Emerging Markets China: Aufholjagd in Sicht

Rushhour in Peking
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Die chinesische Wirtschaft hat die Pandemie gut verkraftet. Jetzt stehen die Zeichen gut für einen kräftigen Aufschwung.

In China hat das Jahr des Büffels begonnen. Und das Land der Mitte geht mit Optimismus hinein. Schon das Krisenjahr 2020 konnte China als einzige wichtige Wirtschaftsnation mit einem Wachstum von mehr als 2 % abschließen. Für 2021 rechnet der Internationale Währungsfonds mit einem Plus von 7,9 %. Andere Institute sagen 8 % und mehr voraus, denn die chinesische Regierung unterstützt die heimischen Unternehmen mit großzügigen Fiskal- und Geldspritzen.

China dürfte 2021 einen wirtschaftlichen Boom erleben wie seit Jahren nicht mehr. „Dafür sprechen die Erholungstrends, die durch anhaltende globale Impulse, die Einführung von Impfstoffen und reformorientiertes Wachstum mit dem neuen Fünfjahresplan unterstützt werden“, erklärt Rob Mumford, Investmentmanager für Schwellenländeraktien bei GAM Investments. Auch der Wirtschaftskonflikt mit den USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden scheint zumindest zivilisierter abzulaufen. Und schließlich schloss China Ende 2020 mit zehn ASEAN-Staaten sowie Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland den größten Freihandelspakt der Welt mit rund 30 % des globalen Handelsvolumens.

Optimistische Grundstimmung

Von diesen günstigen Umständen könnten chinesische Unternehmen und ihre Aktien kurz- und mittelfristig profitieren. Sie haben schon im Krisenjahr 2020 mit einem Gewinnwachstum im niedrigen einstelligen Bereich besser als andere Märkte abgeschnitten. 2021 erwarten Analysten ein Plus von rund 20 %. Gleichzeitig sind die Unternehmen trotz der jüngsten Kursanstiege mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 16 bis 17 im internationalen Vergleich attraktiv bepreist, meint Luke Barrs, Head of Fundamental Equity Client Portfolio Management EMEA bei Goldman Sachs Asset Management: „Die Werte aus Industrieländern notieren mit einem Aufschlag von rund 20 % gegenüber chinesischen Aktien.“

China stark im Kommen

Wie stark sich China entwickelt hat, zeigt das Ranking der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Als das US-Wirtschaftsmagazin „Fortune“ 1990 diese Liste erstmals veröffentlichte, rangierte kein chinesisches Unternehmen im Ranking. 2020 konnte China mit 124 Unternehmen erstmals die USA mit 121 Gesellschaften hinter sich lassen. Unter den umsatzstärksten Unternehmen dominieren vor allem Staatskonzerne. Für Börsianer interessant sind dagegen die aufstrebenden privaten Konzerne. Der umsatzstärkste unter ihnen ist der Versicherungskonzern Ping An Insurance (WKN A0MZYK). 2019 konnte er seinen Umsatz zweistellig auf rund 185 Milliarden US-Dollar steigern. Der Umsatz sank zwar im Pandemiejahr 2020. Aber mit einer Dividendenrendite von rund 3,5 % und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht ist Ping An im internationalen Vergleich moderat bewertet.

Bekannter als Ping An sind in der westlichen Welt die chinesischen Internetholdings Tencent und Alibaba. Tencent (WKN A1138D) gehört zu den führenden Internet-Unternehmen der Welt und bietet soziale Netzwerke, Webportale, Computerspiele und Online-Werbung. In den vergangenen fünf Jahren stieg der Umsatz pro Jahr durchschnittlich um 34 %. Gleichzeitig legte der Gewinn pro Jahr um rund 32 % zu. Alibaba (WKN A117ME) ist das dominierende chinesische E-Commerce-Unternehmen. Es vereint die Geschäfte von amerikanischen Vorbildern wie Amazon, Ebay und PayPal und investiert inzwischen auch in stationäre Mega-Supermärkte. Auch bei Alibaba wächst der Umsatz rasant. Im Weihnachtsquartal 2020 legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel auf umgerechnet über 28 Milliarden Euro zu. Negativ wirkte sich allerdings die Verschiebung des Börsengangs der Alibaba-Tochter Ant Group auf Stimmung und Börsenkurs aus. Im Westen weniger bekannt als Tencent und Alibaba ist Meituan (WKN A2N5NR). Meituan betreibt eine Gruppenrabatt-Website, auf der Gutscheine von Händlern für Deals verkauft werden. Das Angebot reicht von Kinokarten über Hotel- und Reisebuchung bis zu Carsharing. Das Unternehmen ist seit 2018 an der Börse notiert und inzwischen 175 Milliarden US-Dollar wert.

Das Beispiel Alibaba zeigt: Nach wie vor sind chinesische Unternehmen vor staatlichen Eingriffen nicht sicher. Auch die Bilanzierungsmethoden entsprechen nicht immer westlichen Maßstäben. Emerging-Markets-Werte sind traditionell größeren Schwankungen unterworfen und neben den am Aktienmarkt ohnehin vorhandenen Risiken sind chinesische Aktien mitunter schwierig handelbar. Nicht allzu viele chinesische Unternehmen werden in größerem Maßstab an deutschen Börsen gehandelt und aufgrund der amerikanisch-chinesischen Handelsauseinandersetzungen ist der Handel mit einigen China-Aktien auch in den USA eingeschränkt oder gar ganz untersagt.

Breit investieren per Fonds und ETF

Als Alternative zu Einzelinvestments bieten sich daher aktiv gemanagte Aktienfonds oder ETFs für den chinesischen Markt an. Unter den zahlreichen China-Fonds können bei comdirect im Sparplan unter anderem der JPMorgan Funds-China Fund – A USD ACC Fonds (WKN A0DQHV), der Schroder ISF China Opportunities – A USD ACC Fonds (WKN A0JDNN) und der schon vor 25 Jahren aufgelegte UBS Equity Fund – China Opportunity (WKN 986579) geordert werden. Unter den größten Positionen bei allen drei Fonds befinden sich Alibaba und Tencent. Die laufenden Kosten liegen bei aktiv gemanagten China-Fonds allerdings oft über 1,5 %. Kostengünstiger sind ETFs auf China-Indizes. Der Franklin FTSE China UCITS ETF – USD ACC (WKN A2PB5V), der iShares MSCI China UCITS ETF – USD ACC ETF (WKN A2PGQN) und der Lyxor MSCI China UCITS ETF – USD ACC ETF (WKN LYX0YW) sind momentan als Top-Preis ETFs von der Ordergebühr befreit (alle Informationen zu den comdirect Top-Preis ETFs).

Aktien, ETF-Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 11.05.2021; Quelle: comdirect.de