Europa Der alte Kontinent holt endlich auf

Internationale Flaggen
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Starkes Wachstum nach dem Ende der Lockdowns treibt Wirtschaft und Aktienmärkte an.

Beim Vergleich führender internationaler Aktienindizes zeigt sich aktuell ein seltenes Bild: Die beste Performance der vergangenen zwölf Monate stammt nicht vom amerikanischen Dow Jones, dem japanische Nikkei oder dem chinesischen Shanghai A. Den stärksten Zuwachs bot ein Index, der eine vermeintlich stagnierende Region abbildet – der Euro STOXX 50. Der Aufschwung des europäischen Aktienbarometers bildet ab, was über Brexit und Bundestagswahlen in diesem Jahr teilweise vergessen wurde: Der von der Corona-Virus-Pandemie im Jahr 2020 stark gebeutelte europäische Kontinent ist wieder auf der Überholspur: „Die Wirtschaft hat die Talsohle durchschritten“, erklärte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, im Spätsommer zum Auftakt der jährlichen EZB-Notenbank-Konferenz.

Kräftiges Wirtschaftswachstum

Das Ausmaß des Aufschwungs nach dem weitgehenden Ende der Corona-Einschränkungen kam überraschend. „Der Gesamteinkaufsmanagerindex für die Eurozone hat im dritten Quartal 2021 den höchsten Quartalsdurchschnitt seit 15 Jahren erreicht“, erklärt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank: Im dritten Quartal sollte die Wirtschaft im Euroraum im Vergleich zum Vorquartal um 2 % gewachsen sein. Dieser Schwung dürfte auf mittlere Sicht kaum nachlassen: „Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft in diesem und im nächsten Jahr um jeweils 5 % wachsen wird“, erklärt Daniel Hartmann, Chefvolkswirt des Asset Managers Bantleon. Auch 2023 sieht er das Wachstum noch über dem normalen Potenzial von 1,5 % pro Jahr.

Die deutliche Verbesserung der Lage begann bereits im Frühjahr und hat sich bei zahlreichen europäischen Unternehmen in hervorragenden Halbjahreszahlen niedergeschlagen. Gerade die in Europa besonders stark vertretenen zyklischen Unternehmen mit starker Exportorientierung profitierten von der konjunkturellen Erholung in der Weltwirtschaft. Sie können zudem die aktuellen inflationären Tendenzen durch Preissteigerungen ausgleichen. Das gilt für den Maschinenbau ebenso wie für die Chemieindustrie. Auch die Automobilwirtschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr 2020 wieder deutlich erholt und schafft zunehmend den Sprung in das elektrische Zeitalter. Volkswagen (WKN 766403) etwa meldete für das erste Halbjahr 2021 mit 11,4 Milliarden Euro einen Rekordgewinn beim operativen Ergebnis.

Inflationssorgen bremsen

An der Schwelle zum Winter gibt es allerdings einige Fragezeichen. So hat sich die Corona-Virus-Pandemie trotz der Impffortschritte massiv zurückgemeldet. Zudem bremsten die aktuellen Engpässe bei Rohstoffen, Vorprodukten und vor allem bei Halbleiterchips insbesondere die Automobilindustrie aus, deren Zulassungen zuletzt wieder sanken. Das Wachstum dürfte im vierten Quartal dieses Jahres deutlich nachlassen. Auch die gestiegenen Inflationsraten führen an den Aktienmärkten zur Sorge, dass die EZB ihre Zinszügel möglicherweise anziehen könnten. Die Zentralbank sieht allerdings die Inflation als vorübergehendes Phänomen im Zuge der Wiedereröffnung der Wirtschaft nach den Lockdowns. „Tatsächlich entsprechen die niedrige Inflationsrate im vergangenen Jahr und die hohe Inflationsrate in diesem Jahr im Durchschnitt der Inflationsrate, die 2019 vor der Pandemie zu beobachten war“, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde bei der Jahrestagung der Europäischen Zentralbank.

Nennenswerte Änderungen an der Geldpolitik oder gar eine Anhebung der Leitzinsen scheinen daher in weiter Ferne. Gleichzeitig sind die größten europäische Aktien im STOXX 600 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 16 aktuell deutlich niedriger bewertet als ihre US-Konkurrenten im S&P 500. Bisher dominieren unter den performancestärksten Euro-STOXX-Werten der vergangenen fünf Jahre allerdings nicht die preisgünstigsten Unternehmen: Der holländische Elektronikkonzern ASML Holding (WKN A1J4U4), die französischen Luxuskonzerne LVMH (WKN 853292), Kering (WKN 851223) und L´Oréal (WKN 853888) sowie die deutsche Infineon (WKN 623100) sind höher bewertet als der Durchschnitt des Euro STOXX 50. Sie haben aber auch den Einbruch der Märkte im Frühjahr 2020 gut überstanden.

Experten scheint es durchaus möglich, dass in den kommenden Monaten Aktien aus Branchen und Regionen aufholen, die bisher nicht zum Favoritenkreis zählten – auch dank der Unterstützungszahlungen der Europäischen Union. „In Italien schreitet die Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi mit den geplanten Reformen schnell voran und könnte somit die Voraussetzungen für die Auszahlung weiterer EU-Mittel schon bald erfüllen“, erklärt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. „Hiervon könnten auch die vergleichsweise moderat bewerteten italienischen Aktien profitieren.“ Im Euro STOXX 50 ist zum Beispiel der Versorger Enel (WKN 928624) vertreten.

Breit investieren mit ETF und Fonds

Wer Einzelwertrisiken meiden möchte, kann für den europäischen Raum auf zahlreiche ETFs und aktiv gemanagte Investmentfonds setzen. ETFs mit Ausrichtung auf die Eurozone finden sich auch unter den Top-Preis ETFs von comdirect, für die im Sparplan keine Orderentgelte anfallen. Dazu gehören der iShares MSCI EMU Large Cap (WKN A1W37Z) oder der iShares MSCI EMU Mid Cap (WKN A1W370). Europas Länder und Branchen entwickelten sich in der Vergangenheit allerdings oft unterschiedlich (Alle Informationen zu den Top-Preis ETFs von comdirect finden Sie hier). Aktiv gemanagte Fonds konnten das in der Vergangenheit gut ausnutzen und ihre Benchmarks zum Teil deutlich übertreffen. Allerdings sind natürlich auch bei diesen aktiv gemanagten Fonds Kursverluste möglich. Unter den Top-Preis Fonds ohne Ausgabeaufschlag bietet comdirect zwei Europa-Fonds an, die sich auf größere Unternehmen spezialisiert haben: Der BlackRock Global Funds Continental European Flexible Fund (WKN A0F42G) und der Comgest Growth Europe (WKN A0JC8V) erhalten jeweils die Top-Note von fünf Sternen im Morningstar-Rating. Positiv entwickelten sich in den vergangenen Jahren einige Fonds, die sich auf europäische Small- und Mid-Caps konzentrieren. Im Sparplan bei comdirect sind unter anderem der Threadneedle (Lux) Pan European Small Cap Opportunities Fund (WKN A0MNG1), der Aberdeen Standard SICAV II European Smaller Companies Fund (WKN A0M091) und der Comgest Growth Europe Smaller Companies (WKN 631027). Alle drei Fonds haben die Bestnote von fünf Sternen im Morningstar-Rating (Alle Konditionen zu den Top-Preis Fonds finden Sie hier).

Aktien, ETF und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 24.11.2021; Quelle: comdirect.de