Gesundheitsbranche Fresenius: Umsatzplus trotz Pandemie

Fresenius: Umsatz steigt
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Auch im Jahr 2020 legte der Umsatz des Gesundheitskonzerns zu. Die Gewinnentwicklung konnte allerdings nicht folgen.

Die Wiesbadener Fresenius gehört zu den großen globalen Gesundheitskonzernen. Trotz negativer Pandemieeinflüsse konnte der Umsatz auch im Jahr 2020 gesteigert werden. Die Bewertung der Aktie ist im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt niedrig und bei den Analysten gibt es ein großes Vertrauen in den Konzern. Allerdings ging der Gewinn des Unternehmens im vergangenen Jahr zurück. Die Verschuldung liegt aktuell bei über 25 Milliarden Euro und auch im laufenden Jahr dürfte der Gewinn noch nicht wieder ansteigen.

Pro Fresenius (WKN 578560)

  • Breites Portfolio: Fresenius ist als Gesundheitskonzern breit aufgestellt und auf allen Kontinenten aktiv. Er bietet Produkte und Dienstleistungen für Dialyse, Krankenhäuser und ambulante Versorgung von Patienten. Rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet die Dialysetochter Fresenius Medical Care, die ebenfalls im DAX notiert.
  • Steigende Umsätze: Fresenius konnte trotz der Pandemie im Jahr 2020 den Geschäftsumsatz steigern. Die Erlöse stiegen um 2 % auf 36,3 Milliarden Euro. Währungsbereinigt betrug das Plus sogar 5 %. Den Großteil des Zuwachses verdankt der Konzern der wichtigsten Tochter Fresenius Medical Care, dem Marktführer für Dialyse-Behandlungen.
  • Attraktive Bewertung: Der Gesundheitskonzern hat 2020 massiv unter der Corona-Virus-Pandemie gelitten. Dadurch ist die Bewertung der Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund elf für das Jahr 2021 im historischen Vergleich niedrig. Zudem hat Fresenius seit den 1990er-Jahren regelmäßig die Dividende erhöht. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 2,4 %.
  • Beliebt bei den Analysten: Der Gesundheitskonzern gehört bei den Analysten seit vielen Jahren zu den DAX-Favoriten. Trotz der Probleme im Pandemiejahr sehen aktuell elf von 15 Experten Fresenius als „Kauf“. Drei Analysten empfehlen, die Aktie zu halten und nur ein einziger empfiehlt den Verkauf. Der comdirect Analysten-Score liegt damit bei überdurchschnittlichen 67 %.

Contra Fresenius (WKN 578560)

  • Sinkender Gewinn: Im vergangenen Jahr hat der Konzern wegen der Pandemie beim bereinigten Ergebnis einen Einbruch von 4 % auf knapp 1,8 Milliarden Euro verbucht. Währungsbereinigt betrug das Minus 3 %. Damit schnitt Fresenius beim Ergebnis dennoch etwas besser ab, als das Unternehmen zuletzt in Aussicht gestellt hatte.
  • Reha-Maßnahmen pausieren: Die Corona-Pandemie hat andere Behandlungen stark zurückgedrängt. Entsprechend schwach fielen die Geschäftszahlen beim Unternehmensbereich Vamed aus, der auf Reha-Maßnahmen spezialisiert ist. Allein im vierten Quartal fiel wegen der geringeren Nachfrage in der Rehabilitation sowie Verschiebungen von Eingriffen der Umsatz um 22 % auf 577 Millionen Euro.
  • Hohe Verschuldung: Fresenius hat durch die Übernahmen der vergangenen Jahre nach wie vor einen hohen Schuldenstand. Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns verringerten sich zwar im Jahr 2020 um 5 % auf 25,9 Milliarden Euro. Bei steigenden Zinsen könnten sich die Finanzierungskosten mittelfristig negativ bemerkbar machen.
  • Magere Aussichten: Fresenius rechnet auch im laufenden Jahr mit belastenden Effekten durch die Pandemie. Der Konzern erwartet währungsbereinigt einen Anstieg beim Konzernumsatz im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Ein Sparprogramm soll die Kosten langfristig senken. Für 2021 wird das bereinigte Konzernergebnis aber erst auf dem Niveau von 2020 erwartet.

Über Fresenius

Der Apotheker und Inhaber der Frankfurter Hirsch-Apotheke, Eduard Fresenius, gründete 1912 sein eigenes Pharmazieunternehmen Dr. E. Fresenius. Schwerpunkte der Fertigung waren Arzneispezialitäten wie Injektionslösungen, serologische Reagenzien und Bormelin-Nasensalbe. Das Produktionsunternehmen wurde 1933/34 nach Bad Homburg verlegt. Das Ehepaar Kröner übernahm 1951 den Produktionsbetrieb und baute zunächst das Segment Infusionslösungen aus. Ab 1966 begann der Vertrieb von Dialysegeräten. 1996 schließlich übernahm Fresenius das US-Unternehmen National Medical Care und gründete die Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care. Sie ist heute der weltweit führende Anbieter von Dialyseprodukten und -dienstleistungen.

Aktuell befinden sich vier Segmente unter dem Konzerndach: Fresenius Medical Care (FMC) ist der Weltmarktführer bei Produkten und Dienstleistungen für Patienten mit chronischem Nierenleiden. Die Aktie war schon vor ihrer Konzernmutter im DAX notiert. Fresenius Helios ist der größte private Klinikkonzern in Deutschland und entstand aus der Übernahme der Wittgensteiner Kliniken GmbH, der Helios-Kliniken GmbH, der Rhön-Klinikum AG und der spanischen Klinikgruppe Eugin. Fresenius Kabi bietet Infusions- und Ernährungstherapien, Technologien für Bluttransfusion sowie ambulante Gesundheitsversorgung. Die Fresenius Vamed AG schließlich beschäftigt sich mit der Beratung, Planung, Errichtung und Ausstattung von Krankenhäusern, Kurbetrieben, Seniorenzentren und Thermalanlagen. Zudem ist sie im Management von Gesundheitseinrichtungen aktiv.

1982 wurde Fresenius in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1986 kamen Fresenius-Vorzugsaktien in den Börsenhandel, einige Jahre später auch Stammaktien. Über viele Jahre entwickelte sich die Aktie des Gesundheitskonzerns sehr positiv. Im Jahr 2009 stieg das Unternehmen in den DAX auf, 2015 auch in den europäischen Euro STOXX 50. Nach der in den vergangenen vier Jahren eher schwächeren Kursentwicklung gehört Fresenius aktuell mit einer Marktkapitalisierung von rund 21 Milliarden Euro zu den kleineren Unternehmen im Auswahlindex.

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