China Neues Wachstum?

Chinesische Mauer
PatriciaSoon via istock.com

Der erste Deal zwischen den USA und China steht: Die chinesische Wirtschaft und speziell Technologie-Unternehmen sollten profitieren.

US-Präsident Donald Trump ist um große (Twitter-)Worte selten verlegen. Und so bezeichnete er am 15. Januar den Abschluss des sogenannten „Phase-eins-Abkommens“ zwischen den USA und China auch als „historisch“. Nach zwei Jahren Handelsstreit einigten sich die beiden Konkurrenten auf einen ersten Schritt. Die USA verzichten auf neue Strafzölle im Wert von 150 Milliarden US-Dollar. China verspricht, seine Importe aus den USA deutlich zu erhöhen und US-Finanzdienstleistern besseren Zugang zu Chinas Markt zu gewähren. „Der Abschluss ist gut für China, für die Vereinigten Staaten und die ganze Welt“, ließ Chinas Präsident Xi Jinping verkünden.

Die Entspannung im Handelskonflikt dürfte auch an den Börsen zu spüren sein – global, aber vor allem auch in der Volksrepublik selbst. „Der Phase-eins-Deal und die fiskal- und geldpolitischen Konjunkturmaßnahmen werden China helfen, die heimische Wirtschaft zu stabilisieren“, prophezeit Robert Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank China. Davon geht auch Angelika Millendorfer aus, Leiterin des Teams Emerging Markets Aktien der österreichischen Raiffeisen Bank: „Eine zumindest leichte Beschleunigung des Wachstums im ersten Halbjahr 2020 ist jetzt recht wahrscheinlich“, sagt die Schwellenländerexpertin.

Chinesische Wirtschaft springt an

Zudem bahnt sich in Asien und der Pazifikregion eine neue Freihandelszone an. Die Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) soll die zehn südostasiatischen ASEAN-Mitglieder von Brunei bis Vietnam mit Indien, Japan, China, Südkorea, Australien und Neuseeland zusammenbringen. „Das wäre die weltgrößte Freihandelszone, die mit etwa 3,2 Milliarden Menschen gut 40 % des Welthandels umfasst“, erklärt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. „Für Investoren eröffnet sich eine interessante Region.“ Ohnehin scheint die chinesische Wirtschaft die Talsohle durchschritten zu haben. Das offiziell verkündete Wachstum blieb im dritten Quartal 2019 über der 6-%-Marke. Zum Jahresende trumpften die Industrie-Einkaufsmanagerindikatoren mit deutlichem Wachstum auf. Der Indikator der Mediengruppe Caixin legte im November zum fünften Mal in Folge zu. Er erreichte mit 51,8 Punkten den höchsten Stand seit zwei Jahren und ging dann im Dezember nur leicht auf 51,5 Punkte zurück. Auch das Pendant des Staatlichen Statistikamtes überschritt erstmals seit April wieder die Expansionsschwelle von 50,0 Punkten und stabilisierte sich im Dezember bei 50,2 %.

Die Zeichen wurden auch an den Börsen gesehen. Der chinesische CSI‐300‐Index, der die Entwicklung an den Festlandbörsen widerspiegelt, legte 2019 sogar leicht stärker zu als der amerikanische S&P 500. Anders aber als das Pendant von der Wall Street ist der CSI von seinen Allzeithochs weit entfernt. Das liegt vor allem an traditionellen Industriezweigen und aktuell auch an der Unsicherheit rund um das Coronavirus. In Social Media und auch im Finanzsektor liegen die chinesischen Unternehmen dagegen gut im internationalen Rennen. Die Alibaba Group Holding Ltd (WKN A117ME) von Jack Ma etwa hat sich seit dem Börsengang etabliert. Alibaba betreibt unter anderem die weltweit aktive B2B‐Plattform Alibaba.com, aber auch die in Asien genutzte Online‐Auktionsplattform Taobao. Der Jahresumsatz stieg zuletzt auf rund 56 Milliarden US‐Dollar. Analysten erwarten einen Nachsteuergewinn von rund 13 Milliarden US‐Dollar.

Vielfältig diversifiziert ist auch die Tencent Holding (WKN A0YHJ8). Sie unterhält unter anderem die größte chinesische Messaging‐App WeChat und den angeschlossenen Zahlungsdienstleister WeChat Pay. Tencent Music Entertainment hat rund viermal so viele Nutzer wie das in Europa dominierende Spotify. Tencent breitet sich auch international aus. Nach dem Kauf eines 10-%-Anteils an Universal Music Group hat das chinesische Unternehmen milliardenschwere Investitionen in Europa angekündigt. Stärker auf die asiatischen Nachbarländer will sich dagegen der Versicherer Ping An Insurance (WKN A0M4YR) konzentrieren. Ping An ist an der Börse mit über 80 Milliarden Euro höher bewertet als die deutsche Allianz. Mit seiner Telemedizinplattform Ping An Good Doctor hat das Unternehmen inzwischen über 250 Millionen Nutzer.

Investieren per ETF und Fonds

Einzelinvestitionen in chinesische Werte erfordern Know‐how und sind nur bei den Bluechips unkompliziert machbar. Eine Alternative sind ETFs und Fonds. Per ETF können Anleger zu niedrigen Kosten und breit gestreut in den chinesischen Markt investieren. Bei den Top‐Preis ETFs von comdirect stehen gleich drei ETFs ohne Ordergebühren im Sparplan zur Verfügung — der Lyxor China Enterprise (HSCEI) UCITS ETF (WKN LYX011), der Lyxor Hong Kong (HSI) UCITS ETF (WKN LYX013) und der MSCI China UCITS ETF (WKN LYX0YW). Aktives Management kann sich im breit gefächerten chinesischen Markt besonders lohnen. Zu den performancestärksten Fonds mit mindestens vier Sternen im Morningstar‐Rating gehören der ISF China Opportunities — A USD ACC Fonds (WKN A0JDNN), der Vontobel Fund — mtx China Leaders — I USD ACC Fonds (WKN A0MKVN) und der Neuberger Berman China Equity Fund (WKN A0X8X4). Im Sparplan bei comdirect ist der UBS Equity Fund China Opportunity – USD (WKN 986579) erhältlich.

Aktien, ETF-Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 05.02.2020; Quelle: comdirect.de