Fresenius Medical Care Starker Gewinnrückgang

Fresenius Headquarters in Bad Homburg, Deutschland
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Die Pandemie hat auch das Geschäft des Weltmarktführers bei der Dialyse-Behandlung stark beeinträchtigt.

Fresenius Medical Care ist Weltmarktführer bei der Dialyse und in mehr als 100 Ländern präsent. Aktuell wächst das Geschäft in Asien überdurchschnittlich gut. Die Bewertung und die Dividendenrendite sind attraktiver als im langjährigen Durchschnitt. Trotz zuletzt schwacher Zahlen schneidet die Aktie bei den Analysten immer noch recht gut ab. Allerdings ging der Gewinn zuletzt im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Das liegt zum einen an Währungsverlusten, aber vor allem auch an der überproportionalen Covid-Sterblichkeit der Dialyse-Patienten. Der Ausblick für das Gesamtjahr 2021 ist angesichts einer Gewinnwarnung mager.

Pro Fresenius Medical Care (WKN 578580)

  • Breites Portfolio: Fresenius Medical Care (FMC) ist die Dialysetochter der ebenfalls DAX-notierten Fresenius und war dort schon vor dem Mutterhaus vertreten. Rund die Hälfte des Gesamtumsatzes von Fresenius stammt von FMC, die alle Produkte und Dienstleistungen für die Dialyse von Nierenkranken bietet. FMC hat ihre Wurzeln und ihren Schwerpunkt in den USA, ist aber inzwischen auf allen Kontinenten aktiv.
  • Asiengeschäft läuft gut: In der Region Asien-Pazifik stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2021 um 8 % auf 486 Millionen Euro. Vor allem Gesundheitsdienstleistungen waren im Vergleich zum Vorjahr stärker gefragt. Das operative Ergebnis stieg im zweiten Quartal um 33 % auf 84 Millionen Euro. Die operative Marge legte um mehr als drei Prozentpunkte auf 17,3 % zu.
  • Attraktivere Bewertung: Die einstmals sehr hoch bewertete FMC-Aktie hat stark unter der Corona-Virus-Pandemie gelitten. So fiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 auf 17 und ist damit im historischen Vergleich eher niedrig. Zudem hat Fresenius seit den 1990er-Jahren regelmäßig die Dividende erhöht. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 2 %.
  • Beliebt bei den Analysten: Der Gesundheitskonzern gehört bei den Analysten seit vielen Jahren zu den DAX-Favoriten. Trotz der Probleme im Pandemiejahr sehen aktuell neun von 16 Experten Fresenius als „Kauf“. Immerhin sechs empfehlen „Halten“, ein Analyst empfiehlt den „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 50 %.

Contra Fresenius Medical Care (WKN 578580)

  • Deutlicher Gewinnrückgang: Im ersten Halbjahr 2021 verringerte sich der Umsatz bei FMC im Vergleich zum Vorjahr um 6 % auf 8,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis reduzierte sich sogar um 26 % auf knapp 900 Millionen Euro. Die Marge betrug 10,5 %. Damit ging sie im Vergleich zum Vorjahr um fast drei Prozentpunkte zurück.
  • Anhaltende Währungsbelastungen: Neben der Pandemie beeinträchtigen auch negative Währungsentwicklungen den Konzernumsatz. Bei konstanten Devisenkursen hätte Fresenius Medical Care statt eines Rückgangs von 6 % währungsbereinigt immerhin einen kleinen Zuwachs von 2 % erzielt.
  • Viele Patienten verstorben: Die Corona-Virus-Pandemie hat Dialyse-Patienten wie andere Patienten mit gravierenden Vorerkrankungen besonders stark betroffen. Mehr als 15.000 FMC-Kunden sind an oder mit dem Corona-Virus verstorben. Zwar waren zur Jahresmitte über 70 % der FMC-Patienten geimpft. Durch die Delta-Variante sind Dialyse-Patienten aber weiterhin überproportional stark gefährdet.
  • Magere Aussichten: Schon im Februar dieses Jahres hatte FMC die Märkte mit einer Gewinnwarnung geschockt. Weiterhin geht das Unternehmen für das Gesamtjahr 2021 beim Konzernergebnis von einem Rückgang von bis zu 25 % gegenüber dem Vorjahr aus. Eine Abmilderung der schwachen Zahlen wäre nur bei einer deutlichen Verbesserung der Corona-Virus-Lage in Sicht.

Über Fresenius

Der Apotheker und Inhaber der Frankfurter Hirsch-Apotheke, Eduard Fresenius, gründete 1912 sein eigenes Pharmazieunternehmen Dr. E. Fresenius. Schwerpunkte der Fertigung waren Arzneispezialitäten wie Injektionslösungen, serologische Reagenzien und Bormelin-Nasensalbe. Ab 1966 begann der Vertrieb von Dialysegeräten. 1996 schließlich übernahm Fresenius das US-Unternehmen National Medical Care und gründete die Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care. Sie ist heute der weltweit führende Anbieter von Dialyseprodukten und -dienstleistungen. Dazu gehören neben Dialysegeräten auch das damit verbundene Einweg-Zubehör, Dialysemedikamente und Labordienstleistungen.

FMC bietet die beiden gängigen Dialyseverfahren an. Bei der sogenannten Hämodialyse wird das Blut mithilfe eines Dialysators gereinigt. Bei der Peritonealdialyse dagegen dient das Bauchfell als filternde Membran. FMC ist mit Produktionsstätten auf allen Kontinenten vertreten und versorgte zum 30. Juni 2021 über 345.000 Patienten in weltweit 4.125 eigenen Dialysezentren. Zum Ende des zweiten Quartals beschäftigte FMC mehr als 123.000 Mitarbeiter. Die Zentrale befindet sich ist in Bad Homburg bei Frankfurt. Der Schwerpunkt des operativen Geschäfts liegt allerdings weiterhin in den Vereinigten Staaten.

Die Aktien von Fresenius Medical Care werden seit 1996 an der Frankfurter Börse gehandelt. Schon drei Jahre später und damit vor der Muttergesellschaft Fresenius stieg FMC in den DAX auf. Fresenius hält noch heute rund ein Drittel der FMC-Aktien. Über viele Jahre entwickelte sich der FMC-Kurs positiv, das Unternehmen wuchs zu einem mittelgroßen DAX-Wert heran. In den vergangenen Jahren und insbesondere seit dem Ausbruch der Corona-Virus-Pandemie ließ der Schwung nach. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung von Fresenius Medical Care unter der 20-Milliarden-Euro-Marke.

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