Solar- und Windkraftanlagen
Solar- und Windkraftanlagen
© Soonthorn via Adobe Stock

Erneuerbare Energien: Wachstumsbranche mit Dynamikschub

Klimawandel und horrende Öl- und Gaspreise erfordern den Umstieg auf alternative Energien. Spezialisten für Wind- und Solarenergie stehen im Fokus.

Die EU hat es sich im Rahmen des europäischen Green Deal zum Ziel gesetzt, ab 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr auszustoßen. Bis 2030 ist im Vergleich zu 1990 eine Absenkung der Emissionen um 65 % vorgesehen. Ambitionierte Werte, deren Erreichen von vielen Politikern, Wissenschaftlern und Umweltverbänden noch vor Kurzem für kaum realistisch gehalten wurde. „Aber mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine haben sich die Energiemärkte und -politiken grundlegend verändert, und zwar nicht nur vorläufig, sondern für die nächsten Jahrzehnte“, sagt Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA). Gemäß dem Ende Oktober erschienenen „World Energy Outlook“ würden neue Maßnahmen dazu beitragen, die weltweiten Investitionen in saubere Energien bis 2030 auf über zwei Billionen US-Dollar pro Jahr zu steigern. Das entspricht gegenüber heute einem Zuwachs von mehr als 50 % und birgt für Investoren große Chancen – bei Wind- und Solarenergie sowie grünem Wasserstoff.

Windenergie: In Deutschland stark

Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt. In den Ländern der nördlichen Hemisphäre ist neben der Wasserkraft meist die Windenergie der wichtigste Faktor bei der Energiewende. In Deutschland machte sie zuletzt rund die Hälfte des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms aus. Insbesondere dank der insgesamt stark gestiegenen Preise machen Energieunternehmen mit starkem Windkraftanteil wie die spanische Iberdrola (WKN A0M46B) aktuell hohe Gewinne. In Deutschland erzielte RWE (WKN 703712) in den vergangenen zwölf Monaten die beste Performance unter allen 40 DAX-Werten. Neben dem verstärkten Ausbau der Windkraft an Land wollen zahlreiche europäische Staaten auch auf Windparks vor den Küsten setzen.

Anders als die Betreiber von Windkraftwerken haben die Hersteller zuletzt unter den steigenden Kosten für Metalle und vor allem unter Lieferkettenproblemen gelitten. Die zwischenzeitlichen Gewinne und Aktienkurse gingen zurück. Besonders deutlich kam Siemens Gamesa Renewable Energy (WKN A0B5Z8) unter Druck. Mit dem Übernahmeangebot von Siemens Energy (WKN ENER6Y) hat sich der Kurs stabilisiert. Vom Trend zur Windenergie dürfte mittelfristig vor allem ein Unternehmen wie Ørsted (WKN A0NBLH) profitieren, der Pionier und Marktführer bei der Planung von Offshore-Windparks. Die deutsche Nordex (WKN A0D655) und die dänische Vestas (WKN A3CMNS) setzen ebenfalls komplett auf Wind.

Solarenergie: Erschwinglich für Private

Die Kosten für die Stromerzeugung durch Fotovoltaik sind seit der Jahrtausendwende dramatisch zurückgegangen. Zwar liegt die Einspeisevergütung bei neuen Anlagen aktuell nur bei 8,6 Cent pro Kilowattstunde. Aber bei Strompreisen von 30 Cent und mehr lohnt sich für Privatpersonen die Installation von Dachanlagen für den Eigenverbrauch – insbesondere, wenn ein eigenes Elektroauto damit gespeist werden kann. In Ländern mit stärkerer Sonneneinstrahlung bringen Fotovoltaikanlagen noch deutlich mehr Output. Zu den Profiteuren des Fotovoltaik-Booms gehören die Hersteller von Mikro-Wechselrichtern, die den von Solaranlagen produzierten Strom für die Verwendung in Haushalten umwandeln. Weltmarktführer ist die amerikanische Enphase Energy (WKN A1JC82), deutscher Primus ist die SMA Solar Energy (WKN A0DJ6J), Spezialist für Fotovoltaik-Systemtechnik.

Grüner Wasserstoff: Hoffen auf die Zukunft

Mit der Energie aus Wind und Sonne soll künftig der umweltfreundliche grüne Wasserstoff gepusht werden. Grüner Wasserstoff ist Hoffnungsträger für die Chemie- und die Stahlindustrie, aber auch für Autos, Lkws und Schiffe. Noch steckt die Technologie, die von der EU im European Green Deal gefördert wird, in den Kinderschuhen und die Aktienkurse der Unternehmen sind entsprechend volatil. Das gilt insbesondere für Wasserstoff-Spezialisten wie den amerikanischen Brennstoffzellenhersteller Plug Power (WKN A1JA81)oderdie norwegische Nel ASA (WKN A0B733), die auf Herstellung, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff spezialisiert ist. Weniger anfällig als reine Spezialisten sind Unternehmen, bei denen Wasserstoff nur ein Teil des Angebotsspektrums ist, etwa Automobilhersteller wie Toyota (WKN A2DSYC) und Hyundai (WKN 885166) oder Linde (WKN A2DSYC) als Spezialist für Industriegase.

Vermeidung von Einzelrisiken durch ETFs

Zur Risikostreuung bietet sich für Anleger bei den traditionell volatilen nachhaltigen Geldanlagen im Energiesektor eine besonders breite Ausrichtung an. Wer langfristig orientiert ist, kann unter einer Vielzahl spezialisierter Investmentfonds, ETFs oder Index-Zertifikate auswählen. Einer der prominentesten und größten deutschen Spezialfonds ist der DWS Invest ESG Climate Tech (WKN DWS2XE). Mit dem iShare Global Clean Energy ETF (WKN A0MW0M) lässt sich die gesamte Palette an alternativen Energien abdecken. Der Lyxor MSCI New Energy ETF (WKN LYX0CB) investiert dagegen vornehmlich in die weltgrößten Unternehmen aus den Bereichen alternativer Energiequellen, Energieeffizienz und intelligente Stromnetze. Er ist bei comdirect als Top-Preis ETF für 3,90 Euro je Kauf in der Einmalanlage und ohne Orderentgelt im Sparplan erhältlich.

Zertifikat auf europäische alternative Energien

Ausschließlich europäische Aktien deckt dagegen der European Renewable Energy Index (ERIX) ab, an dessen Kursentwicklung Anleger mit einem Partizipations-Zertifikat (WKN SQ0DKD) der Société Générale nahezu eins zu eins teilhaben können. Voraussetzung für die Aufnahme in den Index ist dabei unter anderem, dass die jeweilige Gesellschaft ihren größten Umsatzanteil in einem oder mehreren der folgenden Segmente hat: Biokraftstoffe, Geothermie, Meeresenergie, Sonnenenergie, Wasserkraft und Windkraft. Anouch Wilhelms, zuständig für den Vertrieb des Zertifikats, erläutert: „Ausgewählt werden in der Regel jeweils die zehn größten und liquidesten Titel, wobei maximal vier Werte aus einem der sechs Segmente im Index enthalten sein dürfen.“ Aus Deutschland befinden sich derzeit zwei Unternehmen im Index, der halbjährlich neu zusammengesetzt und vierteljährlich neu gewichtet wird. Dabei handelt es sich um die SMA Solar Technology (WKN A0DJ6J) und die VERBIO Vereinigte Bioenergie (WKN A0JL9W), den einzigen großindustriellen Produzenten von Biodiesel, Bioethanol und Biomethan in Europa.

Fonds, ETFs, Partizipations-Zertifikate und Aktien unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 23.11.2022; Quelle: comdirect.de

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