Das Geschäft des Medienkonzerns hat sich erholt. Der Zuwachs im Streaming-Geschäft mit Disney+ fiel aber enttäuschend aus.
Disney steht auf mehreren Säulen und gehört zu den größten Medienunternehmen weltweit. Im vierten Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2021 zum 2. Oktober 2021 zogen Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Das lag auch an der Wiedereröffnung der Freizeitparks. Allerdings hat das Streaming-Geschäft zuletzt mit einem nur geringen Zuwachs enttäuscht. Auch im Herbst litten einige Geschäftsbereiche noch unter den Einflüssen der Pandemie. Die Aktie ist hoch bewertet und die hohen Erwartungen der Anleger könnten in den kommenden Monaten aufgrund der Omikron-Variante enttäuscht werden.
Pro Disney (WKN 855686)
- Weltweit tätiger Megaplayer: Die Walt Disney Company ist eines der größten globalen Medienunternehmen. Zum Kerngeschäft gehören neben Filmproduktionen und Merchandising auch zahlreiche Fernsehkanäle sowie 14 Freizeitparks in den USA, Asien und Europa. Mit dem Launch des Streamingdienstes Disney+ im Jahr 2019 will Disney Netflix jagen.
- Umsatz- und Gewinnzuwachs: Die Walt Disney Company hat sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr erholt. Im vierten Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2021 (zum 2. Oktober) legten die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 % auf 18,5 Milliarden US-Dollar zu.
- Zurück in der Gewinnzone: Der Quartalsgewinn lag im vierten Quartal 2021 bei 159 Millionen US-Dollar. Das ist zwar im Vergleich zur Vergangenheit mager. Aber ein Jahr zuvor hatte die Bilanz noch ein Minus von 710 Millionen Dollar ausgewiesen. Insgesamt lag der Gewinn im gesamten Geschäftsjahr 2021 bei immerhin rund zwei Milliarden Dollar.
- Themenparks wieder geöffnet: Im vierten Quartal 2021 verdoppelten sich die Umsätze in den Themenparks im Vergleich zum Vorjahr auf 5,4 Milliarden US-Dollar. Damals waren mehrere der weltweit 14 Vergnügungsparks über Wochen geschlossen. Zuletzt dagegen waren sie geöffnet – wenn auch teilweise unter Einschränkungen.
Contra Disney (WKN 855686)
- Schwacher Zuwachs beim Streaming: Das Streaming-Geschäft um den Videodienst Disney+ entwickelte sich im vergangenen Quartal schwächer als erwartet. Die Zahl der Abonnements legte nur um 2,1 Millionen auf weltweit 118 Millionen zu. Platzhirsch Netflix wuchs deutlich stärker und hat mit rund 214 Millionen aktuell fast doppelt so viele Abonnenten wie Herausforderer Disney.
- Andauernde Probleme: Auch im Herbst 2021 litt Disneys Geschäft noch unter den Folgen der Corona-Virus-Krise. Produktionsverzögerungen und weniger Premieren beschränkten das Filmangebot. Die klassischen Kabelkanäle litten unter geringeren Werbeeinnahmen. Zudem setzte sich der Kundenschwund beim Sportkanal ESPN fort.
- Hohe Bewertung: Die Disney-Aktie ist angesichts der Flaute in den vergangenen zwei Jahren hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2022 liegt aktuell bei rund 35. Es braucht eine Erholung, um die Werte zu rechtfertigen – zumal Disney anders als über viele Jahre aktuell die Dividende ausfallen lässt.
- Hohe Erwartungen: Disney muss mit hohen Erwartungen leben. Für die schwachen Zuwächse im Streaming-Geschäft straften die Anleger die Aktie zuletzt ab. Auch im laufenden Geschäftsjahr sind Einschränkungen zu erwarten. Das Filmgeschäft läuft noch nicht wirklich rund und durch die Omikron-Variante sind Einschränkungen oder gar erneute temporäre Schließungen bei den Parks möglich.
Über Disney
Die heutige Walt Disney Company (WDC) wurde 1923 von dem Comic-Zeichner Walt Disney und seinem Bruder Roy gegründet. Bereits fünf Jahre später gelang mit der Figur „Micky Maus“ der kommerzielle Durchbruch als vertonter Zeichentrickfilm. In den nächsten Jahrzehnten produzierte Disney eine Vielzahl von legendären Zeichentrickfilmen wie „Cinderella“, „Aschenputtel“, „Peter Pan“ oder „Das Dschungelbuch“. Frühzeitig forcierte der Konzern auch das Merchandising-Geschäft rund um die populären Zeichentrickfiguren.
1955 eröffnete Disney den ersten Vergnügungspark, das Disneyland im kalifornischen Anaheim. Bis heute sind 13 Parks in den USA, Asien und Europa dazugekommen, unter anderem das Disneyland in Paris. Gleichzeitig hat sich Disney zu einem der größten Medienkonzerne der Welt entwickelt. Das Kerngeschäft bildet weiterhin Walt Disney Studio Entertainment, zu dem auch die zugekauften Studios Pixar und Marvel gehören. Dazu kommen Media Networks mit ABC als einem der drei größten Fernsehsender der USA, diversen Kabelsendern, Radio und TV-Vertrieben sowie Produktionsfirmen. Unter Walt Disney Marks werden die Freizeitparks und Merchandising-Geschäfte zusammengefasst. Das Zukunftsgeschäft mit dem Streamingdienst Disney+ und zahlreichen Beteiligungen an Fernsehsendern runden das Portfolio ab.
Mit weltweit rund 223.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 67 Milliarden US-Dollar gehört Disney zu den größten US-amerikanischen Konzernen. Seit 1991 ist das Unternehmen im Dow Jones 30 vertreten. Insbesondere nach der Jahrtausendwende konnte Disney durch zahlreiche Zukäufe den Unternehmenswert deutlich steigern. 2019 wurde die Übernahme von 21st Century Fox für über 70 Milliarden Dollar abgeschlossen. Trotz eines heftigen Rückschlags für das Geschäft mit Freizeitparks in der Corona-Krise und den deshalb zuletzt ausbleibenden Gewinnen liegt die Marktkapitalisierung von Disney bei rund 260 Milliarden-US-Dollar.
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