Getränke Coca-Cola: Hoffnung auf 2021

Der Coca-Cola Truck steht in einer Strasse.
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In der Corona-Krise gingen Umsatz und Gewinn beim Getränkeriesen zurück. Jetzt steht die Wende an.

Coca-Cola ist mit rund 500 Getränkemarken und vor allem der ikonischen Gründermarke weltweit präsent. Im ersten Quartal 2021 zogen die Umsätze wieder an. Das Unternehmen gehört zu den weltweit stabilsten Dividendenzahlern. Das Ergebnis pro Aktie könnte 2021 wieder zweistellig zulegen. Allerdings blieb der Gewinn im vergangenen Jahr und auch im ersten Quartal 2021 deutlich hinter den Vergleichsperioden zurück. Die Aktie ist relativ hoch bewertet. Überdies wirkt sich der starke US-Dollar tendenziell negativ auf die Bilanz aus.

Pro (WKN 850663)

  • Starke Marktstellung: The Coca-Cola Company ist einer der weltweit größten Softdrink-Produzenten. Coca-Cola ist die stärkste Getränkemarke der Welt und nahezu in allen Weltregionen präsent. Das Unternehmen besitzt die Rechte an weltweit rund 500 alkoholfreien Getränkemarken, dazu gehören Mineralwässer, Säfte, Eistees und gekühlte Kaffeespezialitäten.
  • Erholung angelaufen: Coca-Cola leidet zwar insbesondere in Europa weiter unter der Corona-Pandemie. Dennoch steigerte der Getränkehersteller im ersten Quartal 2021 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Die Erlöse legten um 5 % auf neun Milliarden US-Dollar zu. Das Plus gelang durch eine Steigerung beim Absatz von Konzentraten.
  • Zuverlässige Ausschüttungen: Coca-Cola gehört zu den sogenannten Dividendenaristokraten. Seit dem Jahr 1962 hat der Getränkekonzern Jahr für Jahr die Ausschüttungen gesteigert. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei rund 3,0 % und damit deutlich über dem Durchschnitt der 30 Konzerne im Dow-Jones-Index.
  • Besserung in Sicht: Coca-Cola rechnet im laufenden Jahr mit einer Verbesserung des Ergebnisses je Aktie um rund 10 %. In den Ländern mit hohen Impfquoten zogen die Geschäfte bereits an. Der Schwung dürfte zunehmen, wenn weltweit Restaurants offen sind und wieder Großveranstaltungen stattfinden.

Contra (WKN 850663)

  • Schwacher Gewinn 2020: Bei Coca-Cola haben die Schließungen von Restaurants, Kinos, Sportstadien und Freizeiteinrichtungen tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Im gesamten Geschäftsjahr 2020 fielen die Erlöse um 11 % auf 33 Milliarden US-Dollar. Unterm Strich verdiente das Unternehmen mit 7,7 Milliarden US-Dollar rund 13 % weniger als im Jahr zuvor.
  • Gewinnrückgang setzt sich fort: Innerhalb der eigenen vier Wände wird aktuell viel Cola getrunken, aber das lukrative Außer-Haus-Geschäft bleibt pandemiebedingt unter Druck. So sank der Gewinn im ersten Quartal 2021 von 2,78 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 2,25 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 55 Cent und lag damit um fünf Cent über den Analystenerwartungen.
  • Hohe Bewertung: Coca-Cola ist als Markenaktie traditionell hoch bewertet. Aktuell liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021 bei rund 26. Allerdings konnte das in den vergangenen Jahren weder durch unternehmerisches Wachstum noch durch steigende Gewinne wirklich gerechtfertigt werden.
  • Starker US-Dollar: Die Stärke der amerikanischen Währung wirkt sich traditionell mindernd auf den Unternehmensgewinn bei Coca-Cola aus. Für das Gesamtjahr 2021 rechnet die Unternehmensspitze mit einem negativen Effekt für das Ergebnis je Aktie von 3 bis 4 %.

Über Coca-Cola

Coca-Cola wurde im Jahr 1886 von dem amerikanischen Apotheker John Pemberton als anregendes Getränk gegen Kopfschmerzen erfunden. Er verkaufte die Rechte schnell zu einem kleinen Preis an den Apothekengroßhändler Asa Candler, der 1892 The Coca-Cola Company gründete und Coca-Cola US-weit und ab 1896 im Ausland vertrieb. Zunächst wurde das Getränk vor allem in Soda-Bars verkauft. Mit der Erfindung des Kronkorkens füllte das Unternehmen die Limo ab der Jahrhundertwende zunehmend auch in Flaschen ab. 1919 verkaufte der Sohn von Candler das Unternehmen für 25 Millionen US-Dollar an ein Konsortium um Ernest Woodruff, dessen Sohn Robert anschließend über 60 Jahre die Geschicke des Konzerns mitbestimmte.

Woodruff machte Coca-Cola zum führenden Softdrink in den USA und in der Welt. Schon kurz nach seinem Antritt gründete er The Coca-Cola Export Corporation. Weltweit wurden Abfüller lizenziert, die vor Ort nach Originalrezept Coca-Cola mischten und verkauften; die deutsche Box-Legende Max Schmeling war einer von ihnen. Umfangreiches Sport-Sponsoring (Olympische Spiele) und Lieferungen an das Militär sorgten für stetige Präsenz des Getränks. Im Zweiten Weltkrieg wurden sogar Coca-Cola-Angestellte rekrutiert, um die Versorgung der amerikanischen Soldaten mit ihrem Lieblingsgetränk sicherzustellen. Für das Militär wurde Coca-Cola auch erstmals in Dosen abgefüllt, seither einer der bevorzugten Vertriebswege. Einen neuen Schub erhielt das Unternehmen 1982 durch die Einführung der Diet Coke/Cola Light. Sie kam deutlich besser an als die „New Coke“. Die Kunden nahmen die neue Rezeptur nicht an, schnell kehrte der Konzern zur klassischen Coke zurück.

Heute ist Coca-Cola in fast jeder Region der Erde das am meisten verkaufte Cola-Getränk. Mit Coca-Cola, Diet Coke, Sprite und Fanta gehören vier Produkte der Coca-Cola Company zu den „World’s Top Five“ an kohlensäurehaltigen Getränken ohne Alkohol. Zur Jahrtausendwende war Coca-Cola sogar die wertvollste Marke der Welt. Seitdem konnte die Marke ihren Wert auf zuletzt 84 Milliarden US-Dollar steigern, wurde aber von den wachstumsstärkeren Tech-Giganten wie Apple oder Google überholt. Warren Buffett gehört schon seit Jahrzehnten zu den Ankeraktionären des Unternehmens. Seit 1987 ist die Aktie Mitglied im Dow-Jones-30-Index. Trotz eines schwierigen Pandemiejahres 2020 bleibt Coca-Cola mit einer Marktkapitalisierung von weit über 200 Milliarden US-Dollar eines der Schwergewichte am amerikanischen Markt.

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