Chartanalyse von C. Geyer Lufthansa: Airline im Sinkflug

Chartanalyse Geyer
© Alexandra Lechner

Nach der Corona-Virus-Pandemie leidet die deutsche Vorzeigefluglinie jetzt unter den hohen Kerosinpreisen.

Christoph Geyer ist freier Technischer Analyst bei der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) und mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten. Der Autor des Buches „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ analysiert für das comdirect Magazin regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen und Währungen.

Weitere Informationen und Termine zu aktuellen Vorträgen oder Seminaren des Autors finden Sie unter www.christophgeyer.de oder auf seinem Youtube-Channel.

Die Deutsche Lufthansa (WKN 823212) ist Deutschlands größte Airline. Die Zuverlässigkeit und der Service sind sprichwörtlich und auf der ganzen Welt geschätzt. Trotzdem geht es der Lufthansa wie allen anderen Fluggesellschaften: Die Entwicklung der Ölpreise beeinflusst auch dieses Unternehmen. Zwar sind die Preise meist über längere Zeiträume abgesichert. Aber das gilt nicht für immer und irgendwann laufen diese Absicherungen aus. Entsprechend muss die Kalkulationsbasis immer wieder angepasst werden, was sich auf die Beförderungspreise niederschlägt.

Seit 2018 befindet sich die Aktie nun im Sinkflug und fiel in dieser Zeit – auch aufgrund der Corona-Virus-Pandemie und ihrer Folgen – von knapp über 20 Euro auf fast fünf Euro ab. Ein solcher Wertverlust in so kurzer Zeit lässt das Vertrauen der Marktteilnehmer natürlich schwinden und eine Bodenbildung fällt entsprechend schwer. Die Anstiegsbewegung im vergangenen Jahr wurde entsprechend sehr schnell wieder „abverkauft“ und ein erneuter Test des Bereichs knapp über fünf Euro erfolgte.

Zuletzt ist der Wert wieder an die Abwärtstrendlinie gestiegen. In diesem Bereich befindet sich ein Kreuzwiderstand, da hier auch eine alte Unterstützungslinie verläuft. Die Indikatoren, die im neutralen Bereich verlaufen, geben derzeit keine Impulse nach oben. Entsprechend ist die Aktie an dem beschriebenen Kreuzwiderstand zunächst gescheitert. Offen ist derzeit, ob die Abwärtskraft ausreicht, um die Unterstützungsmarke von fünf Euro wieder zu erreichen oder sogar zu unterschreiten.

Chart Lufthansa wöchentlich
Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 21.06.2012 bis 21.06.2022, Quelle: ProRealTime.com

Im kurzfristigen Chart ist eine ausgeprägte Volatilität zu erkennen. Der Kriegsbeginn in der Ukraine traf die Lufthansa besonders stark. Allerdings war bereits zum Ende des vergangenen Jahres ein fast ebenso heftiger Einbruch zu beobachten. Meist schaffte es die Aktie, schnell wieder eine Erholungsbewegung zu generieren. Seit April dieses Jahres hat sich nun ein Abwärtstrendkanal etabliert. Dieser wurde zuletzt dynamisch nach unten verlassen. Die Unterstützungslinie im Bereich von 6,50 Euro konnte ebenfalls nicht gehalten werden. Mit dem Rutsch hat sich die Indikatorenlage leicht verbessert. Der MACD-Indikator beginnt nach oben zu drehen und der Stochastik-Indikator steht kurz vor einem Kaufsignal. Positiv: Die Umsätze haben mit dem Schub nach unten nicht angezogen, was darauf hindeutet, dass kein Verkaufsdruck aufgekommen ist. Aktuell überwiegt aber die Angst vor weiter steigenden Ölpreisen, was die Kursentwicklung bei der Lufthansa bremsen dürfte. Ein schneller Anstieg nach oben ist somit vorerst nicht zu erwarten. Ob die Marktteilnehmer die Kraft aufbringen, den Bereich um 5 Euro zu halten, ist derzeit noch offen.

Chart Lufthansa täglich
Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 21.06.2021 bis 21.06.2022, Quelle: ProRealTime.com

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 22.06.2022; Quelle: ProRealTime.com