Capped-Reverse-Bonus-Zertifikate Das eigene Depot stabilisieren

Junger Mann in formaler Kleidung, der die Hand am Kinn hält und lächelnd in die Kamera schaut, während er im Büro steht
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Mit Capped-Reverse-Bonus-Zertifikaten können Anleger ihr Depot stabilisieren. Bei stark steigenden Kursen drohen aber Verluste.

Es ist bemerkenswert, wie sich die Aktienmärkte in den vergangenen Wochen entwickelt haben: Während die Wirtschaft massiv einbrach und die Arbeitslosenzahlen nach oben schossen, schienen Börsianer die Corona-Pandemie parallel zu den zunehmenden Lockerungen der Schutzvorschriften schon wieder abgehakt zu haben. So hat sich der DAX seit dem Tief Mitte März bei 8.255 Punkten um über 50 % erholt. Die Börse läuft der fundamentalen Entwicklung erfahrungsgemäß immer deutlich voraus. Bei fehlendem Impfstoff, der Gefahr einer zweiten Welle und erheblicher Unsicherheit über den Zeitpunkt einer Erholung der Weltwirtschaft scheint Skepsis in Bezug auf die Börsenaufholjagd aber durchaus angebracht. Dies gilt umso mehr, weil nun das an den Börsen traditionell schwächere Sommerhalbjahr bevorsteht. Da kann es nicht schaden, das Depot um Wertpapiere zu ergänzen, mit denen sich in seitwärts gerichteten bzw. sogar rückläufigen Marktphasen attraktive Erträge erzielen lassen. In genau diese Kategorie fallen Capped-Reverse-Bonus-Zertifikate.

Hohe Bonusrenditen möglich

Wie es ihr Name bereits erahnen lässt, funktionieren diese Papiere wie herkömmliche Capped-Bonus-Zertifikate – nur eben genau umgekehrt. „So liegt die Sicherheitsbarriere bei ihnen zum Emissionszeitpunkt deutlich über dem Kurs des Basiswertes“, erklärt Derivate-Expertin Christine Romar von der Citigroup. „Wird sie während der Laufzeit zu keinem Zeitpunkt verletzt, bekommen Anleger bei Fälligkeit den Bonusbetrag ausgezahlt. Andernfalls geht die Bonuszahlung verloren und der Rückzahlungswert orientiert sich an der Wertenwicklung des Basiswertes mit umgekehrtem Vorzeichen.“ Verluste sind damit programmiert.

Ein Zahlenbeispiel: Steigt der DAX bis zum 18. Dezember dieses Jahres zu keinem Zeitpunkt auf oder über 14.500 Punkte und damit deutlich über das Allzeithoch hinaus an, würde sich für Besitzer des Capped-Reverse-Bonus-Zertifikats (WKN KA56RU) einige Tage später ein Bonusbetrag von 92,50 Euro ergeben. Beim aktuellen Briefkurs von 81,17 Euro entspräche dies einem Zugewinn von 13,9 % bzw. einer Rendite von 30,3 % p. a. Wird die Barriere von 14.500 Zählern während der Laufzeit allerdings verletzt, erlischt das Recht auf die Bonuszahlung. Der Rückzahlungswert orientiert sich dann an der Differenz zwischen dem zweifachen Basispreis, dem sogenannten Reversekurs, und dem DAX-Wert bei Fälligkeit. Bei einem Basispreis von hier 10.000 Punkten hat die Verletzung der Barriere damit hohe Verluste zur Folge. Notiert der Index am Verfalltag des besagten Capped-Reverse-Bonus-Zertifikats beispielsweise bei exakt 15.000 Punkten, ergäbe sich nur noch ein Rückzahlungswert von 50 Euro [(2*10.000-15.000)/100=50].

Depot stabilisieren

Romar empfiehlt Interessenten, bei der Wahl der Produkte deshalb den Abstand zwischen der Barriere und dem aktuellen Kurs des Underlyings eher etwas großzügiger zu wählen. „Dies gilt umso mehr, als es für Privatanleger oft nur schwer einzuschätzen ist, wie hoch die sogenannte Barrierebruchwahrscheinlichkeit tatsächlich ausfällt.“ Einige Emittenten (Citigroup, UBS) geben diesen Wert deshalb für alle ihre Bonusprodukte auf der eigenen Homepage als Risikoindikation an. Diese liegt bei einem DAX-Wert von gut 12.600 Punkten (Stand: 08.07.2020) für das oben genannte Zertifikat zum selben Zeitpunkt übrigens bei 37,8 %. Wird alternativ eine Barriere von 15.000 Punkten gewählt (WKN KA56RE) reduziert sie sich auf 27,4 %, bei einer Bonusrendite von immer noch 24,7 % p. a.

Grundsätzlich können Capped-Reverse-Bonus-Zertifikate somit für Anleger interessant sein, die eine negative oder seitwärts tendierende Entwicklung der Märkte erwarten, aber moderate Kurssteigerungen des Underlyings nicht ausschließen wollen. Da sich die Preise der Papiere in aller Regel konträr zu den meisten Aktienkursen entwickeln, können sie zudem einen Beitrag zur Stabilisierung eines breit diversifizierten Wertpapierdepots leisten. Dabei sollten die Verlustrisiken natürlich niemals aus den Augen verloren werden.

Capped-Reverse-Bonus-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Capped-Reverse-Bonus-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 08.07.2020; Quelle: comdirect.de