- Der MSCI World Index ist eine gute Basis, aber rückschlaggefährdet.
- Europa, Japan und Emerging Markets sind eine wichtige Beimischung.
- Vorsichtige Anlegende können auf offensive ETF-Mischfonds setzen.
3 goldene Börsenjahre liegen hinter den Anlegerinnen und Anlegern. Der DAX erreichte jeweils ein Plus von rund 20 % und die internationalen Märkte schnitten teilweise noch besser ab. Das muss längst noch nicht das Ende sein. Denn die Bewertungen für amerikanische Technologie-Unternehmen mit starkem KI-Schwerpunkt sind zwar inzwischen sehr hoch. Aber es gibt für Heiko Böhmer, Kapitalmarktstratege der Frankfurter Shareholder Value Management AG, einige Gründe für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends: „Letztlich werden die Kurse im Wesentlichen von 2 Faktoren getrieben – sinkenden Zinsen und steigenden Unternehmensgewinnen. Beide dürften im Jahr 2026 gegeben sein.“ Anlegende können davon profitieren – mit ETF-Indexfonds, die die Entwicklung der wichtigsten Aktienmärkte nachvollziehen.
Einfach Vermögen aufbauen
Mit ETFs können Anlegerinnen und Anleger an der Performance der wichtigsten Aktienmärkte teilhaben. „Über sehr lange Anlagezeiträume können sie so im Durchschnitt 7 bis 8 % Rendite pro Jahr erzielen“, erklärt Ali Masarwah, geschäftsführender Gesellschafter und CEO der Anlageberatung envestor. Allerdings verläuft die Entwicklung nicht linear. Man muss auch in schwierigen Börsenzeiten durchhalten und darf gerade dann nicht verkaufen. Wer zum Beispiel im Jahr 2000 vor dem Platzen der damaligen Internetblase eingestiegen ist, hatte erst rund 10 Jahre später sein Einstiegskapital zurück. Entscheidend ist also Durchhaltevermögen, mit dem Anlegende vom Zinseszins profitieren. Das bedeutet bei 7 % Rendite: Wer heute 10.000 Euro investiert, hat nach 40 Jahren 150.000 Euro. Wer zudem 300 Euro monatlich in einen Sparplan mit 7 % Rendite investiert, erzielt bei 144.000 Euro Einzahlung zusätzlich 745.000 Euro. Das Millionenvermögen ist dann ganz nahe und – wenn die Rendite statt 7 % im Durchschnitt 8 % beträgt – sogar überschritten.
Der MSCI World Index überstrahlte in den vergangenen 10 Jahren alles. Mit dem starken US-Dollar, einem 70-%-igen Anteil an US-Aktien und vor allem der starken Gewichtung der Magnificent 7 hatte er DAX, Euro STOXX, den japanischen Nikkei und die Emerging Markets um China weit übertroffen. Kein Wunder, dass viele Anlegerinnen und Anleger vorrangig auf einen MSCI-ETF mit Werten aus allen Industrieländern setzten. So ist der iShares-Core MSCI World UCITS ETF USD seit Langem der meistgefragte ETF bei den Kundinnen und Kunden von comdirect. Allerdings blieb der ETF auf den MSCI World bereits im Jahr 2025 aus Euro-Anlegersicht um rund 15 %-Punkte hinter einem DAX-ETF zurück – insbesondere wegen der Dollarschwäche.
Diese Dollarschwäche könnte sich fortsetzen, denn es ist ein erklärtes Ziel von Donald Trump, die US-Währung günstiger zu machen. Zudem ist auch eine Korrektur bei den Technologiewerten nach dem langen Aufschwung möglich. Anlageexperte Ali Marsawah empfiehlt daher, das ETF-Depot breiter aufzustellen. Schon mit einer kleinen Erweiterung können Anlegerinnen und Anleger nämlich das Risiko für Rückschläge durch einen Einbruch bei den Technologiewerten vermindern. Statt 100 % der Anlagen in den MSCI World zu investieren, bietet sich eine Streuung an, die weniger Klumpen- und Dollarrisiken enthält. Eine für viele geeignete Mischung könnte zum Beispiel aus 5 ETFs mit folgender Gewichtung bestehen (60 % MSCI World, 15 % MSCI Europe oder Stoxx 600, 10 % Nikkei oder Topix, 10 % Emerging Markets und 5 % globale Nebenwerte bestehen.
Die klassischen ETFs bilden Aktienindizes streng nach Marktkapitalisierung ab. Bei sogenannten „aktiven ETFs“ wollen die Anbieter den zugrunde liegenden Index optimieren. Das heißt: entweder weniger Schwankungen bei gleichem Ertrag zu erzielen oder höheren Ertrag bei gleichen Schwankungen. Dafür setzen Anbietende hauseigenes Research ein, nutzen aber auch mehr und mehr die künstliche Intelligenz. Die Produkte sind etwas teurer als klassische ETFs, aber weit günstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds. Einer der ältesten und bekanntesten ist der JPMorgan ETFs (Ireland) – Global Research Enhanced Index Equity Active UCITS ETF – USD ACC . Er hat sich in den vergangenen Jahren nahezu gleichläufig mit dem MSCI World entwickelt. Auch auf andere Indizes wurden inzwischen mehrere aktive Varianten aufgelegt.
Eine semiaktive Variante sind sogenannte Faktor-ETFs. Sie suchen aus einem gegebenen Universum wie etwa dem MSCI World Werte nach bestimmten Kriterien aus – etwa nach der Dividenden- oder Momentum-Strategie. In unterschiedlichen Marktphasen entwickeln sich diese Indizes teilweise deutlich abweichend vom jeweiligen Basisindex. So konnte etwa der Xtrackers MSCI World Momentum UCITS ETF – 1C USD ACC seinen Basisindex MSCI übertreffen, wenn es kontinuierliche Aufwärtstrends in einzelnen Branchen wie dem Technologiesektor gab. Zahlreiche Faktoransätze in einer Komplettlösung bietet der L&G Gerd Kommer Multifactor Equity. Der bekannte ETF-Experte und Bestsellerautor Gerd Kommer mischt in diesem ETF verschiedenste Märkte und Anlagestrategien. Die wachstumsstarken Emerging Markets sind im ETF mit rund 20 % Anteil vertreten.
Auch diversifizierte Depots mit Index-ETFs bleiben allein von der Börsenentwicklung abhängig. „Wer nur ein geringeres Risiko eingehen möchte oder einen weniger langen Anlagehorizont hat, sollte neben Aktien auch andere Assetklassen berücksichtigen“, erklärt Andreas Beck, Finanzmathematiker und Manager des ETF-Mischfonds Global Portfolio One. „Denn den langfristig höheren Renditen bei reiner Aktienanlage stehen kurzfristig größere Risiken gegenüber.“ Becks Global Portfolio One investiert daher in normalen Zeiten 80 % in sehr breit diversifizierte Aktien-ETFs. Europäische und asiatische Aktien sowie Small und Mid Caps sind dabei höher gewichtet als im MSCI World Index. 20 % in Schweizer Staatsanleihen, der Referenzklasse für Anleihen, stabilisieren das Depot. Zudem nutzt der Global Portfolio One gezielt Börsenabstürze zum Nachkaufen. Wenn der MSCI World Index um 20 % unter seinem Hoch liegt, erhöht er die Aktienquote auf 90 %. Nach MSCI-Verlusten von 40 % setzt Beck sogar komplett auf Aktien, weil dann die Chance auf eine rasche Erholung hoch ist.
Auch der ARERO Weltfonds des Ökonomieprofessors Martin Weber ist ein ETF-Mischfonds. Er gewichtet Aktien mit 60 %, Renten mit 25 % und Rohstoffe mit 15 %. Allerdings orientiert er sich dabei nicht an der Marktkapitalisierung der Weltregionen, die ein starkes Gefälle zugunsten der USA und der Technologiewerte hat. Beim ARERO entsprechen die Gewichtungen dagegen dem Anteil der Regionen am Bruttoinlandsprodukt der Welt. Damit werden Europa, vor allem aber die Emerging Markets um China deutlich übergewichtet. Aufgrund dieses Schwerpunkts lag der ARERO in den vergangenen Jahren hinter dem MSCI World Index zurück. Mit dem zunehmenden Rohstoffappetit der Welt und den positiveren Aussichten für Unternehmen aus China und anderen Emerging Markets hat sich das im Jahr 2025 jedoch geändert.
ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 19.01.2026; Quelle: comdirect.de


