Logistik-Unternehmen Deutsche Post: Boomendes Paketgeschäft

Deutsche Post Verteilerzentrum
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Die Deutsche Post ist mit ihrem stabilen Geschäftsmodell ein Favorit der Analysten.

Die Deutsche Post gehört zu den weltweiten Marktführern in der Logistik. Im 3. Quartal 2020 stiegen die Umsätze und vor allem der Gewinn gegenüber dem Vorjahr an. Das Weihnachtsgeschäft dürfte neue Rekorde bei den Paketsendungen gebracht haben. Eine Mehrheit der Analysten empfiehlt die Aktie zum Kauf. Allerdings ging das Geschäft im Bereich Supply Chain (Lagerverwaltung, Transport, Immobilienlösungen, Servicelogistik und Verpackung) zuletzt noch deutlich zurück. Mehr Materialaufwand und Corona-Prämien von 300 Euro pro Mitarbeiter schlugen sich in höheren Kostenbelastungen nieder. Die Dividendenrendite gehört nicht mehr zu den höchsten im DAX. Gleichzeitig liegt die Bewertung der Post-Aktie über dem DAX-Durchschnitt.

Pro Deutsche Post (WKN 555200)

  • Starke Marktstellung: Die Deutsche Post AG gehört mit den Konzernmarken Deutsche Post und DHL zu den weltweit führenden Post- und Logistikdienstleistern im Brief-, Express- und Paketgeschäft. Umsatz- und Gewinntreiber ist vor allem das Paketgeschäft, das im Pandemiejahr 2020 zusätzlich vom wachsenden Trend zum Onlinehandel profitierte.
  • Starkes Umsatz und Gewinnwachstum: Die Deutsche Post hat das Jahr 2020 besser als erwartet abgeschlossen. Nach vorläufigen Zahlen lag der Umsatz mit 66,8 Milliarden Euro um 5 % über dem Niveau von 2019. Der operative Gewinn (EBIT) erreichte mit 4,84 Milliarden Euro ein neues Rekordniveau. Er lag damit um 17 % über dem Vorjahr und deutlich über den eigenen Ergebnisprognosen von 4,1 bis 4,4 Milliarden Euro.
  • Rekord im Weihnachtsgeschäft: Das Paketgeschäft der Deutschen Post hat von der Corona-Pandemie profitiert: Im 3. Quartal 2020 hat der Konzern 367 Millionen Pakete verschickt, 11,6 % mehr als im Vorjahr. Im Weihnachtsquartal musste die Post 23 Prozent mehr Pakete bewältigen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
  • Optimistische Experten: Die Aktie der Deutschen Post ist bei den Analysten aktuell beliebt. Von 15 Experten empfehlen aktuell elf die Aktie zum Kauf, vier stufen die Deutsche Post auf „Halten“, kein einziger empfiehlt den Verkauf: Der comdirect Analystenscore liegt damit mit hervorragenden 73 % in der Spitzengruppe des DAX.

Contra Deutsche Post (WKN 555200)

  • Schwaches Geschäft in der Industrie: Die weltweit reduzierten Geschäftsaktivitäten und der temporäre Zusammenbruch der Produktion belasteten 2020 die Umsatzentwicklung im Unternehmensbereich Supply Chain (Lagerverwaltung, Transport, Immobilienlösungen, Servicelogistik und Verpackung). Der Umsatz verringerte sich im Jahr 2020 gegenüber 2019 um 7% auf 12,5 Milliarden Euro.
  • Wieder weniger Briefe: Zwar konnte das Unternehmen dank des Paketbooms im gesamten deutschen Post- und Paketgeschäft ein Umsatzplus von 7 % auf 16,5 Milliarden Euro erzielen. Das Briefgeschäft jedoch setzte seinen Niedergang fort. Der Rückgang der Briefsendungen lag im 4. Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 7%.
  • Dividendenrendite gesunken: Nach einem schwachen Jahr 2018 hat die Deutsche Post ihren Schwung wiedergefunden. Das drückt sich auch in gestiegenen Kursen aus. Die Entwicklung der Dividende konnte nicht mithalten. Die Dividendenrendite beim einstigen Dividendenchampion liegt aktuell mit 3,1 % nur noch im oberen Mittelfeld des DAX.
  • Bewertung über dem Durchschnitt: Auf der Basis der aktuellen Ergebnisprognosen ist die Deutsche Post mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2020 von rund 15 bewertet. Damit liegt das KGV in etwa auf dem Durchschnitt der vergangenen Jahre und auch des Durchschnitts-KGV im DAX. Allerdings ist bei diesen Berechnungen ein deutlicher Gewinnanstieg im laufenden Jahr eingepreist.

Über die Deutsche Post

Die Deutsche Post AG ging 1995 neben der Deutschen Telekom und der Postbank aus der Deutschen Bundespost hervor. 1999 begann die Privatisierung. Beim Börsengang im November 2000 platzierten der Bund und die Kreditanstalt für Wiederaufbau rund 29 % des Kapitals der Deutschen Post. Seit dem IPO wurden die Anteile des Bundes und der KfW an der Deutschen Post schrittweise weiter reduziert. Gleichzeitig wuchs die Deutsche Post seit ihrer Privatisierung durch zahlreiche Unternehmenskäufe wie DHL, Danzas und Exel zu einem großen internationalen Logistikkonzern.

Das kontinuierliche Wachstum des Konzerns wurde in den vergangenen 30 Jahren unter nur zwei Vorstandschefs erzielt. Von 1990 bis 2008 leitete Klaus Zumwinkel den Konzern und führte ihn auch an die Börse. Er trat 2008 aufgrund von Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung zurück. Ihm folgte Frank Appel, der im Laufe der Jahre den Konzern mehrmals umstrukturierte. Heute gliedert sich die Deutsche Post in die Unternehmensbereiche Post & Paket Deutschland, DHL eCommerce Solutions, Express, Fracht und Supply Chain. Mit rund 550.000 Mitarbeitern weltweit gehört die Deutsche Post zu den größten deutschen Arbeitgebern, knapp 200.000 arbeiten auch in Deutschland.

Unmittelbar nach dem Börsengang stieg die Deutsche Post im Jahr 2000 in den deutschen Auswahlindex DAX 30 auf. Seitdem punktet sie bei den Anlegern vor allem mit stetigen und üppigen Dividendenausschüttungen. Aufgrund der über die Jahre konstant hohen Dividendenrendite ist die Aktie bereits seit neun Jahren auch im Auswahlindex DivDAX der Deutschen Börse vertreten. 2013 zog das Unternehmen dann auch in den Euro STOXX 50 ein. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 53 Milliarden Euro gehört die Deutsche Post zu den größeren Werten im DAX.

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