Dividenden 50 Milliarden Euro für Anleger 

Ein Mann sitzt auf einer Seilbrücke und schaut auf die Berglandschaft
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Die 40 größten deutschen Unternehmen im DAX schütten Rekord­summen aus. Aber nicht alle Aktien sind als Langfristanlage geeignet. 

Das Corona-Virus hatte die Welt im vergangenen Jahr noch stark im Griff. Den Gewinnen der Unternehmen hat das jedoch nicht geschadet. Darüber freuen sich Aktionäre in diesem Frühjahr – ein Dividendensegen steht ins Haus. Laut Berechnungen des britischen Fondshauses Janus Henderson steigen die weltweiten Gewinnaus­schüttungen 2022 um 5,7 % auf einen Allzeitrekord von 1,52 Billionen US-Dollar. In Deutschland fällt das Plus noch stärker aus: Rund 50 Milliarden Euro werden die DAX-Unternehmen nach Berechnungen von Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank, an ihre Aktionäre ausschütten. Das sind satte 47 % mehr als im Vorjahr. Zwar spielt dabei auch die Aufstockung des DAX von 30 auf 40 Mitglieder eine Rolle. „Da die Neuzugänge aber zu den kleineren Mitgliedern der Börsenbundesliga zählen, ist der Beitrag eher klein. Der ‚alte DAX‘ legte deshalb ebenfalls um 36 % zu“, erklärt Hürkamp.  

Die durchschnittliche Dividendenrendite im DAX liegt damit über 3 % – also deutlich über der Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen und auch über der von Unternehmensanleihen der DAX-Mitglieder. Vier Fünftel der Unternehmen (32) werden ihre Ausschüttungen im Vergleich zum Vorjahr steigern, nur die Immobiliengesellschaft Vonovia bleibt um einen Cent unter dem Vorjahreswert. Dass sich der Fokus in diesem Jahr wieder verstärkt auf Dividenden richtet, liegt auch an der sogenannten Sektorrotation. Seit dem Ende der Finanzkrise hatten an der Börse die eher dividendenarmen Technologie- und Wachstumsaktien die dividendenstarken Value-Werte hinter sich gelassen. Das lag auch an den sinkenden Leitzinsen, die schließlich an der Nullgrenze verharrten. Jetzt hat sich der Wind gedreht – die Inflation und auch die Zinsen steigen: „Die Historie zeigt: Wenn eine solche Leitzinswende kommt, dann geraten die Aktien von Unternehmen mit hohen Bewertungen stärker unter Druck als Value-Aktien mit niedrigerem KGV und hoher Dividendenrendite“, erklärt Andreas Hürkamp.

Ausschüttungen sollten attraktiv und stabil sein 

Allein die Höhe der Dividendenrenditen rechtfertigt allerdings keinen Aktienkauf. Denn die Dividendenrendite ist ein Quotient aus Ausschüttung und Aktienkurs: „Liegt der Aktienkurs zum Beispiel bei 50 Euro und die Dividende bei einem Euro, dann beträgt die Dividendenrendite 2 %“, erklärt Petra Ahrens, Vorstandsmitglied bei der Kölner MAIESTAS Vermögensmanagement: „Fällt der Kurs des Unternehmens auf 35 Euro, steigt somit die Dividendenrendite auf 2,86 % – ohne eine Dividendenerhöhung. So können auch schlechte Unternehmen eine hohe Dividendenrendite ausweisen.“ Bei Banken und Versorgern etwa tappten Anleger in der Vergangenheit in eine solche Dividendenfalle – erst sanken die Kurse, schließlich auch die Dividenden. 

Für die Manager von Dividendenfonds zeichnen sich gute Dividenden­werte vor allem durch die Kontinuität der Ausschüttungen aus. Im Vorjahr etwa hatten zahlreiche Unternehmen wie etwa die Autobauer BMW und Mercedes-Benz ihre Dividenden stark kürzen müssen. Andere DAX-Werte dagegen konnten die Ausschüttungen zumindest stabil halten oder sogar steigern. Zu den Aktien mit seit Jahren robusten Dividenden und überdurchschnittlichen Dividendenrenditen gehören etwa die Finanzwerte Hannover Rück (WKN 840221), Münchener Rück (WKN 843002) und Allianz (WKN 840400), die auch in diesem Frühjahr wieder Dividendenrenditen zwischen 4 und fast ­6 % erreichten. Die Deutsche Post (WKN 555200) profitierte schon lange vom steigenden Paketaufkommen, das sich in der Pandemie noch einmal beschleunigte, und erhöhte ihre Ausschüttungen in diesem Jahr um ein Drittel auf 1,80 Euro pro Aktie. Auch BASF (WKN BASF11) hielt die Ausschüttungen hoch und erreichte eine Rendite von über 7 %.  

Breit und gleichzeitig gezielt investieren

Die Dividende wird traditionell zur Hauptversammlung ausgezahlt. Anleger können sich jetzt mit den Aktien der Unternehmen eindecken, die im Mai und Juni ihre HV abhalten. Neben der Einzeltitelauswahl stehen ETF-Indexfonds oder aktiv gemanagte Investmentfonds zur Auswahl. Einfach strukturierte ETFs haben in der Vergangenheit allerdings oft schlechter abgeschnitten als aktiv gemanagte Fonds. Der Grund: Sie waren lange in Aktien aus Branchen mit schwacher Performance übergewichtet – etwa aus dem Finanz- oder Versorgersektor. Aktive Manager dagegen mischten verstärkt Markenaktien hinzu. Die Dividendenrenditen von amerikanischen Qualitätswerten wie Colgate, Walmart und Pfizer oder den Schweizer Weltmarken wie Roche, Novartis und Nestlé sind zwar nicht üppig, aber die Ausschüttungen steigen regelmäßig und die Kursentwicklung ist in der Regel überdurchschnittlich gut. 

ETFs oder aktiv gemanagte Fonds? 

Wenn Anleger breiter investieren wollen, können sie auf Dividenden-ETFs setzen, etwa auf den ishares MSCI World Quality Dividend ETF (WKN A2DRG5): „Neben der Dividenden­rendite werden die Unternehmen hier anhand von Kennzahlen zur finanziellen Lage und der Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen analysiert“, erklärt Andre Koppers, Geschäftsführer der Oberbanscheidt & Cie Vermögensverwaltung. „Unternehmen, die in vergangenen Krisen oder sogar Kriegen über viele Jahrzehnte durchgängig Dividenden gezahlt haben, werden dies mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft tun.“ Im ETF sind vor allem Markenaktien wie Johnson & Johnson (WKN 853260) und Procter & Gamble (WKN 852062) vertreten. Eine andere Option ist der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats ETF (WKN A1T8GD). Der ETF investiert ausschließlich in Unternehmen, die seit vielen Jahren die Dividende erhöht oder zumindest konstant gehalten haben. 

Größere Möglichkeiten zur Steuerung haben jedoch aktive Fonds­manager. Sie können neben Werten mit besonders hohen Dividenden­renditen auch die immer auszahlungsstärkeren Markenaktien beimischen. Selbst Microsoft (WKN 870747) und Apple (WKN 865985) findet man zuweilen in den Fonds. Die Dividendenrenditen der Tech-Giganten liegen zwar aktuell wegen der jahrelangen Kurssteigerungen nur unter 1 %. Gleichzeitig gehören die Unternehmen aber mit 17 Milliarden US-Dollar (Microsoft) und 14 Milliarden US-Dollar (Apple) zu den weltweit zehn Unternehmen mit den höchsten Gesamtausschüttungen.  

Sparplan mit reduziertem Ausgabe­aufschlag 

Bei comdirect sind viele Dividendenfonds im Sparplan mit reduziertem Ausgabeaufschlag erhältlich. Dazu gehören etwa der First Private Euro Dividenden Staufer – A (WKN 977961) für den europäischen Aktienmarkt oder der M&G (Lux) North American Dividend Fund – A (WKN A2JQ8P) für US-Werte. Auch in den Emerging Markets werden inzwischen stattliche Dividenden gezahlt. Im Sparplan können Anleger zum Beispiel den BlackRock Global Funds Emerging Markets Equity Income Fund – A2 USD (WKN A1JHHV) wählen. Der DWS Invest ESG Emerging Markets Top Dividend – LD EUR DIS Fonds (WKN DWS0S9) berücksichtigt Nachhaltigkeitskriterien und ist zurzeit vor allem in Taiwan und Korea investiert. Die meisten Dividendenfonds jedoch verzichten auf regionale Einschränkungen. Zu den bekannten Namen gehören z. B. der JPM Global Dividend Fund (WKN A0M6Z3), der Fidelity Funds – Global Dividend Fund – A (WKN A14XV7) oder der aktuell rund 20 Milliarden Euro schwere DWS Top Dividende LD (WKN 984811). 

Aktien, Fonds und ETF unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 25.05.2022; Quelle: comdirect.de