Chartanalyse von C. Geyer Nike: Ausrüster für fast jeden Sport

Chartanalyse Geyer
© Alexandra Lechner

Der große US-Konkurrent der europäischen Sportartikelhersteller ist weiter auf dem Vormarsch.

Christoph Geyer ist freier Technischer Analyst bei der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) und mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten. Der Autor des Buches „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ analysiert für das comdirect Magazin regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen und Währungen.

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Als amerikanischer Konkurrent zu den europäischen Sportartikelherstellern hat sich Nike (WKN 866993) längst auch auf dieser Seite des Atlantiks etabliert. So sponsert das Unternehmen mit dem „Swoosh“ Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt ebenso wie den legendären FC Liverpool mit seinem Trainer Jürgen Klopp. Aber auch Boxen, Handball und Golf sowie der Ski-, Schwimm- und Tennissport werden von Nike unterstützt. Das hat entsprechende Auswirkungen auf den Breitensport.

So kommt es nicht von ungefähr, dass das Wachstum und damit der Börsenkurs von Nike seit Langem in der Tendenz nur eine Richtung kennt: nach oben. Im langfristigen Chart ist entsprechend gut zu erkennen, dass sich der Kurs im vergangenen Jahrzehnt rund versiebenfacht hat. Wie bei allen langen Aufwärtstrends kommt auch Nike nicht ohne Korrekturen aus. Die Phase von Ende 2015 bis Ende 2017 zum Beispiel stellte sich als eher schwierig dar. Selbst der Trendbruch zu Beginn des Jahres 2017 führte noch nicht nachhaltig zur Wiederaufnahme des Aufwärtstrends.

In dieser Zeit war es allerdings relativ einfach, die kleinen Korrekturbewegungen zum Einstieg zu nutzen. Dass ein Trend aber auch nicht zu steil werden darf, hat der Bereich im Jahr 2020 unmittelbar nach dem Corona-Crash deutlich gemacht. Dieser Trend konnte nur knapp ein Jahr lang gehalten werden, bis er gebrochen wurde. Die Korrektur dauerte allerdings nicht lange an. Im vergangenen Jahr konnten neue Rekordstände erreicht werden. Beim letzten Top haben die Indikatoren allerdings Warnsignale gegeben. Sowohl der MACD- als auch der Stochastik-Indikator haben Divergenzen gebildet. Diese Indikatoren konnten die neuen Tops im Kurs nicht mehr nachvollziehen. Die rückläufigen Umsätze sind zum Jahresende nicht sonderlich überraschend. Eine kurzfristige Ausweitung der aktuellen kleinen Korrektur ist wegen der Indikatoren durchaus denkbar.

Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 19.01.2012 bis 19.01.2022, Quelle: ProRealTime.com

Im kurzfristigen Chart hat sich eine Unterstützungszone etabliert, die sich im Bereich von ca. 147 US-Dollar gebildet hat. Diese wirkte zunächst als Widerstand und konnte dann Ende September vergangenen Jahres als Haltepunkt verwendet werden. Im Juni war ein vorläufiger Tiefpunkt erreicht. Seit dieser Zeit befindet sich der Kurs wieder auf dem Weg nach oben, wenn auch mit zwischenzeitlichen heftigen Abwärtsbewegungen. So beschleunigte sich der Kurs im September nach unten, konnte sich aber im besagten Unterstützungsbereich stabilisieren. Das neue Top im November generierte wieder einen Wendepunkt. Am Tag des Tops wurde eine Art Shooting Star (Intraday-Stimmungswende) gebildet. Dieser war nicht ganz klassisch, da der Kerzenkörper zu groß war. Trotzdem hat er seine Wirkung nicht verfehlt, nämlich einen neuen kurzfristigen Abwärtstrend einzuleiten. Zuletzt wurde die ohnehin nicht stabile Aufwärtstrendlinie gebrochen. Inzwischen ist der Kurs an der alten langfristigen Unterstützungslinie angekommen.

Obwohl die letzten Tageskerzen alle grün waren und dies eigentlich darauf hindeutet, dass die Stimmung der Marktteilnehmer im Handelsverlauf der jeweiligen Tage nach einem schwachen Auftakt immer gedreht hat und die Aktie zum Teil deutlich über dem Eröffnungskurs schloss, konnte Nike noch nicht nach oben drehen. Dieser Stärkebeweis wurde also nicht ausgenutzt. Der MACD-Indikator hat durch das Abprallen an seiner Triggerlinie nach unten ein Verkaufssignal generiert. An der nun erreichten Stelle sollte der Kurs unbedingt halten, da es sonst zu einer Änderung der Gesamtlage kommen würde. In den letzten Handelstagen kamen verstärkt Doji’s (Eröffnungs- und Schlusskurse auf nahezu einem Niveau) auf. Dieses Zeichen für Unsicherheit muss nicht für eine Fortsetzung des Abwärtstrends stehen, sondern könnte auch ein Zeichen für den Beginn einer Stabilisierung bedeuten. Die kommenden Tage werden hier Klarheit schaffen.

Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 19.01.2021 bis 19.01.2022, Quelle: ProRealTime.com

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“).Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 19.01.2022; Quelle: ProRealTime.com