- Die Frontier-Staaten hinter den Emerging Markets haben großes Aufholpotenzial.
- Länder- und Einzeltitelauswahl sind in Frontier Markets besonders wichtig.
- Aktive Steuerung durch Fondsmanager reduziert die Investmentrisiken.
Für internationale Anlegerinnen und Anleger ist das Investieren in China erst seit einem Jahr wieder ein Quell der Freude. Zuvor hatten die chinesischen Börsen trotz des starken Wirtschaftswachstums ein Jahrzehnt lang kaum schwarze Zahlen geliefert. Ganz anders geht es einem Land, das nicht weit entfernt liegt – Vietnam. Auch Vietnam ist ein Ein-Parteien-Staat, aber längst nicht so restriktiv wie der chinesische Nachbar. Der Staat bemüht sich um wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der ganzen Welt. Schuhe, T-Shirts und Anzüge tragen oft das Label made in Vietnam. Aber auch Technologie-Giganten wie Apple und Samsung, Intel und LG lassen ihre Produkte von den jungen, gut ausgebildeten und ehrgeizigen Menschen des Landes am Mekong fertigen. „Vietnam steht heute an einem ähnlichen Punkt wie China vor 15 Jahren“, erklärt Shasha Li Mafli, Fondsmanagerin und Expertin für Emerging Markets bei der Fondsboutique Eric Sturdza Investments. Das zeigt sich auch an der Performance der Börse in Ho-Chi-Minh-Stadt, vormals Saigon. Der Ho Chi Minh Vietnam STOXX Index, der im Juli 2000 aufgelegt worden ist, durchbrach im Januar 2026 erstmals die Marke von 1.900 Punkten – rund eine Verzwanzigfachung binnen gut 25 Jahren.
Expertinnen und Experten sehen großes Aufholpotenzial der Frontier Markets
Vietnam gehört zu den sogenannten Frontier Markets. Frontier Markets sind nach der Definition von Indexanbietern wie MSCI oder Standard & Poor’s Länder, die im Vergleich zu den sogenannten Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien noch ein niedrigeres Bruttoinlandsprodukt und eine niedrigere Marktkapitalisierung an den lokalen Börsen aufweisen. Aktuell gehören – neben Vietnam – zum Beispiel Argentinien, Kenia, Marokko, Nigeria, Pakistan, Rumänien und Sri Lanka zu den rund 30 Frontier-Staaten. Sie machen rund ein Drittel der Weltbevölkerung aus, aber ihre Unternehmen gerade mal 1 Promille der weltweiten Marktkapitalisierung. Das wird sich ändern, meint James Johnstone, Fondsmanager des Redwheel Next Generation Emerging Markets Equity Fund – JA USD ACC: „Die Frontier Markets haben besonders junge Bevölkerungen und Rohstoffe, die in den Industrieländern gebraucht werden.“ Der Westen werde in diesen Ländern in den nächsten Jahrzehnten investieren müssen. Seine Prognose: „Afrika, Südasien und Lateinamerika werden in den nächsten 3 Dekaden ähnlich überraschen wie Ostasien und Osteuropa in den vergangenen 3 Dekaden.“
Länder- und Einzeltitelauswahl ist enorm wichtig
Die Wachstumsraten fallen in den Frontier-Ländern überdurchschnittlich aus. Insbesondere Unternehmen aus dem Bau- und Infrastruktursektor profitieren davon. Zudem wird in den meisten Frontier-Staaten eine moderne Telekommunikations- und Finanzstruktur aufgebaut. Telekom- und Bankunternehmen machen entsprechend große Anteile der Marktkapitalisierung an den Börsen aus. Einige Staaten verfügen zudem über beträchtliche Rohstoffvorkommen. Die Aktien der Unternehmen in den Frontier Markets haben im Durchschnitt niedrigere KGVs als in den entwickelten Industrienationen. „Trotz der guten Performance im vergangenen Jahr halten wir die Bewertungen immer noch für günstig“, erklärt Stefan Böttcher, Fondsmanager des Fiera Oaks EM Select Fund – A EUR ACC.
Aktives Management reduziert die Risiken
Den Chancen auf überdurchschnittliche Renditen in den Frontier-Staaten stehen aber auch entsprechende Risiken entgegen. Sie reichen von politischer Instabilität über schwache Rechtssysteme bis zu schwankenden Währungen. Genaue Kenntnisse der jeweiligen Märkte und der Unternehmen sind notwendig. Deshalb lohnt es sich für Privatanlegende, auf erfahrene Fondsmanager zu setzen, die die jeweiligen lokalen Marktbedingungen kennen. Weil sie unter rund 30 Ländermärkten auswählen, können sie die Märkte mit überdurchschnittlichen Risiken im Portfolio untergewichten oder gleich ganz meiden. Mit entsprechendem Portfoliomanagement können sie so die Schwankungsrisiken der Frontier Markets abmildern – ganz ausschalten lassen sie sich aber nicht.
Frontier-Markets-Fonds waren zuletzt sehr erfolgreich
Fonds mit Schwerpunkt Frontier Markets stehen an der Performance-Spitze aller bei comdirect gelisteten Emerging-Markets-Fonds. Besonders erfolgreich war in den vergangenen 5 Jahren der Redwheel Next Generation Emerging Markets Equity Fund – JA USD ACC. Fondsmanager James Johnstone stellt sein Portfolio regional breit auf, sogar die am stärksten gewichteten Nationen wie Südafrika und Vietnam machen jeweils nicht einmal 10 % aus. Gleichzeitig profitierte er zuletzt besonders stark von seinem Fokus auf Minenaktien. Der HSBC – Frontier Markets – XC USD ACC setzt dagegen einen Schwerpunkt in Vietnam (25 %) und in den Vereinigten Arabischen Emiraten (18 %). Gut abgeschnitten haben in den vergangenen 5 Jahren auch der Schroder International Selection Fund Frontier Markets Equity – C EUR ACC und der Fiera Oaks EM Select Fund – A EUR ACC mit seinem Fondsmanager Stefan Böttcher.
Eine kostengünstige Alternative zu aktiv gemanagten Fonds sind traditionell ETFs. Abgesehen von Länder-ETFs auf die Indizes der prominentesten Nationen wie Vietnam gibt es jedoch im Frontier-Segment wenig Auswahl. Der Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF – 1C USD ACC investiert passiv in die Frontier-Staaten. Der Index umfasst die 40 größten und liquidesten Unternehmen der Grenzmärkte aus dem S&P Extended Frontier 150 Index und wird 2-mal jährlich neu gewichtet. Vietnam ist dabei mit mehr als 30 % am stärksten im Portfolio und mit dem Konglomerat Vingroup Joint Stock Company (VIC) als stärkstem Einzelwert vertreten. Auch Unternehmen aus Marokko und Argentinien machen jeweils einen 2-stelligen Anteil am Portfolio aus. Der ETF konnte in den vergangenen 5 Jahren seinen Anteilswert nahezu verdoppeln.
Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 09.03.2026; Quelle: comdirect.de


