Emerging Markets
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Emerging Markets: Auf Gewinner von morgen setzen

Russland spielt keine Rolle mehr an den Finanzmärkten. Bei Investments in Schwellenländer kommt es mehr denn je auf die Auswahl an.

Vor 20 Jahren schien die Formel für den Anlageerfolg einfach: „Go to the BRICs“, verkündete Jim O’Neill, der charismatische Chefvolkswirt von Goldman Sachs. Die Zukunft sollte den Emerging Markets gehören, allen voran den „Großen Vier“ – Brasilien, Russland, Indien und China. Wer hier investiere, müsse nahezu zwangsläufig vom starken Wachstum in diesen Ländern profitieren, prophezeite Goldman Sachs: 2042 würde China die USA als größte Wirtschafts­macht ablösen und bereits 2018 Russland ein höheres Bruttoinlandsprodukt erzielen als Italien.

Doch die Rechnung ging zumindest für Russland nicht auf. Nach mehr als 20 Jahren unter Wladimir Putins Herrschaft liegt die Wirtschaft nach wie vor weit hinter Italien. Der russische Aktienmarkt spielt nach dem Überfall auf die Ukraine keine Rolle mehr. China wird zwar bereits deutlich schneller als erwartet (um das Jahr 2030) die USA als größte Wirtschaftsmacht ablösen. Aber die Performance der chinesischen Aktien blieb zuletzt hinter den etablierten Märkten zurück. Das lag nicht an schwachen Geschäftszahlen, sondern an zunehmender Einmischung der kommunistischen Regierung, die vor allem die vielversprechenden Technologiewerte wie Tencent und Alibaba abstürzen ließ.

Hohes Wachstumspotenzial

Immerhin: In Indien und Brasilien erreichten die Börsen noch im vergangenen Jahr neue Allzeithochs. Und für ein Investment in Schwellenländer spricht nach wie vor das hohe Wachstumspotenzial dieser Länder. Die Bevölkerung ist im Schnitt deutlich jünger als in den Industriestaaten. Der Nachholbedarf in Sachen Konsum bleibt also hoch. Klar ist auch, dass die Aktienmärkte der Staaten nach wie vor unterentwickelt sind. Schwellenländer stehen für 40 % der globalen Wirtschaftsleistung, doch sie machen nur 12 % der weltweiten Marktkapitalisierung von Unternehmen aus. Der russische Angriffskrieg zeigt allerdings, dass es mehr denn je auf die Auswahl der Länder und der Unternehmen ankommt. Das machen auch die hohen Rohstoffpreise deutlich: Rohstoffreiche Staaten wie zum Beispiel Brasilien profitieren von höheren Preisen für Öl, Gas und Metalle; für rohstoffarme Staaten sind die Preisanstiege hingegen eine enorme Belastung. „Es lohnt sich also, ganz genau hinzusehen“, sagt James Donald, Leiter der Emerging-Markets-Plattform beim Investmenthaus Lazard.

Investitionen in einzelne Schwellenländeraktien sind mit hohen Risiken behaftet – gerade im aktuellen ökonomischen und politischen Umfeld. Um in Emerging Markets anzulegen, bieten sich Aktienfonds an. Sie streuen Risiken breit und können aus einem großen Spektrum von Unternehmen wählen. Dabei machen Produkte wie BRIC-Fonds, die ausschließlich in eine eingeschränkte Auswahl an Ländern investieren, wenig Sinn. Sie haben in Krisen zu wenig Ausweichmög­lich­keiten. Viele der nach der Jahrtausendwende aufgelegten BRIC-Aktienfonds wurden dann auch in den vergangenen Jahren wegen unterdurchschnittlicher Performance und abnehmendem Anlegerinteresse eingestellt.

Auf die Streuung kommt es an

Breit anlegende Fonds haben sich besser bewährt. Auf dividenden­starke Unternehmen etwa setzt der JP Morgan Emerging Market Dividend Fund (WKN A1J9HJ). Ins Portfolio kommen Unternehmen mit starkem Ertragswachstum gepaart mit kontinuierlich steigenden Dividenden. Die Dividendenrendite liegt bei 4,2 %. Im Portfolio des JP Morgan Emerging Market Dividend Fund dominieren asiatische Aktien mit einem Anteil von rund 80 %. Taiwan Semiconductor (WKN 909800), Südkoreas Samsung Electronics (WKN 881823) und die indische Infosys (WKN 919668) sind die größten Positionen.

Wie die Manager von JP Morgan zielt auch Xavier Hovasse vor allem auf asiatische Werte. Der Fondsmanager des Aktienfonds Carmignac Emergents (WKN A0DPX3) geht davon aus, dass in den aufstrebenden Ländern dieses Kontinents die Global Player von morgen entstehen werden. „Wer erfolgreich in Schwellenländer investieren will, muss nach den zukünftigen Gewinnern Ausschau halten“, sagt Hovasse. Er bevorzugt Unternehmen, die ihr Wachstum dank niedrigen Verschuldungsgrades selbst finanzieren können. Im Portfolio dominiert China, gefolgt von Südkorea und Indien.

Auch westliche Unternehmen im Portfolio

Im Gegensatz zu vielen Emerging-Market-Fondsmanagern hält Michael Altintzoglou schon seit Jahren keine russischen Unternehmen im Portfolio. „Die Risiken sind ja nicht neu“, sagt der Fondsmanager des Flossbach von Storch Global Emerging Markets Equities (WKN A1XBPF). Sein Portfolio ist hoch konzentriert und besteht aus 30 bis 50 Unternehmen. Er wählt ausschließlich Unternehmen mit einem transparenten Geschäftsmodell und stabilen Gewinnmargen. Altintzoglou setzt allerdings nicht nur auf Unternehmen, die in Schwellenländern ansässig sind. Er berücksichtigt auch westliche Firmen, die einen großen Teil ihres Umsatzes in den Emerging Markets erwirtschaften. Zu den größten Positionen des Portfolios zählt neben Taiwan Semiconductor auch Tencent Holdings (WKN A1138D). Dagegen finden sich trotz steigender Preise für Öl, Kohle und Metalle keine Rohstoffunternehmen im Fonds: Deren Erträge seien stark von der Konjunktur abhängig und daher nicht absehbar, erklärt der Fondsmanager.

Neben aktiv gemanagten Aktienfonds sind auch börsennotierte ETF-Indexfonds eine Alternative für Investments in Emerging Markets. Die laufenden Kosten sind deutlich günstiger als bei den aktiv gemanagten Produkten. Zahlreiche Produkte sind auf den MSCI Emerging Markets Index erhältlich. Er bildet die Wertentwicklung von rund 1.400 Unternehmen aus 24 Schwellenländern ab. Der Lyxor MSCI Emerging Markets UCITS ETF (WKN ETF127) hat laufende Kosten von nur 0,14 % pro Jahr.

Aktien, Fonds und ETF unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 20.07.2022; Quelle: comdirect.de

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