- Steigende Unternehmensgewinne untermauern den bisherigen Kursanstieg.
- Investitionen in künstliche Intelligenz stützen die Konjunktur.
- Die asiatischen Wachstumsmärkte sind für viele Investierende der „Sweet Spot“.
Man mag sich kaum ausdenken, wie das Börsenjahr verlaufen wäre, wenn Donald Trump nicht den Iran-Krieg losgetreten hätte: Trotz der langen Blockade der Straße von Hormus legen die US-Börsen Rekord um Rekord vor. In Asien und Europa hielten sich die Märkte ebenfalls gut. Nur der Deutsche Aktienindex hinkte zunächst etwas hinterher. Aber dann stellte auch der DAX 40 Anfang Juli einen neuen Rekord mit 25.900 Punkten auf. Zwar erlitten die Märkte nach dem Wiederaufflammen des Konflikts erst einmal einen Rückfall. „Aber selbst große externe Schocks wie die Kriege haben den seit fast 4 Jahren andauernden Börsenaufschwung immer nur sehr kurzzeitig unterbrochen“, erklärt Christian Subbe, Geschäftsführer und CIO des Multi-Family-Office HQ Trust. „Über den Sommer könnte es durchaus etwas volatiler werden. Grundsätzlich dürfte der positive Börsentrend jedoch noch anhalten.“
Unternehmensgewinne steigen auf breiter Front
Trotz des noch nicht endgültig beendeten Krieges verbessern sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen: Die Inflation scheint trotz der höheren Energiepreise weitgehend im Griff, zudem steigen die Gewinne der Unternehmen deutlich. „Die Märkte starten mit Rückenwind ins neue Quartal“, meint Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management. „Sinkende Inflationssorgen stützen europäische Anleihen, der globale KI-Investitionsboom prägt Aktienmärkte und Konjunkturerwartungen.“ KI bleibt das entscheidende Zugpferd: „Die Nachfrage nach KI‑Infrastruktur übersteigt weiterhin das Angebot und wir stehen erst am Anfang dieses Zyklus“, sagt Michaël Lok, Group CIO und Co‑CEO Asset Management der Schweizer Privatbank UBP.
USA profitiert von KI-Investitionen
Die starke Gewinnentwicklung bei den Unternehmen stützt vor allem den amerikanischen Markt. Die extrem hohen Investitionen der Magnificent Seven halten die Konjunktur in Schwung. „Noch im November 2025 planten die 5 großen US-Hyperscaler, im Jahr 2026 etwa 400 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur zu investieren“, erklärt Edgar Walk. „Im Juni lag das Niveau der geplanten Investitionen für 2026 bereits bei unfassbaren 800 Milliarden Dollar.“ Diese enormen Ausgaben dürften nach seiner Einschätzung das US-Wachstum in diesem Jahr auf 2,5 % treiben und annähernd die lahmende Nachfrage der Konsumenten und Konsumentinnen ausgleichen, die unter den gestiegenen Energiepreisen leiden. Profiteure des KI-Booms sind Chip-Designer wie NVIDIA als aktuell teuerstes Unternehmen der Welt oder Micron Technology. Unter Druck gerieten dagegen in den vergangenen Monaten die Unternehmen, die die teuren Chips bezahlen müssen – zum Beispiel Microsoft und Alphabet. Dieser Druck könnte nach Einschätzung von Christian Subbe von HQ Trust noch etwas länger anhalten. „Aber wenn damit die Bewertung bei Unternehmen […] heruntergeht, ist das eher ein Anlass, aufzustocken.“
Deutschland hofft auf die Reformen
Für die europäische Wirtschaft war das 2. Quartal schwierig. Höhere Energiepreise verunsicherten die Privathaushalte. Angesichts der bisher veröffentlichten Frühindikatoren muss für das vergangene Quartal mit einem Nullwachstum gerechnet werden. Aber auch auf dem alten Kontinent gibt es Hoffnung auf Besserung. Die spanische Wirtschaft etwa ist schon länger in Schwung. Davon profitieren die einheimischen Banken Banco Santander und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria. In Deutschland könnten die Reformen und die üppigen Ausgaben aus dem staatlichen Verteidigungs- und Infrastrukturprogramm endlich die Konjunktur etwas stärker in Schwung bringen. Die Wachstumsprognosen erreichen für 2026 immerhin fast 1 % – nicht wirklich viel, aber immerhin deutlich besser als im Vorjahr (0,2 %) und vor allem in den Rezessionsjahren 2023 und 2024. Im Jahr 2027 und danach könnte es dank der üppigen staatlichen Ausgabeprogramme noch besser werden. „Für die nächsten 3, 4 Jahre bin ich für Deutschland optimistisch“, erklärt Luca Paolini, Chefstratege Pictet Asset Management.
Asien ist für viele Investierende der „Sweet Spot“
Die Emerging Markets haben ihre Aufholjagd des Jahres 2025 auch in diesem Jahr fortgesetzt: „Sie sind der Sweet Spot im 2. Halbjahr“, meint Aktienstratege Luca Paolini. Obwohl die Länder der asiatischen Region vom Iran-Krieg besonders stark betroffen waren und teilweise massiv Energie sparen mussten, hielten die Aktienmärkte stand. Für die anhaltende Hausse gibt es mehrere Gründe: Viele Unternehmen stützen ihre Kurse mit Aktienrückkäufen und üppigen Dividenden. Zudem haben zahlreiche Länder ein weit dynamischeres Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum als die etablierten Industrienationen, allen voran Indien. Fiskal- und Zinspolitik sind ebenfalls stabil und der Wohlstand erhöht sich in breiten Bevölkerungsschichten. Besonders die Aktienmärkte in Taiwan und Südkorea profitieren massiv vom KI-Boom. Die Gewinne und die Aktienkurse der Chipproduzenten Samsung und SK Hynix aus Südkorea und der taiwanesischen TSMC sind in den vergangenen 12 Monaten explodiert. Angesichts der Ausbaupläne für künstliche Intelligenz bei den Magnificent Seven dürfte die Nachfrage nach den Chips noch länger anhalten. „Schließlich machen viele professionelle Anleger aufgrund der chaotischen Politik von Donald Trump einen gedanklichen Shift: weg vom Atlantik, hin zum Pazifik“ sagt Christian Subbe von HQ Trust. Das fällt umso leichter, weil die asiatischen Märkte trotz der stark gestiegenen Kurse im Durchschnitt immer noch deutlich günstiger bewertet sind als die US-amerikanischen.
Investieren mit ETFs und Fonds
Es ist nicht zu erwarten, dass sich die enormen Indexanstiege von jeweils rund 20 % in den Jahren 2023 bis 2025 dauerhaft fortsetzen. Aber nach dem global guten 1. Halbjahr 2026 können ETFs und Fonds auch im weiteren Jahresverlauf eine sinnvolle Möglichkeit sein, breit gestreut an den Kapitalmärkten investiert zu bleiben. comdirect bietet über 3.000 ETFs an, mit denen Anlegende bequem verschiedene Anlageklassen und Risikokategorien abdecken. ETFs auf Aktienindizes gibt es für alle wichtigen Branchen und Regionen der Welt. Deutschland, Europa und die USA können etwa über den AMUNDI ETF DAX UCITS ETF DR – EUR ACC, den AMUNDI INDEX MSCI EUROPE – UCITS ETF DR DIS und den Xtrackers S&P 500 Swap UCITS ETF – 1C USD ACC abgedeckt werden. Für den globalen Markt bieten sich der AMUNDI MSCI WORLD – UCITS ETF – EUR ACC oder der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF – USD DIS an, der auch Aktien aus den Emerging Markets enthält. Bei Mischfonds auf ETF-Basis wie dem Global Portfolio One und dem ARERO Weltfonds können Anlegende sich die Mühe der eigenen ETF-Depotzusammenstellung sparen. Die beiden Produkte gehören seit Jahren zu den beliebtesten Fonds im Umsatzranking bei comdirect.
Investitionen in die globalen Märkte oder einzelne Segmente können Anlegende auch mit aktiv gemanagten Fonds umsetzen. Zu den global investierenden Fonds zählt der Fidelity Funds – Global Technology Fund – A EUR DIS . Er hat die Magnificent Seven stark gewichtet. Der JPMorgan Investment Funds-Global Dividend Fund – A setzt dagegen weltweit auf Aktien mit überdurchschnittlicher Dividendenausschüttung. Bei den regional ausgerichteten Fonds stehen beim AB SICAV I American Growth Portfolio – A und beim JPMorgan Funds-US Growth Fund – A USD ACC nordamerikanische Technologiewerte im Fokus. Der Nordea 1 European Stars Equity Fund – BP investiert in europäische Qualitätsaktien und berücksichtigt Nachhaltigkeitskriterien. Der JPMorgan Funds-Pacific Equity Fund – A USD und der Invesco Asian Equity Fund – A EUR konzentrieren sich auf die asiatischen Wachstumsmärkte, die für das 2. Halbjahr 2026 von vielen Expertinnen und Experten favorisiert werden.
Der comdirect Investment-Talk mit Martin Kerscher
Ein Gespräch über KI-Euphorie, Gewinnfantasie, Stromnetze, Rechenzentren, Anleihen, geopolitische Risiken und die Frage, was Anlegende in ihren Portfolios jetzt im 2. Börsenhalbjahr anders denken sollten – das führte Martin Kerscher gemeinsam mit Ann-Katrin Petersen, Chefanlagestrategin von BlackRock Deutschland, im comdirect Investment-Talk.

Im comdirect Investment-Talk spricht Martin Kerscher regelmäßig mit Expertinnen und Experten über aktuelle Entwicklungen an den Finanzmärkten. Alle Folgen findest du auf unserem YouTube-Kanal.
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