Unterhaltungsindustrie Disney: Streamingdienst boomt

Ein Mädchen mit Pferdeschwanzfrisur fotografiert das Märchenschloss Dornröschen im Disneyland Hongkong.
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Corona bremst einen Teil des Geschäfts aus. Das klassische Mediengeschäft und der Streaming-Dienst Disney+ halten sich gut.

Disney steht auf mehreren Säulen und gehört zu den größten Medienunternehmen weltweit. Der Streamingdienst Disney + konnte schon im ersten Jahr 74 Millionen Nutzer gewinnen. Die Fortschritte bei der Impfstoffforschung geben Hoffnung, dass die Freizeitparks des Konzerns im Frühjahr wieder öffnen können. Bei den Analysten schneidet Disney trotz der aktuellen Probleme noch gut ab. Allerdings ist der Umsatz im Geschäftsjahr 2019/2020 zurückgegangen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten schrieb der Konzern einen deutlichen Verlust. Die Aktie ist ambitioniert bewertet und in den kommenden Monaten ist im Geschäft mit den Parks noch keine Entspannung zu erwarten.

Pro Disney (WKN 855686)

  • Weltweit tätiger Megaplayer: Die Walt Disney Company ist eines der größten globalen Medienunternehmen. Zum Kerngeschäft gehören Filmproduktionen und Merchandising, der Betrieb von zahlreichen Fernsehkanälen sowie 14 Freizeitparks in den USA, Asien und Europa. Mit der Übernahme der Filmsparte von 21st Century Fox und dem Launch des Streamingdienstes Disney+ expandierte Disney 2019 stark.
  • Wachsendes Streaming-Geschäft: Der Online-Videodienst Disney+ läuft gut. Per Ende September hatte der vor einem Jahr gegründete Kanal bereits 74 Millionen Nutzer. Mit rund 195 Millionen Netflix-Kunden kann Disney+ zwar noch nicht konkurrieren. Aber Disney+ ist auch erst in rund 20 Ländern verfügbar. Disneys Online-Services Hulu (Filme, TV-Serien) und ESPN+ (Sport) wuchsen ebenfalls kräftig und brachten es zuletzt auf 47 Millionen Nutzer.
  • Hoffnung auf Impfung: Ein Teil des Kerngeschäfts von Disney entwickelt sich weitgehend unabhängig von der Corona-Krise. Die Filmproduktion wird zwar erschwert, aber Medien werden gerade jetzt benötigt. Die Freizeitparks allerdings stehen weitgehend still. Die jüngsten positiven Nachrichten der Impfstoffforschung geben Hoffnung, dass es hier im Frühjahr/Sommer 2021 wieder aufwärts geht.
  • Optimistische Experten: Die Aktie von Disney ist trotz der aktuellen Schwierigkeiten bei den Analysten noch anerkannt – auch wenn aktuell nur vier Stimmen vorliegen. Von vier Urteilen im comdirect Analystenranking lauten zurzeit zwei auf „Kaufen“ und zwei auf „Halten“. Kein einziger Experte setzt auf „Verkaufen“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 50 %.

Contra Disney (WKN 855686)

  • Starker Umsatzrückgang: Im vierten Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2019/2020 (zum 30. September) ging der Umsatz bei Disney im Jahresvergleich um 23 % auf 14,7 Milliarden US-Dollar zurück. Besonders das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten brach ein. Die Erlöse sanken hier um 61 % auf 2,6 Milliarden Dollar.
  • Erster Jahresverlust seit Jahrzehnten: Auch im Schlussquartal kam Walt Disney nicht aus den roten Zahlen. Der Verlust betrug unter dem Strich 710 Millionen Dollar gegenüber 777 Millionen Dollar Gewinn im Vorjahresquartal. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 verzeichnete der Konzern 2,8 Milliarden Dollar Verlust – zum ersten Mal seit mehr als vier Jahrzehnten lag Disney damit im Minus.
  • Hohe Bewertung: Die Disney-Aktie ist angesichts der Flaute im vergangenen Geschäftsjahr sehr hoch bewertet. Das dürfte sich aufgrund der Beeinträchtigungen von Oktober bis mindestens ins Frühjahr vorerst kaum ändern. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 liegt aktuell bei rund 100. Die voraussichtliche Dividendenrendite liegt unter 0,2 %. Es braucht im Verlauf des Jahres 2021 eine kräftige Erholung, um diese Werte zu rechtfertigen.
  • Jobabbau durch die Pandemie: Disneyland Kalifornien ist seit Monaten geschlossen, auch Disneyland Paris musste die Pforten dichtmachen. Aufgrund der Pandemie hat Disney angekündigt, in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2021 rund 32 000 Mitarbeiter zu entlassen.

Über Disney

Die heutige Walt Disney Company (WDC) wurde 1923 von dem Comic-Zeichner Walt Disney und seinem Bruder Roy gegründet. Bereits fünf Jahre später gelang mit der Figur „Mickey Mouse“ der kommerzielle Durchbruch als vertonter Zeichentrickfilm. In den nächsten Jahrzehnten produzierte Disney eine Vielzahl von legendären Zeichentrickfilmen wie „Cinderella“, „Peter Pan“ oder das „Dschungelbuch“. Frühzeitig forcierte der Konzern auch das Merchandising-Geschäft rund um die populären Zeichentrickfiguren.

1955 eröffnete Disney den ersten Vergnügungspark, Disneyland, im kalifornischen Anaheim. Bis heute sind 13 Parks in den USA, Asien und Europa dazugekommen, unter anderem Disneyland Paris. Gleichzeitig hat sich Disney zu einem der größten Medienkonzerne der Welt entwickelt. Das Kerngeschäft bildet weiterhin Walt Disney Studio Entertainment, zu dem auch die zugekauften Studios Pixar und Marvel gehören. Dazu kommen Media Networks mit ABC als einem der drei größten Fernsehsender der USA, diversen Kabelsendern, Radio und TV-Vertrieben sowie Produktionsfirmen. Unter Walt Disney Parks werden die Freizeitparks- und Merchandisinggeschäfte zusammengefasst. Das Zukunftsgeschäft mit Streaming Disney+ und zahlreichen Beteiligung an Fernsehsendern runden das Portfolio ab..

Mit weltweit rund 223.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 70 Milliarden US-Dollar gehört Disney zu den größten US-amerikanischen Konzernen. Seit 1991 ist das Unternehmen im Dow Jones 30 vertreten. Insbesondere nach der Jahrtausendwende konnte Disney den Unternehmenswert durch zahlreiche Zukäufe deutlich steigern. 2019 wurde die Übernahme von 21st Century Fox für über 70 Milliarden Dollar abgeschlossen Trotz eines heftigen Rückschlags für das Geschäft mit Freizeitparks in der Corona-Krise und den deshalb zuletzt ausbleibenden Gewinnen liegt die Marktkapitalisierung des Unternehmens bei rund 310 Milliarden Dollar.

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