Frankreich Hoffen auf den Aufschwung

Palais Bourbon in Paris, Sitz der französischen Nationalversammlung
© aristotoo via Getty Images/iStockphoto

Nach der Corona-Virus-Pandemie will Frankreich durchstarten – dank Geld von der EU, starken Unternehmen und anziehendem Konsum.

Adrien Dumas

Adrien Dumas, CIO Mandarine Gestion und Fondsmanager des Mandarine Opportunités

Die französische Wirtschaft erwartet für das laufende Jahr einen kräftigen Aufschwung. Dazu tragen die starken Unternehmen im CAC 40 mit ihren hohen Dividendenrenditen bei. Mit knapp 40 Milliarden Euro Unterstützung aus dem Corona-Hilfspaket der EU können notwendige Investitionen in Klimaschutz, Digitalisierung und Ausbildung angeschoben werden, und der Tourismus steht vor einem guten Sommer.

Allerdings wurde Frankreich von der Pandemie besonders hart getroffen und das enorme Budgetdefizit wird sich nur langsam reduzieren. Zudem hat Präsident Macron nach den Regionalwahlen neben dem Rassemblement National (bis Juni 2018: Front National) auch mit den wieder erstarkten Republikanern zu kämpfen und muss 2022 um seine Wiederwahl fürchten.

  • Starkes Wachstum in Sicht: Nach dem Konjunktureinbruch im Vorjahr rechnet Frankreich für das laufende Jahr mit einem kräftigen Aufschwung. Die Wirtschaft soll nach Prognosen des Statistikamtes INSEE um 6 % zulegen. Dazu sollte unter anderem die starke Konsumnachfrage beitragen, die vom hohen Mindestlohn und den ausgabefreudigen Franzosen gestützt wird.
  • Starke Unternehmen: Die französischen Großunternehmen spielen international in der ersten Liga. Im Finanzsektor machen Unternehmen wie Société Generale, BNP Paribas oder Axa Anlegern weniger Sorgen als italienische oder deutsche Banken. LVMH, Kering und L’Oréal sind als stabile Konsum- und Luxuskonzerne Pfeiler im französischen CAC 40.
  • Geld von der EU: Vom 750 Milliarden Euro schweren Corona-Hilfspaket der EU erhält Frankreich Zuschüsse von 39,4 Milliarden Euro und ist damit der drittgrößte Empfänger nach Italien und Spanien. Gut die Hälfte der Gelder will das Land für den Klimaschutz einsetzen. Jeweils rund ein Viertel fließt in die Digitalisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen und in die Verwaltung sowie in die Verbesserung der Berufsausbildung.

„Die Notwendigkeit weiterer Reformen ist in Frankreichs Politik fest verankert. Das Land profitiert stark von den Mitteln des europäischen Wiederaufbaufonds und kann die Wirtschaft modernisieren.“

Adrien Dumas, CIO Mandarine Gestion und Fondsmanager des Mandarine Opportunités
  • Einnahmen aus dem Tourismus ziehen an: Auch in Frankreich sind die Infektionszahlen deutlich zurückgegangen. Der harte Lockdown ist seit Mai vorüber. Davon profitiert auch die Tourismuswirtschaft, die landesweit eine wichtige Rolle spielt. Für den Sommer waren schon früh kaum noch Reservierungen möglich.
  • Heftig von Corona getroffen: Frankreich wurde von der Corona-Virus-Pandemie deutlich stärker getroffen als Deutschland. Die Wirtschaftsleistung ging im Jahr 2020 um 8,2 % zurück. Das Budget-Defizit des französischen Staates betrug 2020 rund 10 % des BIP und dürfte nur langsam wieder schrumpfen.
  • Unsicherheit vor den Wahlen: Präsident Macron hat längst nicht alle Erwartungen erfüllt. Auch mit dem Management der Pandemie waren viele Bürger nicht zufrieden. Bei den Regionalwahlen schnitt neben dem ultrarechten Rassemblement National vor allem die Partei der Republikaner von Ex-Präsident Sarkozy gut ab. Vor den Präsidentschaftswahlen 2022 ist mit viel Unruhe zu rechnen.

Investieren in Fonds und ETF

ETFs auf den CAC 40 bilden den französischen Standardwerte-Index bei niedrigen Kosten ab. Aktiv gemanagte Länderfonds sind verhältnismäßig selten geworden. Die Fonds von Edmond de Rothschild, Fidelity und Mandarine sind in allen Segmenten engagiert. Der Oddo BHF Avenir konzentriert sich vor allem auf Small und Mid Caps.

NameGattungWKN
Edmond de Rothschild Tricolore Rendement RFondsA0NE9J
Fidelity Funds France Fund A-ACCFondsA0LF00
Mandarine Opportunités – R EUR ACCFondsA1CYNN
Oddo BHF Avenir – DR EUR DISFondsA0NAT6
XTRACKERS CAC 40 UCITS ETF – 1DETFDBX1AR

Aktien: Auf einzelne Unternehmen setzen

LVMH hat aktuell die höchste Marktkapitalisierung am französischen Aktienmarkt. Adrien Dumas hat im Mandarine Opportunités auch den Sektor Finanzen mit der Bank BNP hoch gewichtet. Airbus, Air Liquide und L´Oréal befinden sich ebenfalls unter den Top Ten im Portfolio.

AktieBrancheWKN
AirbusLuft- und Raumfahrt938914
Air LiquideChemie850133
BNP ParibasFinanzen887771
L´OréalKosmetik853888
LVMHLuxus853292

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 22.09.2021; Quelle: comdirect.de