- Diversifikation mit starken Dividendenwerten zahlt sich wieder aus.
- Im DAX steigern vor allem die Finanzwerte ihre Ausschüttungen deutlich.
- Automobilhersteller kürzen zum wiederholten Male ihre Dividenden.
Der Krieg im Iran erschüttert die Welt. Auch an der Börse befassen sich die Anlageprofis vor allem mit den Auswirkungen der Auseinandersetzungen im Nahen Osten – blockierte Lieferketten, steigende Öl- und Gaspreise, womöglich auch bald wieder anziehende Inflationsraten. Die nahende Dividendensaison ist dadurch etwas aus dem Blickfeld geraten. Aber das wird sich ändern: Denn im Frühjahr locken die Unternehmen in Europa und vor allem auch im DAX mit üppigen Ausschüttungen. Obwohl die Autokonzerne ihre Dividenden erneut kürzen, rechnet Andreas Hürkamp, Kapitalmarktexperte der Commerzbank, mit einem neuen Rekord: „Aktuell schätzen wir die Gesamtdividende der 40 DAX-Werte auf 54,8 Milliarden Euro – rund 4 % über dem Niveau vom vergangenen Jahr.“
Finanzwerte sind besonders spendabel
Hürkamp erwartet, dass 29 Unternehmen ihre Ausschüttungen im Vergleich zum Vorjahr steigern werden. Bei 4 Unternehmen ist eine konstante Dividende in Sicht; 7 werden weniger zahlen – das sind die 3 großen Automobilwerte im DAX sowie Brenntag. Der neue Dividendenrekord wird wesentlich von den Finanzwerten gestützt. Wie im Vorjahr ist die Münchner Allianz der Dividendenkönig im DAX. Mit 17,10 Euro zahlt der Konzern 1,10 Euro mehr als im Vorjahr. Insgesamt werden über 6 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet. Auch die Rückversicherer Hannover Rück und Münchener Rück legen erneut zu, die Münchener Rück sogar überraschend stark von 20 auf 24 Euro. Die Dividendenrendite liegt bei den 3 Versicherern jeweils deutlich über 4 %. Noch stärker fällt der prozentuale Zuwachs bei den Banken aus. Commerzbank und Deutsche Bank steigern nach üppigen Gewinnsteigerungen ihre Ausschüttungen um mehr als 50 % und erreichen eine Dividendenrendite von jeweils über 3 %. Diese 5 Finanzwerte machen mit rund 14 Milliarden Euro rund ein Viertel der gesamten DAX-Dividendensumme aus.
Breites Dividendenplus außer bei den Autos
Aber nicht nur die Finanzen sorgen im DAX für Dividendenschwung. So liegt Airbus mit 3,20 Euro gleich um 50 Cent über den Analystenerwartungen. Auch die Versorger E.ON und RWE zahlen mehr als im Vorjahr. Und die Deutsche Telekom legt von 0,90 auf 1,00 Euro pro Aktie zu und erreicht damit 3,3 %. All diese Unternehmen konnten ihre ordentlichen Dividendenrenditen mit steigenden Ausschüttungen erzielen. Bei den Dividendenklassikern aus der Automobilbranche sieht das leider anders aus. Bei der Rendite notieren BMW, Mercedes-Benz oder Volkswagen zwar noch zwischen 4 und 5 %. Gleichzeitig sinkt aber die Ausschüttung pro Aktie und die Kursentwicklung war ebenfalls schwach. Ohne stabile Kursentwicklung aber machen üppige Dividendenrenditen wenig Freude. Auf die Kombination von Ausschüttung und Performance kommt es an.
Dividendenwerte sind global wieder gefragt
Auch außerhalb Deutschlands stehen Dividendenaktien wieder im Fokus. In den vergangenen Jahren, vor allem 2023 und 2024, waren die Dividendenklassiker weniger gefragt als rasant wachsende Tech-Unternehmen. Das galt in Europa, wo die niederländischen Chipmaschinen-Konstrukteure von ASML zum teuersten Unternehmen Europas wurden; noch mehr aber in den USA, wo die Magnificent Seven den S&P-Index und die NASDAQ zu immer neuen Rekorden trieben: „Jetzt hat die Technologiedominanz abgenommen. Davon profitieren viele Sektoren, die im Technologiehype der vergangenen Jahre ein Schattendasein führten“, erklärt Madeleine Ronner, Co-Fondsmanagerin des DWS Top Dividende. „Gute Dividendenwerte gibt es in fast allen Branchen – im Konsumsektor und Gesundheitsmarkt, bei den Versorgern und Rohstoffkonzernen, im Finanzsektor und Versicherungen.“
Beständige passive Einkommen und Diversifikation über verschiedene Branchen sorgten in der Vergangenheit vor allem in wackligen Zeiten für Beruhigung im Depot. Darauf setzt auch Cornelia Foit, Fondsmanagerin des Bantleon Top 35 Aktien- P EUR DIS. In dem Fonds, der sich am Euro STOXX 50 misst, übertraf sie in der Vergangenheit mit ihrer Aktienauswahl die Dividendenrendite der Benchmark um rund 0,5 %, auch dank ihrer strukturellen Übergewichtung bei Finanzen, Versorgern und Telekommunikation. „Luxus oder Technologie sind entsprechend untergewichtet und das kommt uns aktuell zugute“, erklärt die Fondsmanagerin. Auch in den USA haben traditionsreiche Dividendenaristokraten wie Coca-Cola oder McDonald’s zuletzt die Technologiewerte abgehängt. Der Kurs von McDonald‘s, der seit 50 Jahren seine Dividende jährlich erhöht hat, stieg allein seit Jahresanfang um mehr als 10 %. Neben Verteidigungsaktien haben gerade in Krisenzeiten klassische Dividendenwerte mit defensiven Qualitäten oft Vorteile, meint Robert Halver, Kapitalmarktstratege der Baader Bank. „Dazu gehören Aktien aus den Sektoren Basiskonsum und Energie, aber auch aus den Bereichen Versicherung und Gesundheit.
Dividenden per Fonds und ETF
Nach einigen schwächeren Jahren haben Dividendenfonds gegenüber dem technologiedominierten MSCI World Index wieder aufgeholt. Gerade in volatilen Zeiten kann eine Diversifikation von Vorteil sein. Zudem sind viele Dividendenfonds weniger stark in den USA investiert als der MSCI-World-Index und konnten so der Dollar-Schwäche besser ausweichen.
In solchen Situationen kann sich die Treue der Anlegenden bezahlt machen. Der DWS Top Dividende etwa, mit rund 24 Milliarden Euro Fondsvolumen Deutschlands größter aktiv gemanagter Aktienfonds, hat im Jahr 2025 den MSCI World Index inklusive Ausschüttungen um fast 10 % übertroffen. Auch andere Dividendenfonds wie der DJE Dividende & Substanz, der Fidelity Funds – Global Dividend Fund – A oder der Oberbanscheidt Dividendenfonds – R EUR DIS mit seinem 60-%-igen Anteil an europäischen Werten schlugen sich gut.
Der JPMorgan Investment Funds-Global Dividend Fund – A, der im März 2026 rund 50 % des Portfolios in den USA hält und mit den 3 größten Positionen Taiwan Semiconductor Manufacturing, Microsoft und Broadcom stark im Technologiesektor engagiert ist, überzeugte zuletzt vor allem über Anlagezeiträume von 5 und 10 Jahren. Wenn Anlegende Währungsrisiken vermeiden möchten, können sie auch auf europäische Dividendenfonds wie den Fidelity Funds – European Dividend Fund – A, den Bantleon Top 35 Aktien- P EUR DIS, den Tresides Dividend & Growth AMI – A EUR DIS oder den Value-Holdings Dividenden Fund – EUR DIS setzen. Dieses Vorgehen bedeutet auf der anderen Seite natürlich auch den Verzicht auf Chancen einer Erholung des US-Dollars.
Kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds sind meist Dividenden-ETFs. Sie setzen inzwischen meist nicht mehr allein auf die Höhe der Dividendenrendite, sondern berücksichtigen oft auch Faktoren wie Qualitätskriterien wie Dividendenkonstanz und Ausschüttungsquote. Mit Dividenden-ETFs können Anlegerinnen und Anleger weltweit, aber auch regional investieren.
Zu den beliebtesten globalen Dividenden-ETFs gehört der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF – USD DIS. Er wählt aus den rund 3.700 Aktien des FTSE All World etwa 2.000 mit hohen Dividendenrenditen und niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnissen aus. Deutlich konzentrierter ist der iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF EUR DIS. Er bildet die gemeinsame Wertentwicklung von 100 dividendenstarken Aktien aus dem STOXX Europe Select Dividend 30 Index, dem STOXX North America Select Dividend 40 Index und dem STOXX Asia/Pacific Select Dividend 30 Index ab. Mindestens 25 Jahre ohne Dividendenkürzung müssen Unternehmen vorweisen, die im SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF – USD DIS versammelt sind. Der BNPP Easy Equity Dividend Europe Ucits ETF wählt die Aktien nach verschiedenen Dividenden- und ESG-Kriterien aus und hatte damit in den vergangenen 5 Jahren Erfolg. Dagegen berücksichtigt der iShares DivDAX® UCITS ETF (DE) – EUR DIS nur die Höhe der Dividendenrendite. Wegen der anhaltenden Kursschwäche der dividendenstarken Automobilaktien blieb er in den vergangenen 5 Jahren hinter dem DAX zurück.

Dividenden sind ausgeschüttete Gewinne, die das Unternehmen an seine Aktionärinnen und Aktionäre weiterreicht und die damit nicht für Investitionen in das Geschäftsmodell oder neue Business-Projekte zur Verfügung stehen. Für Unternehmen in stark wachsenden Branchen lohnt es sich daher oft nicht, Gewinne als Dividenden auszuschütten, wenn das Geld für Wachstumsprojekte sinnvoller eingesetzt werden kann. Insbesondere wachstumsstarke und junge Unternehmen aus wachstumsstarken Branchen zahlen häufig keine oder nur sehr geringe Dividenden. Das gilt zum Beispiel für Unternehmen aus der Technologiebranche. Andererseits können außerordentlich hohe Dividendenrenditen auch ein Zeichen für eine strukturell schrumpfende Branche sein (Tabak-Aktien). Dividenden-Aktien (oder entsprechende Fonds oder ETF) sind aber für Investorinnen und Investoren, die regelmäßige Ausschüttungen benötigen – zum Beispiel als passives Einkommen im Ruhestand – oft eine sinnvolle Investmentoption.
Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 16.03.2026; Quelle: comdirect.de


