Corona und Freizeit Tourismusaktien mit Aufholpotenzial?

Bahnhofsecke mit bandüberzogenen Sitzen
© Ismagilov via Getty Images/iStockphoto

Freizeit- und Reiseaktien haben stark gelitten. Erfolge im Kampf gegen das Virus könnten die Kurse beflügeln.

Die Corona-Pandemie hat für einen beispiellosen Einbruch des weltweiten BIP gesorgt. So hat sich die US-Wirtschaft im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,5 % reduziert, im Euroraum ist das Bruttoinlandsprodukt sogar um 12,1 % abgestürzt. Dennoch streben viele Aktienindizes inzwischen wieder ihren alten Höchstständen entgegen. In den USA haben S&P 500 und vor allem der Nasdaq 100 ihre alten Höchststände bereits wieder überschritten. Die Erholung an den Märkten wurde nur von wenigen Branchen getragen, vor allem von der Technologie. Stark zurückgeblieben sind dagegen Titel der Reise- und Vergnügungsindustrie, die unter den Corona-Einschränkungen mit am heftigsten leiden.

Die Tourismusbranche vor dem Turnaround?

Grenzen wurden geschlossen, Flugzeuge standen und stehen immer noch am Boden und Kreuzfahrschiffe bleiben in den Häfen oder werden sogar verschrottet, um die Betriebskosten zu reduzieren. Entsprechend hat sich der Umsatz bei vielen Unternehmen reduziert – bei Lufthansa (WKN 823212) in den ersten sechs Monaten des Jahres beispielsweise um mehr als 50 %, bei der Hotelgruppe Accor (WKN 860206) ist der Umsatz pro Zimmer um 59 % zurückgegangen und beim Touristikkonzern Tui (WKN TUAG00) sind die Einnahmen im abgelaufenen Quartal (April bis Juni) im Vergleich zum Vorjahr sogar um 98 % gefallen. Die beiden deutschen Unternehmen Lufthansa und Tui hängen zudem am Tropf des Staates und erhalten Mittel aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF). Entsprechend litten die Aktienkurse. Dabei wirken die jüngsten Reisewarnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zumindest für die deutschen Unternehmen natürlich noch einmal dämpfend.

Früher oder später dürfte sich aber auch die Tourismusbranche wieder erholen. Die meisten Mitglieder der Weltorganisation für Tourismus (UNWTO), einer Unterorganisation der Vereinten Nationen, gehen davon aus, dass sich die internationale Reiseindustrie bis zur zweiten Hälfte 2021 erholen werde. Einige prognostizieren die Erholung sogar schon für das erste Halbjahr 2021. Zwar könnte in diesen Erwartungen eine gehörige Portion Zweckoptimismus mitschwingen. Aber Aktienkurse laufen der wirtschaftlichen Entwicklung nicht selten deutlich voraus. Wer an ein mittelfristiges Revival der Reisebranche glaubt, kann schon jetzt auf Unternehmen aus den Bereichen „Travel und Leisure“ setzen.

EACH-Basket oder Tourismus ETF

Breit gestreut umsetzen lässt sich dies unter anderem mit dem jüngst von Vontobel emittierten Partizipations-Zertifikat (WKN VP6R3V) auf den sogenannten „EACH-Basket“, der die durchschnittliche kumulierte Kursentwicklung von 14 Unternehmen der Reiseindustrie aus den Branchen Entertainment, Airlines, Cruises und Hotels widerspiegelt. Dabei basiert die Aktienselektion im Wesentlichen auf zwei Kriterien, erklärt Nicole Wittmann, Produktexpertin bei der Bank Vontobel Europe AG: „Es wurden Unternehmen mit starken Marken und einer vergleichsweise niedrigen Nettoverschuldung im Vergleich zum bereinigten EBITDA berücksichtigt.“ Dazu zählt das weltgrößte Kreuzfahrtunternehmen Carnival Corp. (WKN 120100) genauso wie Delta Air Lines (WKN A0MQV8), Hyatt Hotels (WKN A0YAKV) und Wynn Resorts (WKN 663244).

Für Anleger, die insbesondere auf eine Erholung europäischer Reisetitel setzen wollen, kommen alternativ auch ETFs auf den STOXX Europe 600 Travel & Leisure Index infrage. Sie werden unter anderem von iShares (WKN A0H08S) und ComStage (WKN ETF078) angeboten. Bekannte Indexmitglieder sind beispielsweise Ryanair (WKN A1401Z) sowie die Hotelketten Accor (WKN 860206) und InterContinental Hotels Group (WKN A2PA4R).

Aktien und Partizipations-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 16.09.2020; Quelle: comdirect.de