Börsenweisheiten Sell in May – oder lieber doch nicht?

Ein Mann, der am frühen Morgen am Fluss entlang läuft und hochspringt
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Über Jahrzehnte galt die Börsenregel. Doch seit einigen Jahren ist ein neuer Trend erkennbar.

Im Mai und Juni schwangen sich DAX und viele internationale Börsenindizes zu neuen Höchstkursen auf. Das widersprach einmal mehr der wohl bekanntesten Börsenregel „Sell in May and go away“. Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben. Über viele Jahrzehnte entwickelten sich die Märkte in den Sommermonaten im Durchschnitt schlechter als im Winterhalbjahr – in Deutschland, aber auch in fast allen internationalen Märkten. Im Mittel stimmt das immer noch, weil sich Durchschnittswerte nicht so schnell ändern. In den vergangenen Jahren jedoch ist es mit dem Sommerloch nicht mehr weit her. Der DAX schnitt nur in den warmen Monaten des Jahres 2018 negativ ab. Damals stiegen die Zinsen in den USA stark an – Gift für die Börse. 2017 und 2019 dagegen zogen die Kurse im Sommer recht deutlich an. Und wer gar im Mai 2020 beim DAX-Stand von rund 10.500 Punkten seine Aktien verkaufte, verpasste den besten Teil der Aktienmarktrally, die bis heute anhält. Für Gergely Majoros, Mitglied im Investmentkomitee des Pariser Vermögensverwalters Carmignac, ist der Mai auch 2021 kein Grund zur Skepsis: „Wir haben zwar zuletzt etwas auf die Bremse getreten. Aber wir bleiben grundsätzlich optimistisch für Aktien.“

Dass der saisonale Trend nicht mehr so wichtig wie früher ist, erstaunt wenig. Zum einen hat sich das Börsengeschehen seit der Jahrtausendwende rasant beschleunigt. Jederzeit kann von überall in der Welt sekündlich gehandelt werden. Anleger und vor allem Profis „in der Sommerruhe“ sind im Rush um Rendite nicht mehr denkbar. Zum anderen konnten diese Anleger früher mit der Alternative zu Aktien – dem Parken des Kapitals am Geldmarkt oder dem Investment in Staatsanleihen – weitgehend risikolose Renditen erzielen. Das ist in Nullzinszeiten nicht mehr möglich. „Die großen Vermögensverwalter stehen im globalen Konkurrenzkampf und mobile Kapitalanleger zwingen sie zur Rendite“, erklärt Robert Halver, Kapitalmarktstratege der Baader Bank.

Positive Aussichten

Deshalb schauen die Profis nicht auf die Saisonalität, sondern auf die aktuellen Daten und Aussichten. Zwar ist die Pandemie vor allem in Südamerika und in Indien weiterhin bedrohlich. Aber die Impferfolge nehmen in den USA und Europa zu. Entsprechend geht der Blick auf den Nachholbedarf beim Konsum, die wachsende Produktion und die weiterhin enorme Unterstützung durch Regierungen und Notenbanken. In den USA etwa hat die Konjunkturdynamik im ersten Quartal deutlich zugelegt: Das BIP ist auf das Jahr hochgerechnet um 6,4 % gestiegen. Die amerikanische Zentralbank Fed will zudem den Leitzins auf niedrigstem Niveau lassen, bis der Arbeitsmarkt Maximalbeschäftigung erreicht und die Inflation nachhaltig auf 2 % steigt. Das heißt: Zwischenzeitlich will die Fed die Inflationsrate durchaus auch über die Marke kommen lassen. Sogar 5 % Inflation im Mai brachten sie nicht von der Linie ab.

Sehr gute Stimmung in Europa

In Europa ist trotz der anhaltenden Pandemieeinschränkungen die Stimmung bei den Unternehmen sehr gut. Der Einkaufsmanagerindex stieg schon im April auf 53,7 Punkte an. Werte über der 50-Punkte-Marke signalisieren einen Expansionstrend. Der Teilindex für die europäische Industrie erreichte sogar ein neues Allzeithoch von 63,3 Punkten. Andreas Gilgen, Leiter Portfoliomanagement der Liechtensteiner Bank Alpinum, ist aus drei Gründen für die Börsen optimistisch. „Die Gewinndynamik bei Aktien bleibt hoch und liegt seit Monaten über den Erwartungen. Zudem wird die durch die Pandemie aufgestaute Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern in den kommenden Monaten auf ein durch Lieferengpässe reduziertes Angebot treffen“, erklärt der Anlageexperte. „Und drittens profitieren von den aktuellen Wirtschaftsförderungsprogrammen Unternehmen und Arbeitnehmer. Dies stärkt die direkte Kaufkraft und schlussendlich die Gewinne von Unternehmen.“ Im Juli kratzt der Einkaufsmanagerindex mit 59,5 Punkten sogar an der 60-Punkte-Marke.

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft verbessern sich zusehends, weil die Impfdynamik zunimmt. „Mindestens 50 % der erwachsenen Bevölkerung werden wohl noch vor dem Sommer eine Erstimpfung erhalten haben, entsprechend ist ein Lockdown-Ende mit Wiedereröffnungen der Wirtschaft absehbar“, sagt Kapitalmarktstratege Halver. „Hinzu kommen die Umsetzung von Konjunkturhilfen aus dem Europäischen Rettungsfonds in der zweiten Jahreshälfte sowie eine boomende Weltkonjunktur, die exportsensitiven deutschen Unternehmen besonders zugutekommt.“ Die zyklischen Aktien aus dem Automobilbau wie VW (WKN 766403), Daimler (WKN 710000) und BMW (WKN 519000), aber auch aus der Chemie und Industrie wie BASF (WKN BASF11) und MTU (WKN A0D9PT) haben den nahenden Aufschwung schon vorweggenommen. Entsprechend sind Rückschläge an den Börsen nicht auszuschließen. „Je höher der Grad der Entspannung ist, desto schneller kann diese durch negative Überraschungen gestört werden“, warnt deshalb Hans-Jörg Naumer, Director Global Capital Markets bei der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors.

Langfristig aufstellen

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Aktien, ETF-Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 07.07.2021; Quelle: comdirect.de