Megamarkt Gesundheit Chancen und Risiken für Anleger

Braune Glasflaschen, die in einer Produktionsmaschine gefüllt werden
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Die Corona-Pandemie unterstreicht die Bedeutung des Gesundheitssektors: Pharma-, Biotech- und Medizintechnikwerte profitieren.

Das erste offizielle Medikament in Europa gegen die Corona-Pandemie ist da. Anfang Juli hat das amerikanische Biotech-Unternehmen Gilead (WKN 885823) von der EU-Kommission die begrenzte Zulassung von „Remdesivir“ als Mittel gegen Covid-19 auf dem europäischen Markt erhalten. Remdesivir wurde ursprünglich für den Einsatz gegen Ebola entwickelt. In den USA ist das Mittel bereits seit Anfang Mai begrenzt zugelassen, nachdem bei einer internationalen Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmern Covid-19-Patienten im Schnitt vier Tage schneller gesund wurden.

Die Corona-Krise zeigt: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Staaten und Private investieren in Forschung, Technik und Manpower, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. In einem weltweiten Wettrennen um die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus sind seit Jahresbeginn weit über 100 Projekte angelaufen. Die öffentliche Hand fördert mit großen Summen die Anstrengungen, allein die USA wollen zehn Milliarden US-Dollar in Impfprojekte stecken, eine Geberkonferenz der EU sammelte unter anderem von Deutschland gut sieben Milliarden Euro ein. Auch langfristig sollten die Branchen rund um die Gesundheit in der Gesellschaft und an der Börse wieder stärker geschätzt werden: „Wir denken, dass der Megatrend Gesundheit nicht aufzuhalten sein wird“, erklärt Michael Bohn, Analyst beim Freiburger Greiff Research Institut. Zu den Profiteuren dürften innovative Biotechnologie-Unternehmen, klassische Pharmagrößen und die Hersteller von Medizintechnik gehören.

Innovationsführer Biotech

Wie die meisten neuen Wirkstoffe und Medikamente kommt auch Remdesivir aus den Laboren der Biotechnologie-Unternehmen: „Biotechnologie geht längst über die reine Grundlagenforschung hinaus. Mittlerweile stammt das Gros neuer medizinischer Therapien von Biotech- und nicht mehr von klassischen Pharma-Unternehmen“, erklärt Mario Linimeier, Geschäftsführender Gesellschafter und Fondsmanager bei Medical Strategy. „Bis zum Jahr 2023 werden pro Jahr mehr als 50 Neuzulassungen aus dem Biotech-Bereich durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA erwartet“, so Linimeier. Remdesivir-Pionier Gilead gehört neben dem EPO-Erfinder Amgen (WKN 867900), Vertex Pharma (WKN 882807) und Regeneron (WKN 881535) zu den am höchsten bewerteten Biotechnologie-Unternehmen der Welt. Mit Tamiflu gegen die Vogelgrippe und dem sehr effizienten, aber extrem teuren Sovaldi gegen Hepatitis C hat der Konzern aus Kalifornien zwei der erfolgreichsten Biotech-Wirkstoffe der vergangenen Jahrzehnte entwickelt. Die Aktien von Gilead, Vertex, Amgen und Regeneron sind auch in den erfolgreichsten Biotechnologiefonds vertreten, die sich wie der Candriam Equities L Biotechnology – C (WKN 939839) oder der UBS (Lux) Equity Fund-Biotech (WKN A1J7MJ) auf die Branchengrößen konzentrieren. Höhere Renditechancen bei gleichzeitig höheren Risiken bieten Fonds, die auf Small und Mid Caps aus dem Sektor Biotechnologie setzen, etwa der RIM Global Bioscience (WKN 580452) oder der Medical BioHealth (WKN 941135).

Platzhirsche aus Big Pharma

In Zeiten des Virus richten Anleger den Fokus verstärkt auch auf die defensiveren Werte aus der Pharmabranche. Unter ihnen sticht für Stephan Albrech, Vorstandsvorsitzender der Kölner Vermögensverwaltung Albrech & Cie., aktuell die 1876 gründete Eli Lilly (WKN 858560) hervor: „Das US-Unternehmen hat neben dem eigenen Produktportfolio etliche Kooperationen mit Biotech-Unternehmen, unter anderem für die Entwicklung eines Anti-Covid-19-Wirkstoffs“, erklärt der Vermögensverwalter. „Zudem befindet sich der Aktienkurs von Eli Lilly in einem langfristigen Aufwärtstrend.“ Ebenfalls gefragt sind die Platzhirsche aus Big Pharma – die weltweit umsatzstärksten drei Unternehmen Roche (WKN 855167), Pfizer (WKN 852009) und Novartis (WKN 904278). Auch sie unterhalten vielfältige Kooperationen mit aufstrebenden Biotechfirmen oder haben sie gleich ganz übernommen, um sich frühzeitig vielversprechende Produktansätze zu sichern.

Wachstumsmarkt Medizintechnik

Eine klassische Wachstumsbranche ist die Medizintechnik. Sie profitiert von Innovationen und dem Trend zu Digital Health. Der weltweite Branchenumsatz lag im Jahr 2017 nach Berechnungen von Statista bei gut 400 Milliarden US-Dollar, bis 2024 wird eine Steigerung um fast 50 % auf rund 600 Milliarden US-Dollar erwartet. Davon dürften zahlreiche große und kleine Unternehmen profitieren. Weltmarktführer mit Schwerpunkten bei Herzschrittmachern, Neurologie und Wirbelsäulenchirurgie ist der US-Konzern Medtronic (WKN A14M2J). Wichtigste deutsche Aktie ist Siemens Healthineers (WKN SHL100), die 2018 vom Mutterkonzern an die Börse gebracht wurde. SHN hat vor allem bei bildgebenden Diagnosen wie MRT und CT, bei Labordiagnostik und digitalen Gesundheitsservices eine führende Marktstellung. Der traditionsreiche Konzern Carl Zeiss Meditec (WKN 531370) ist führend bei Mikroskopen und medizinischen Geräten für die Augenheilkunde und Mikrochirurgie. Besonders ins Blickfeld gerückt ist zuletzt in der Corona-Pandemie das Lübecker Familienunternehmen Drägerwerk (WKN 555063). Der SDAX-Konzern produziert unter anderem Atemschutzmasken und Beatmungsgeräte und konnte im ersten Quartal 2020 seinen Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 1,4 Milliarden Euro mehr als verdoppeln.

Breit in den Gesundheitsmarkt investieren

Auch comdirect hat das Thema Gesundheit als eines der drängendsten Zukunftsthemen identifiziert und zu einem der sechs Schwerpunktthemen im Motiv-Investing gemacht. Finanzexperten von comdirect haben je drei Aktien, aktiv gemanagte Investmentfonds und ETFs ausgesucht, in die Kunden besonders kostengünstig investieren können. Neben den Aktien Merck (WKN 659990), Pfizer (WKN 852009) und Carl Zeiss Meditec (WKN 531370) sind drei Fonds mit 75 % Rabatt auf den regulären Ausgabeaufschlag erhältlich. Der BlackRock Global Funds World Healthscience Fund (WKN A0BL36) und der Janus Global Life Sciences Fund (WKN 935590) investieren dabei breit in die gesamte Gesundheitsbranche mit einem Schwerpunkt auf klassischen Pharmawerten. Der Bellevue Funds (Lux) BB Adamant Medtech & Services (WKN A0RP23) konzentriert sich auf Medizintechnik und Digital Health. Besonders kostengünstige ETF ermöglichen Anlegern die regionale Konzentration auf die wichtigsten Aktien der Gesundheitsbranche. Der Lyxor UCITS ETF MSCI World Health Care (WKN LYX0GM), der iShares S&P 500 Health Care Sector UCITS ETF (WKN A142NZ) und der iShares STOXX Europe 600 Health Care UCITS ETF (WKN A0Q4R3) können im Sparplan ab 25 Euro gebührenfrei geordert werden.

Aktien, ETF-Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 19.08.2020; Quelle: comdirect.de