Ein Kind sitzt auf den Schultern seines Vaters.
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Dividendenanlagen: Dividendenfonds mit Rückenwind

Bei hoher Inflation und steigenden Zinsen setzen Anleger verstärkt auf substanzstarke Aktien. Davon profitieren Dividendenfonds.

„Wir sind Marathonläufer, keine Sprinter:“ So rechtfertigte Thomas Schüßler seine Strategie, wenn sein DWS Top Dividende (WKN 984811) in den Jahren zwischen 2018 und 2021 mal wieder bei der Performance hinter Technologiefonds zurückblieb. Das passierte häufiger als gewünscht, weil der Fonds vor allem auf dividendenstarke Substanzwerte setzt – und weniger auf hoch bewertete Technologieaktien, die ab 2011 fast regelmäßig besser abschnitten als der breite Markt. Aktuell jedoch kann sich der langjährige Fondsmanager des mit rund 20 Milliarden Euro volumenstärksten deutschen Aktienfonds wieder gelassen zeigen. Denn der Trend hat sich gedreht. Während viele globale Aktienfonds zweistellige rote Performancezahlen für das Börsenjahr 2022 leuchten, weist der DWS Top Dividende eine positive Performance aus.

Dividendenfonds schlagen 2022 den Markt

Totgesagte leben bekanntlich länger – nicht nur der DWS Top Dividende, auch zahlreiche andere Dividendenfonds rangieren im Jahr 2022 weit vorn in den Performance-Listen. Aktien aus dividendenstarken Branchen wie Energie, Versorger und Gesundheit haben sich im schwachen Gesamtmarkt bemerkenswert stabil gezeigt. Eine Begründung dürfte in steigenden Zinsen und Inflationsraten liegen, vermutet Ben Sheehan, Senior Investment Specialist bei der Fondsgesellschaft abrdn:„In Phasen hoher Inflation von über 5 % entwickeln sich dividendenstarke Unternehmen in der Regel besser als der breite Aktienmarkt“, erklärt der Anlageexperte und verweist auf Rückrechnungen von Goldman Sachs für den S&P bis ins Jahr 1940.

Dividende macht fast die Hälfte der Rendite aus

Es mag angesichts der starken Jahre der Tech-Werte in Vergessenheit geraten sein, aber: „In den letzten 20 Jahren machten Dividenden und reinvestierte Dividenden etwa die Hälfte der Gesamtrenditen des MSCI AC World Index aus“, sagt Sheehan. Traditionell entfalten Dividendenfonds in schwierigeren Börsenzeiten ihre Stärke. Denn zum einen wirken die Dividenden als Puffer gegen Kursverluste, zum anderen sind Aktien mit überdurchschnittlichen Dividendenrenditen meist weniger anfällig für Zins- und Inflationsentwicklung. Die Dividendenrendite setzt die aktuelle Ausschüttung pro Aktie ins Verhältnis zu ihrem Tageskurs. Werte über 3 bis 4 % gelten als hoch. Eine hohe Dividendenrendite allein macht dabei aber Aktien für Fondsmanager längst noch nicht zum Kauf: „Echte Dividendenwerte überzeugen mit langfristiger Performance, regelmäßigen Dividendensteigerungen und niedrigen Ausschüttungsquoten“, erklärt Experte Schüßler.

Die Bedeutung der Ausschüttungsquoten

Die Ausschüttungsquote gibt an, welchen Prozentsatz des Gewinns die Unternehmen an ihre Aktionäre ausschütten. Meist liegt die Quote zwischen 40 und 60 %. Deutlich höhere Quoten sind bedenklich, denn dann bleibt den Unternehmen zu wenig Kapital für Investitionen. Zudem fehlen ihnen die Reserven, falls die Gewinne sinken sollten. Aktuell sind die Puffer groß. „Die Barmittel der Unternehmen liegen auf historischen Höchstständen und die Ausschüttungsquoten sind weiterhin relativ niedrig“, erklärt Ben Sheehan. „Für den MSCI AC World Index liegt die Ausschüttungsquote derzeit bei 42 %, der Durchschnitt der letzten 15 Jahre liegt bei 58 %. Selbst bei größeren Gewinnrückgängen könnten die meisten Unternehmen ihre Dividenden erst einmal mindestens konstant halten.

Die Bedeutung regelmäßiger Dividendensteigerungen

Mindestens ebenso wichtig wie Rendite und Quote sind für Anlageprofis Dividendenkonstanz und Dividendenwachstum. „Aktien mit Dividendenwachstum haben in der Regel eine höhere Qualität als Aktien mit hohen Dividendenrenditen“, erklärt Nisha Thakrar, Senior Managerin und Dividendenspezialistin bei der Capital Group. Zu dieser auch Dividendenaristokraten genannten Gruppe gehören etwa Coca-Cola (WKN 850663) mit inzwischen über 60 Jahren konstanter Dividendensteigerung oder der dänische Diabetesspezialist Novo Nordisk (WKN A1XA8R), der seine Ausschüttungen seit 25 Jahren kontinuierlich anhebt. Die Technologiegiganten Apple (WKN 865985) und Microsoft (WKN 870747) zählen ebenfalls dazu, auch wenn deren absolute Dividendenrendite wegen der guten Kursentwicklung eher niedrig ausfällt.

Dividendenfonds im Aufwind

Dividendenfonds setzen auf eine Mischung aus dividenden- und wachstumsstarken Aktien. Angesichts der hohen Zinsen und konjunkturellen Belastung bleiben ihre Aussichten tendenziell gut. Über längere Zeiträume schnitten zuletzt vor allem auf Amerika konzentrierte Fonds wie der DPAM B Equities US Dividend Sustainable – B (WKN A2DUQP) gut ab. Fondsmanager Ignace De Coene investiert nahezu ausschließlich in US-Unternehmen, ein Viertel des Fondsvermögens liegt in Technologieunternehmen. Unter den aktuellen Top-Holdings des nahezu 15 Jahre alten Fonds sind Microsoft und Apple sowie die Dow-Jones-Mitglieder UnitedHealth Group (WKN 869561) und Procter & Gamble (WKN 85206).

Zu den erfolgreichsten global ausgerichteten Dividendenfonds gehört der BL-Equities Dividend – A EUR DIS Fonds (WKN A0MWCV). Er investiert seit zehn Jahren in die Weltmärkte, die USA sind aktuell mit rund einem Viertel Portfoliogewicht gemessen am MSCI World deutlich untergewichtet. Zu den am stärksten gewichteten Aktien im Portfolio gehören die europäischen Werte Unilever PLC (WKN A0JNE2) und Nestlé (WKN A0Q4DC). Der bekannteste und größte deutsche Dividendenfonds schließlich ist der DWS Top Dividende (WKN 984811). Thomas Schüßlers Strategie der ruhigen Hand hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit jährlichen Renditen von rund 8 % p. a. bezahlt gemacht, die je zur Hälfte aus Ausschüttungen und Kursgewinnen bestanden.

Ausgefeilte Strategien bei Dividenden-ETFs

Lange waren Dividenden-ETFs den aktiv gemanagten Varianten weit unterlegen. Der Grund: Sie suchten in der Regel mechanisch die Werte nach den höchsten Dividendenrenditen aus. Und die gab es oft bei Unternehmen aus Branchen wie Finanzen oder Versorger, die kurz danach an den Börsen empfindlich abstürzten. Inzwischen nutzen zahlreiche ETF-Häuser weitere Parameter wie Dividendensteigerungen und Ausschüttungsquoten als zusätzliche Auswahlparameter. Entsprechend wachstumsstärker sind damit im Durchschnitt die Portfolios. Insbesondere ETFs mit Schwerpunkt auf dem amerikanischen Markt schnitten zuletzt hervorragend ab. Dazu gehört etwa der Wisdom Tree US Quality Dividend Growth UCITS ETF – USD ACC (WKN A2AGPV) mit seinem Schwerpunkt auf Aktien aus der Informationstechnologie, Healthcare und Konsumgütern.

Der SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF – USD DIS ETF (WKN A1JKS0) spiegelt die Wertentwicklung des „S&P High Yield Dividend Aristocrats Index“ wider. Dieser umfasst die Unternehmen des S&P Composite 1500 Index mit der höchsten Dividendenrendite, deren Dividenden in den letzten 20 Jahren permanent angestiegen sind. Der breit gestreute Dividenden-Fonds existiert seit Oktober 2011 und hat mittlerweile ein ansehnliches Volumen in Höhe von rund 4.5 Milliarden Euro. Vertreten sind neben vielen kleineren Unternehmen auch die Dow-Jones-30-Mitglieder IBM (WKN 851399) und 3M (WKN 851745).

Aktien, Fonds und ETF unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 16.11.2022; Quelle: comdirect.de

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