Electronic Arts Übernahmen stärken das Wachstum

EA Gebäude
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Electronic Arts konnte den Umsatz zuletzt deutlich steigern. Geld wird vor allem mit Zusatzleistungen wie Live-Services verdient.

Electronic Arts (EA) ist einer der Pioniere der Videospielbranche und hat sich über vier Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickelt. Durch die vielfältigen Lockdowns im Zuge der Corona-Virus-Pandemie sind die Umsätze des Konzerns im gebrochenen Geschäftsjahr 2020/2021 (zum 31. März 2021) deutlich gestiegen. Rund drei Viertel der Umsätze werden inzwischen nicht mehr mit dem reinen Spielverkauf, sondern mit Live-Services erzielt, wobei User während des Spiels neue Figuren, Ausstattungen oder den Zugang zu neuen Levels erwerben. Zukäufe sichern künftiges Wachstum. Allerdings ging der Gewinn von EA im vergangenen Quartal zurück. Kunden und Anleger warten auf neue Blockbuster-Spiele. Die Bewertung der Aktie ist relativ hoch, und nach der Pandemie könnte die Spielleidenschaft der Kunden zugunsten von lange untersagten Freizeitbeschäftigungen nachlassen.

Pro Electronic Arts (WKN 878372)

  • Starke Marktstellung: Electronic Arts gehört zu den weltweit dominierenden Playern in der Videospiel-Branche. Der kalifornische Konzern entwickelt und vermarktet Spiele für internetfähige Spielekonsolen, PCs, Mobiltelefone und Tablets. Die Marke EA wurde vor allem für ihre Sportsimulations-Spiele wie „FIFA“ bekannt, bei denen das Unternehmen unangefochtener Marktführer ist.
  • Deutlicher Umsatzanstieg im Corona-Jahr: Die Pandemie sorgte für Spielfreude. Im gebrochenen Geschäftsjahr 2020/2021 (zum 31. März 2021) erzielte Electronic Arts einen Gesamtumsatz (Net Bookings) von 6,2 Milliarden US-Dollar, 15 % mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei 837 Millionen US-Dollar.
  • Live-Services dominieren zunehmend: Das erfolgreiche Geschäftsjahr 2020/2021 beruht vor allem auf den sogenannten Live-Services zu den hauseigenen Spielen. Rund drei Viertel der Netto-Einnahmen stammen damit aus Erlösen während des Spiels, wenn User z. B. neue Figuren, Ausstattungen oder den Zugang zu neuen Levels erwerben. Nur noch rund ein Viertel macht der Kauf der Basisspiele aus.
  • Wachstum durch Zukäufe: Electronic Arts vereinbarte Ende 2020 mit dem britischen Rennspiele-Anbieter Codemasters eine Übernahme. Für Electronic Arts ist der Kauf in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar der größte Deal der Firmengeschichte. Mit „Formula One“ und der „Dirt“-Serie, den Blockbustern von Codemasters, dürfte der Umsatz deutlich zulegen.

Contra Electronic Arts (WKN 878372)

  • Belastung durch Zukäufe: Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2020/2021 (1. Januar bis 31. März) gingen die Gewinne von Electronic Arts zurück. Bei nahezu stabilem Nettoumsatz fiel das Nettoergebnis von 418 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 76 Millionen US-Dollar. Der Rückgang im ersten Quartal lag allerdings zum Teil an den Kosten für die jüngsten Übernahmen.
  • Warten auf neue Spiele: Das Umsatzwachstum war bei Electronic Arts in den vergangenen drei Jahren mit durchschnittlich 5 % relativ gering, weil es neben den Blockbustern „Apex Legends“, „Die Sims“ und den Sportspielen keine größeren neuen Verkaufshits gab. Das soll sich mit der Übernahme von Codemasters in den kommenden Monaten ändern.
  • Hohe Bewertung: Die Aktie von Electronic Arts hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Entsprechend hoch ist die Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr notiert bei rund 23. Die ausgeschütteten Dividenden sind gering und die Dividendenrendite liegt unter 0,5 %.
  • Rückschlaggefahren: Vom Corona-Virus-Crash im März 2020 haben sich Gaming- Aktien schnell erholt. Denn in der Spitze verbrachten Spieler laut Studien bis zu 75 % mehr Zeit an Smartphone, PC oder Konsole und sorgten so für zusätzlichen Umsatz. Mit zunehmenden Freiheiten geht der Spieltrieb zurück. Darunter könnten die Gaming-Aktien leiden.

Über Electronic Arts

Electronic Arts (EA) gehört zu den bekanntesten Spielekonzernen der Welt. EA entwickelt und vermarktet interaktive Programme für PCs und Konsolen wie die Sony Playstation, Playstation Portable, Xbox und Nintendo Wii sowie für mobile Geräte. Das Unternehmen wurde 1982 von Trip Hawkins gegründet, der sich sein Startkapital zuvor bei Apple verdient hatte. Hawkins wollte der ersten Computerspiel-Generation einen Schuss Kunst beifügen und fand daher zu seinem Unternehmensnamen. In den Gründungsjahren entwickelte Electronic Arts die Spiele allerdings noch nicht selbst. Das änderte sich mit dem ersten selbst erstellten Spiel „Skate or Die!“ im Jahr 1987.

Im Jahrzehnt danach stieg Electronic Arts zum globalen Marktführer im Bereich Unterhaltungssoftware mit Niederlassungen und Distributoren in 75 Ländern auf. Das Unternehmen veröffentlicht seine Spiele unter den Namen EA, EA Sports, EA Sports Big sowie der separaten Geschäftseinheit EA Partners. Zu den bekanntesten Spielen gehören „Die Sims“, „Battlefield“, „Command & Conquer“, „Medal of Honor“, EA Sports mit dem jährlich neuen „FIFA“-Spiel, „Madden NFL“ und entsprechenden Pendants zu den amerikanischen Profiligen.

EA vertreibt seine Spiele über Einzel- und Fachhändler und inzwischen vor allem über das eigene Onlineportal. 2011 startete Electronic Arts seine neue Onlinevertriebsplattform Origin. Anders als die Vorgänger EA Stores und EA Download Manager ist Origin nicht nur ein Onlineverkaufskanal, sondern auch eine Onlinecommunity, bei der sich die Kunden vernetzen und gemeinsam spielen können. Neben EA-Spielen können Origin-Kunden auch Spiele von anderen Spielanbietern über Origin nutzen. Im Juli 2014 kündigte EA einen Abo-Dienst mit den erfolgreichsten Spielen an.

Neben eigenen Spielen veröffentlicht Electronic Arts auch Games anderer Anbieter im Segment EA Partners und unterstützt sie bei der Vermarktung. Häufig führt diese Zusammenarbeit zu Übernahmen, mit der das Unternehmenswachstum angetrieben wird. Zuletzt erwarb EA den britischen Rennspiele-Anbieter Codemasters für eine firmeninterne Rekordsumme von 1,2 Milliarden US-Dollar. Electronic Arts hat inzwischen eine Marktkapitalisierung von rund 40 Milliarden US-Dollar und ist im NASDAQ Composite und S&P 500 vertreten.

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