Logistik Gewinnsprung in der Corona-Krise

Abfüllung von Braunglasflaschen in der Produktion
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Vom Boom des Online-Handels profitiert die Logistik-Branche. Jetzt müssen auch noch Impfstoffe transportiert werden.

Schleppend, aber immerhin: Die weltweit größte Impfaktion ist angelaufen. Laut einer aktuellen Prognose der Investmentbank Goldman Sachs sollen im März 2021 rund 20 % der Bevölkerung in der EU und 35 % in den USA geimpft sein. Für Großbritannien erwartet Goldman Sachs sogar eine Impfquote von fast 50 %. Damit das ambitionierte Impfprogramm funktioniert, braucht es die Impfbereitschaft der Bevölkerung – und die Dienste der Logistikkonzerne, um die Abermillionen Impfdosen gut oder gar extrem gut gekühlt in Arztpraxen, in Krankenhäuser und in spezielle Impfzentren zu bekommen. Den Großteil der globalen Verteilung werden die Logistikriesen wie zum Beispiel Deutsche Post DHL, FedEx, UPS sowie Kühne + Nagel übernehmen.

In der Logistik läuft es ohnehin bereits rund. Schon 2019 wurden weltweit erstmals mehr als 100 Milliarden Pakete verschickt. Das hat der „Parcel Shipping Index“ von Pitney Bowes ergeben. In jeder Sekunde des Jahres gingen 3.248 Pakete auf die Reise. Der Zuwachs basierte auf einem Plus durch den Online-Handel. Und infolge der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bekommt der Trend noch mehr Dynamik. Zunehmend mehr Verbraucher kaufen bequem zu Hause in diversen Online-Shops ein und meiden volle Innenstädte. Die Marktexperten von eMarketer gehen davon aus, dass die Einzelhandelsumsätze im E-Commerce im vergangenen Jahr um 16 % auf 82,5 Milliarden Euro gestiegen sind.

Logistik profitiert vom Online-Handel

Von einer Stärkung des Online-Handels profitieren vor allem die drei größten Logistikwerte, die amerikanischen UPS (WKN 929198) und FedEx (WKN 912029) sowie die Deutsche Post DHL (WKN 555200). Bei den beiden US-Unternehmen ging es im dritten Quartal 2020 deutlich nach oben mit einem Umsatzwachstum von 13,5 % bei FedEx und sogar 16 % bei UPS. Im Gegensatz zu den meisten DAX-Mitgliedern hat die Deutsche Post 2020 nach den vorläufigen Geschäftszahlen sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gesteigert. Der Umsatz lag mit 66,8 Milliarden Euro um 5 % über dem Niveau von 2019, der operative Gewinn (EBIT) legte sogar um 17 % auf 4,84 Milliarden Euro zu.

Beim Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel (WKN A0JLZL) ging der Umsatz im dritten Quartal 2020 zwar um rund 4 % gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. Gleichzeitig legte aber der operative Gewinn (EBIT) um 31 % zu. Die Kernaktivitäten des Unternehmens umfassen die See-, Luft- und Bahnfracht. Hinzu kommen noch die Verschiffung auf Flüssen und Dienstleistungen im Versorgungskettenmanagement.

Eine sehr starke operative Entwicklung weist A.P. Moeller-Maersk (WKN 861837) auf. Zu den zentralen Geschäftsbereichen zählen die Container-Schifffahrt sowie das Bereitstellen von APM-Terminals zum Warenumschlag in zahlreichen Ländern. Unter den eigenen Markennamen Maersk Line, Damco und Safmarine sind weltweit mehr als 500 Containerschiffe für das dänische Unternehmen unterwegs. Nach der Rückkehr in die Gewinnzone erwarten die Analysten in der aktuellen Konsensschätzung einen deutlichen Gewinnsprung für 2021 auf dann umgerechnet rund 1,07 Milliarden US-Dollar.

Amazon als Logistiker

Auch der weltgrößte Online-Händler Amazon (WKN 906866) wird in der Logistikbranche zu einem Big Player. Amazon engagiert in großem Stil externe Lieferdienste. In der Regel sind dies kleinere, häufig lokal operierende Unternehmen, die dann für den Versand der Pakete von zentralen Lagerplätzen bis zu den Wohnsitzen der Kunden zuständig sind. Bei Amazon ist die Wachstumsdynamik noch einmal deutlich größer als bei reinen Logistikern. Der US-Konzern dürfte nach aktuellen Prognosen 2020 beim Umsatz um 35 % zugelegt und den Gewinn um rund 50 % gesteigert haben.

Neben Einzelwerten können Anleger auch breit gestreut per ETF auf die Branche setzen. Der L&G Ecommerce Logistics UCITS ETF (WKN A2H5GL) besteht zu rund 30 % aus US-Aktien, danach folgen Japan, China, Deutschland und Dänemark. Am stärksten gewichtet sind zurzeit die chinesischen Konzerne Vipshop Holdings (WKN A1JVJQ) und Sinotrans (WKN A0M4Y7).

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