schroder International Selection Fund Global Gold – C USD DIS und der Bakersteel Global Funds SICAV – Precious Metals Fund – D GBP ACC haben ihren Anteilswert in den vergangenen 12 Monaten rund verdoppelt. Das gilt auch für den DWS Invest Gold and Precious Metals Equities. Neben den Minen Agnico Eagle Mines und Newmont ist hier das kanadische Unternehmen Franco-Nevada, das sich auf die Finanzierung von Minen spezialisiert hat, am höchsten gewichtet.

Eine breite Abdeckung der Goldminenaktien ist auch über verschiedene ETFs möglich. Der VanEck-Gold-Miners und der iShares Gold Producers sind bei comdirect als 0-Euro-ETFs1  erhältlich. Bei beiden ETFs sind Agnico Eagle Mines und Newmont am höchsten gewichtet. Auch der VanEck Junior Gold Miners kann als 0-Euro-ETF gehandelt werden. Bei ihm fallen die größten Anbieter durch das Raster, die 3 größten Positionen besetzen Pan American Silver, Coeur Mining und Alamos Gold. Wer sich lieber auf physisches Gold verlassen will, kann auf ETCs setzen, die mit Goldbarren hinterlegt sind. Zu den bekanntesten gehören Xetra-Gold und Euwax Gold II und der boerse.de-Gold ETC. Ein besonderer Vorteil dieser ETCs: Auf Gewinne aus der Anlage müssen Anlegerinnen und Anleger nach einem Jahr Haltedauer keine Abgeltungsteuer bezahlen.

1 Ausgewählte ETFs unserer Partner kaufst du über den Börsenplatz Tradegate für 0 Euro Orderentgelt (zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen und Produktkosten). Gültig für alle Orders ab 1.000 Euro je ETF, (Börsenplatzabhängige Entgelte, Telefonzuschläge sowie Fax- und Briefzuschläge sind von der Entgeltreduzierung ausgenommen.) Keine Orderentgelte bei Sparplanausführungen während des Angebotszeitraumes (bis zum 31.12.2027). Von den Sonderkonditionen der 0-Euro-ETFs sind Einmalanlagen für Depots von Kundinnen und Kunden, die von einem Finanzdienstleister betreut werden, ausgeschlossen. Für Sparplanausführungen gelten die Sonderkonditionen uneingeschränkt.

Aktien, Fonds, ETFs und ETCs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Als Schuldverschreibung besteht bei ETCs zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 06.11.2025; Quelle: comdirect.de

Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängigem Finanzexperten
Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängigem Finanzexperten
Autor
Michael Reitz
Der Diplom-Volkswirt beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem internationalen Börsengeschehen. Seine ersten schmerzhaften Erfahrungen hat er beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gemacht.
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