Energiewende: Saubere Energie mit besten Aussichten

Protestierende mit Plakaten, auf denen "Save our Planet", "We don't have time" und "Save the earth - no plastic" steht
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Hohe Preise für Öl und Gas und der Klimawandel erfordern eine schnellere Energiewende. Wie Anleger vom Megatrend profitieren können.

Die Energiewende ist dringender denn je. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine macht die Abhängigkeit von weiten Teilen Europas und vor allem auch von Deutschland gegenüber russischen Gas- und Öllieferungen deutlich. Die Preise für fossile Energien sind enorm gestiegen. Kurzfristig geht es in Deutschland darum, ausreichend Gas für den kommenden Winter zu sichern. Aber mittelfristig, mahnt Wirtschaftsminister Robert Habeck, muss die Energiewende umso dringender und schneller vorangehen. Der erneuerbare Strom soll so schnell wie möglich Energieimporte aus Russland ersetzen: „Wir müssen weg von fossilen Energieträgern und weg von der Abhängigkeit und Erpressbarkeit von russischen Importen“, erklärte Habeck im Juni.

Nicht allein der Krieg treibt die Energiewende voran. Der Weltklima­rat mahnt die Regierungen regelmäßig, schnell und umgehend umzusteuern, um den Anstieg der Temperatur auf die im Pariser Klimaschutzabkommen anvisierten 1,5 Grad zu begrenzen. In den USA hat Präsident Biden umfangreiche Programme für Investitionen in Infrastruktur und nachhaltige Energie aufgelegt. In Europa fließt ein Drittel der insgesamt 1,8 Billionen Euro Investitionen aus dem Aufbaupaket NextGenerationEU und dem Siebenjahreshaushalt der EU in den sogenannten „European Green Deal“ und damit in erneuerbare Energien. Viele Unternehmen treiben die Energiewende voran, steigern die Energieeffizienz oder entwickeln neue Techno­logien. Ob Windenergie, Solarenergie oder grüner Wasserstoff: Für langfristig orientierte Anleger bietet sich ein breites Feld mit attraktiven Chancen.

Deutschland setzt stark auf Windenergie

In Deutschland ist die Windenergie die wichtigste nachhaltige Energiequelle. An den rund 220 Milliarden Kilowattstunden erneuerbar erzeugtem Strom (42 % der gesamten Stromerzeugung) machte sie 2021 rund die Hälfte aus. Wirtschaftsminister Robert Habeck will, dass künftig mindestens 2 % der Landesfläche für den Bau von Windrädern ausgewiesen werden. Dazu kommt in Deutschland und Nordeuropa eine ambitionierte Offshore-Strategie. Mit Windparks auf dem Meer soll künftig vor allem grüner Wasserstoff produziert werden. Spezialisten für Windenergie wie die dänische Vestas (WKN A3CMNS) und die spanische Iberdrola (WKN A0M46B) haben gute Chancen, von dem Ausbau der Windenergie zu profitieren.

Solarenergie für die südliche Hemisphäre

Auch bei der Solarenergie gab es in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte. Die Kosten der Stromerzeugung durch Fotovoltaik sind gepurzelt. Für Privatpersonen kann sich die Installation von Dachanlagen lohnen, um eigenen Strom zu erzeugen und zu verbrauchen. Noch effizienter sind Fotovoltaikanlagen allerdings in den südlichen Ländern der Europäischen Union und in Regionen mit wenig ausgebildeten Stromnetzen. „Solarenergie ist in vielen Regionen der Welt kostengünstiger als konventionelle Energiequellen und bietet eine hohe Versorgungssicherheit, vor allem in Kombination mit Energiespeichern“, sagt Tim Bachmann, Manager des Aktienfonds DWS Invest ESG Climate Tech (WKN DWS2XE). Davon kann etwa die amerikanische Enphase Energy (WKN A1JC82) profitieren. Sie ist der weltweit führende Hersteller von Mikro-Wechselrichtern, die den von Solaranlagen produzierten Strom für die Verwendung in Haushalten umwandeln. Auch die deutsche SMA Solar (WKN A0DJ6J) konzentriert sich auf die Herstellung von Solarwechsel­richtern.

Große Zukunftshoffnung „grüner Wasserstoff“

Luftaufnahme einer Windkraftanlage
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„Anleger achten auf den Klimawandel“

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Zunehmend an Wichtigkeit gewinnt der sogenannte „grüne Wasserstoff“. Er wird unter Verwendung von Wind- und Sonnenenergie gewonnen und ist ein wichtiger Teil des „European Green Deal“. Die Bundesregierung drückt aufs Tempo und will mit der überarbeiteten „Nationalen Wasserstoffstrategie“ bis 2030 die erzeugte Leistung auf zehn Gigawatt steigern – doppelt so viel wie bisher geplant. Unternehmen wie Thyssenkrupp sind stark am grünen Wasserstoff interessiert, noch aber kostet der so hergestellte Stahl deutlich mehr als der konventionelle. Manfred Wiegel, Vorstand und Fondsadvisor des Aktienfonds Green Benefit Global Impact (WKN A12EXH), sieht die Wasserstoff- und Solarwirtschaft mittelfristig als attraktivste Branchen rund um die Energiewende. Sie machen jeweils 40 % des Portfolios seines Fonds aus. Zu den bekanntesten Spezialisten des Wasserstoff-Segments gehört die norwegische Nel ASA (WKN A0B733). Sie ist auf die Herstellung, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff spezialisiert. Der amerikanische Brennstoffzellenhersteller Plug Power (WKN A1JA81) hat zuletzt Joint Ventures gegründet, um weltweit stark zu wachsen. Zunehmend im grünen Wasserstoff aktiv ist auch der deutsch-amerikanische Konzern Linde (WKN A2DSYC), mit einer Marktkapitalisierung von rund 150 Milliarden Euro aktuell das teuerste Unternehmen im DAX.

Zahlreiche Fonds investieren in die Klimawende

Gerade hoch spezialisierte Unternehmen sind aktuell günstiger bewertet als vor Jahresfrist. Das liegt an den Kurskorrekturen der vergangenen Monate. Denn positive Geschäftszahlen haben sich zuletzt nicht in steigenden Notierungen niedergeschlagen. Neben dem Krieg in der Ukraine und der Beeinträchtigung der Lieferketten drücken vor allem die zunehmenden Finanzierungskosten der Unternehmen in Zeiten steigender Inflation und Zinsen: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist sehr kapitalintensiv und meist zu einem hohen Teil fremdfinanziert“, sagt Gerhard Wagner, Manager des Aktienfonds Swisscanto Equity Sustainable Global Climate (WKN A0MKFU).

Viele Aktien aus dem Segment der nachhaltigen Energien sind entsprechend überdurchschnittlich volatil. Daher bietet sich als Alternative zu Einzelwerten eine Investition in gemanagte Fonds oder ETFs an. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Klimafonds neu aufgelegt, einige jedoch haben schon in einer längeren Historie Stabilität gezeigt. Der Fonds Green Benefit Global Impact (WKN A12EXH) etwa investiert seit 2015 in zehn langfristige Nachhaltigkeitstrends, der DWS Invest ESG Climate Tech (WKN DWS2XE) ist seit 2018 auf dem Markt. Schon seit 2007 gibt es den Aktienfonds Swisscanto Equity Sustainable Global Climate (WKN A0MKFU). Fondsmanager Gerhard Wagner konzentriert sich auf Unternehmen wie die Schweizer Electronic (WKN 515623), die mit Lösungen für die CO2-Reduktion wachsen. Auch der Aktienfonds Ökoworld Klima (WKN A0MX8G) zählt mit dem Auflagedatum 2007 zu den Klassikern unter den Klimafonds. Neben der Energiewende liegen die Schwerpunkte bei Energieeffizienz, Recycling und auch der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft. Der Fonds zeichnet sich durch eine besonders strenge Anlagepolitik aus. Eine zehnköpfige Nachhaltigkeitsabteilung und ein wissenschaftlicher Beirat sollen dafür sorgen, dass tatsächlich nur nachhaltige Unternehmen im Portfolio landen.

ETFs als kostengünstige Alternative

Bei aktiv gemanagten Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Klimawende müssen Anleger mit Managementgebühren von rund 2 % pro Jahr rechnen. Deutlich kostengünstiger sind börsengehandelte Indexfonds (ETFs), zum Beispiel der L&G Clean Energy UCITS ETF (WKN A2QFEN). Die jährliche Managementgebühr liegt bei 0,49 %. Er investiert nicht nur in Produzenten erneuerbarer Energien, sondern in Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette wie Zulieferer und Stromanbieter in den Bereichen Wind-, Solar- und Wasserenergie sowie Erdwärme. Größte Positionen im Portfolio sind SMA Solar Technology (WKN A0DJ6J) und die Hamburger Encavis (WKN 609500) als Produzent und Händler von erneuerbar erzeugtem Strom.

Aktien, Fonds und ETF unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 03.08.2022; Quelle: comdirect.de