Deutsche Telekom Bestnoten bei den Analysten

Deutsche Telekom: Klappt die Fusion in den USA?
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Die Deutsche Telekom hat nach der US-Fusion mit Sprint erstmals mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz gemacht.

Die Deutsche Telekom ist Europas größter Telekommunikations­konzern und nach der Fusion von T-Mobile US und Sprint auch in den USA auf der Überholspur. Erstmals konnte der Konzern 2020 mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz machen. Auch der operative Gewinn legte deutlich zu und die Aussichten bleiben gut. Die Analysten sind aktuell voll überzeugt vom Rosa Riesen. Allerdings belasten die Fusionskosten aktuell noch den Cashflow und die Konzernschulden sind stark angestiegen. Die Probleme im Systemgeschäft bei T-Systems haben sich durch die Pandemie noch einmal verschärft. Schließlich stagnieren trotz bester Analystennoten Dividende und Aktienkurs schon seit geraumer Zeit.

Pro Deutsche Telekom (WKN 555750)

  • Stark in Europa und den USA: Die Deutsche Telekom ist der größte Telekommunikationskonzern in Europa. Das Wachstum kommt aber aus den Vereinigten Staaten. Die Deutsche Telekom hält 43 % der Aktien an T-Mobile US. Nach der abgeschlossenen Fusion mit dem Wettbewerber Sprint hat die US-Tochter über 100 Millionen Kunden und ist an der Börse rund 150 Milliarden US-Dollar wert.
  • 100-Milliarden-Umsatzmarke geknackt: Durch die Fusion mit dem US-Konkurrenten Sprint hat die Deutsche Telekom mit einem Umsatz von 101 Milliarden Euro erstmals die 100 Milliarden Euro übertroffen – ein Anstieg um 25 %. Organisch lag das Umsatzplus bei 3 %. Rund 60 % der Umsätze werden in den USA erzielt.
  • Deutlicher Gewinnanstieg und gute Aussichten: Im abgelaufenen Jahr legte der bereinigte Konzernüberschuss um 15,5 % auf 5,7 Milliarden Euro zu. Das bereinigte EBITDA AL erreichte mit 35 Milliarden Euro sogar einen Zuwachs von 41,6 %. Für 2021 erwartet der Konzern erneute Zuwächse. Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow AL) soll von 6,3 Milliarden Euro auf rund acht Milliarden Euro steigen.
  • Blendende Noten von den Experten: Bei den Analysten steht die Deutsche Telekom zurzeit hervorragend da. Von 15 Einschätzungen gibt es zurzeit 14 Kaufempfehlungen. Ein einziger Experte rät zum „Halten“ der Aktie, kein Experte rät zum „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei sehr guten 93 %.

Contra Deutsche Telekom (WKN 555750)

  • Fusionskosten belasten: Der Nettogewinn der Telekom stieg trotz des starken EBITDA-Anstiegs nur um 7,5 % auf 4,2 Milliarden Euro. Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow AL) sank im Jahr 2020 sogar um ein Zehntel auf knapp 6,3 Milliarden Euro. Grund: Die Abschreibungen sind durch höhere Investitionen und die Einbeziehung von Sprint höher ausgefallen als im Vorjahr.
  • Höhere Schulden: Die Netto-Finanzverbindlichkeiten des Konzerns stiegen bereits in den vergangenen Jahren an. Durch die Fusion legten sie binnen Jahresfrist um 58 % auf rund 120 Milliarden Euro zu. Angesichts des deutlich gestiegenen operativen Gewinns und der niedrigen Zinsen scheint die Schuldenbelastung aktuell tragbar. Steigende Zinsen würden die Deutsche Telekom aber erheblich belasten.
  • Probleme im Systemgeschäft: Der Konzernbereich T-Systems bleibt weiterhin ein Sorgenkind im Telekom-Konzern. Dazu kamen die Pandemie und die daraus resultierende allgemeine Investitionszurückhaltung bei Großkunden. Der Gesamtumsatz von T-Systems gab 2020 um 5,6 % auf 4,2 Milliarden Euro nach. Das bereinigte EBITDA AL sank um 6,0 % auf 235 Millionen Euro.
  • Stagnation bei Kurs und Dividende: Wie im Vorjahr hat die Deutsche Telekom zur virtuellen Hauptversammlung am 1. April 60 Cent pro Aktie ausgeschüttet. Das entspricht zwar einer respektablen Dividendenrendite von rund 3,6 %, aber die Stagnation bei der Dividende setzt sich auch beim Aktienkurs fort. Er pendelte über Jahre um 15 Euro – knapp über dem Emissionspreis aus dem Jahr 1996.

Über die Deutsche Telekom

Grau wird zu Magenta: Die Deutsche Telekom entstand 1995 im Zuge der Privatisierung der Deutschen Bundespost aus der sogenannten „Grauen Post“ – dem Bereich für Telekommunikation und Fernmeldewesen. Wenig später trat Ron Sommer als Vorstandsvorsitzender an. Er führte das ehemalige Staatsunternehmen an die Börse. Mit Rückenwind von Werbespots mit dem damals sehr populären „Tatort“-Kommissar Manfred Krug kam die T-Aktie als sogenannte Volksaktie an den Markt. In der ersten Tranche kostete das Papier 28,50 D-Mark. Das entspricht 14,57 Euro und damit in etwa der Notierung, um die die Telekom-Aktie in den vergangenen Jahren pendelte.

Deutlich teurer wurde es bei der zweiten und dritten Tranche. Getrieben vom Börsenhype vor der Jahrtausendwende kamen die T-Papiere für 39,50 Euro und gar für 63,50 Euro an den Markt. Dann brach der Technologie-Hype zusammen und mit ihm der Kurs der T-Aktie. Die Deutsche Telekom hatte zudem zwei weitere Belastungen. Zum einen hatte sie bei der Ersteigerung der deutschen UMTS-Lizenzen einen hohen Kaufpreis gezahlt. Zum anderen hatte sie 2001 die US-Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für nahezu 40 Milliarden Euro sehr teuer übernommen. Das verstärkte den Kursverlust. Prozesse mit Anlegern sind bis heute anhängig und „Volksaktien“ sind seitdem nicht mehr populär.

Gleichwohl sorgte der Gang an den US-Markt langfristig für Wachstum im Telekom-Konzern. Voicestream (heute T-Mobile US) entwickelte sich positiv. Nach mehreren vergeblichen Anläufen gelang schließlich 2019 die Fusion mit dem Wettbewerber Sprint. Erstmals konnte die Deutsche Telekom so im Jahr 2020 die Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro mit ihren vier Segmenten Telekom Deutschland, Telekom Europa, T-Mobile US und T-Systems überschreiten. Mit einem Börsenwert von über 75 Milliarden Euro gehört die T-Aktie zu den größten DAX-Werten. Noch wertvoller ist allerdings die Tochter T-Mobile US mit einem Börsenwert von weit über 100 Milliarden Euro. Sie hält zudem einen Platz im NASDAQ 100 – dem populärsten Technologieindex der Welt.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 11.05.2021; Quelle: comdirect.de