Brexit Britische Aktien mit Potenzial

Britische Nationalflagge
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Der harte Brexit konnte verhindert werden, britische Unternehmen atmen auf. Das Pfund und der FTSE 100 könnten wieder aufholen.

Es ist vollbracht! Viereinhalb Jahre hat sich der Austritt der Briten aus der Europäischen Union hingezogen. Seit dem britischen Referendum im Juni 2016 stand dabei immer wieder eineTrennung im Streit im Raum. Kurz vor Toresschluss konnten sich die Vertreter beider Seiten zumindest noch auf ein gemeinsames Handelsabkommen und damit auf ein einigermaßen versöhnliches Ende einigen. Unzählige Vereinbarungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU wären sonst ungültig geworden und für den Austausch von Waren und Dienstleistungen hätten zukünftig die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gegolten – mit hohen Zöllen und bürokratischen Hürden. Aufgrund des jüngst geschlossenen Handelsabkommens erwarten die Analysten der Schweizer Großbank UBS sowohl steigende Aktienkurse als auch deutliche Währungsgewinne für britische Titel.

Aktienmarkt hat Aufholpotenzial

Probleme hat der Inselstaat mit der Pandemie aktuell dennoch genug. Ein No-Deal-Brexit hätte an den Kapitalmärkten negative Folgen gehabt. Denn volkswirtschaftliche Alleingänge sind bei Börsianern alles andere als beliebt. Das lässt sich an der Entwicklung der Aktienindizes ablesen. Der FTSE 100 mit den 100 größten börsennotierten Unternehmen Großbritanniens hat sich seit dem Referendum im Juni 2016 deutlich schwächer entwickelt als der breite STOXX Europe 600, der DAX oder gar die amerikanischen Indizes. Gleichzeitig hat das Britische Pfund gegenüber dem Euro abgewertet. Das schmälerte zusätzlich die Performance für deutsche Investoren.

Dieser Trend könnte sich im laufenden Jahr drehen. Denn den Hauptteil der Lasten eines harten Brexits hätten die Briten zu tragen gehabt. Rund 50 % aller Importe und Exporte wickelten sie schließlich 2019 mit der EU ab, umgekehrt waren es nur rund 5 %. Viele skeptische Anleger und Analysten hatten das Worst-Szenario eingeplant. Auf der Insel sind die Analysten jetzt wieder optimistischer: „Viele britische Unternehmen handeln derzeit zu sehr niedrigen KGVs“, erläutert Sue Noffke, Leiterin UK Equities bei der Fondsgesellschaft und Vermögensverwaltung Schroders. Der Grund: Sie haben sich vom Corona-Crash längst nicht so gut erholt wie die Konkurrenz aus den USA oder Asien.

Value-Werte im Blick

Neben den vor allem im Vergleich zu den USA, aber ebenfalls gegenüber Kontinentaleuropa niedrigen Bewertungen spricht auch die Struktur des britischen Aktienmarktes für Erholungspotenzial: „Mit einer konjunkturellen Erholung nach der Pandemie kommen Value-Werte stärker ins Blickfeld“, sagt Carsten Klude, Chefvolkswirt und Leiter Asset Management bei M.M. Warburg & CO. Davon hat Großbritannien einige zu bieten. Neben Freizeit, Pharma und Konsum ist vor allem der Energiesektor wichtig. So haben etwa BP (WKN 850517) und Royal Dutch Shell (WKN A0D94M) im Jahr 2020 unter den zwischenzeitlich stark gesunkenen Preisen für Öl und Gas gelitten und könnten sich jetzt erholen. Auch der australisch-britische Bergbaukonzern Rio Tinto (WKN 852147) könnte von anziehenden Rohstoffpreisen profitieren.

Partizipation mit aktiv gemanagten Fonds oder ETFs

Neben Einzelwerten können Anleger auf aktiv gemanagte Aktienfonds mit Schwerpunkt Großbritannien oder auf entsprechende ETFs zurückgreifen. Mit der Maximalzahl von fünf Morningstar-Sternen geratet ist in diesem Segment unter anderem der BlackRock Global Funds United Kingdom (WKN A0BMAG). Größte Positionen sind hier aktuell Rio Tinto (WKN 852147), gefolgt von Royal Dutch Shell (WKN A0D94M), dem Einzelhändler Next (WKN 779551) und AstraZeneca (WKN 886455), Hersteller des britischen Corona-Impfstoffs. Per ETF können Anleger etwa auf den iShares Core FTSE 100 ETF (A0YEDM) oder die Pendants von Lyxor (WKN LYX0XR) oder HSBC (WKN A0N9WS) setzen.

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