Zinsen und Preise Wer sieht inflationäre Tendenzen?

Kommt die Zinswende?
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Die Zinswende ist bei lang laufenden Rentenpapieren längst erfolgt. Kräftig steigende Renditen oder stärkere inflationäre Schübe erwartet auf kurze und mittlere Sicht kaum ein Experte.

1 %, 1,5 % oder selbst 2 %: Über solche Renditen für lang laufende Staatsanleihen hätten Anleger vor 30, 20 und selbst vor fünf Jahren noch ungläubig den Kopf geschüttelt. Zuletzt jedoch notierten die Renditen in diesem Bereich. „Weil gleichzeitig die Zinsen auf Spar- und Anlagekonten konstant niedrig sind, ist vielen Anlegern kaum aufgefallen, dass die Zinswende am langen Ende längst da ist“, sagt Harald Preißler, Chefvolkswirt des Anleihespezialisten Bantleon.

Die Rendite der zehnjährigen Bundes­anleihen hat von ihrem Tief bei 1,13 % auf rund 1,6 % zugelegt. Auch die Umlaufrendite, die täglich von der Bundesbank als durchschnittliche Verzinsung für börsennotierte Wertpapiere des Bundes mit Restlaufzeiten von über vier Jahren berechnet wird, stieg von ihrem diesjährigen Tief im Mai (0,98 %) auf zuletzt 1,29 %.

Zinsen dürften weiter steigen

Vor gut fünf Jahren, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, lag die Umlaufrendite noch bei 4 %. „Da wird sie kaum wieder landen“, sagt Preißler, „aber abgeschlossen ist der Aufwärtstrend nicht.“ Als Gründe sieht er die verbesserte Konjunkturdynamik und eine künftig leicht steigende Inflation. Bis zum Frühjahr erwartet Preißler einen Anstieg der Renditen für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,25 bis 2,5 % – und damit noch einmal einen deutlichen Zuwachs. Aber: Wenn irgendwann danach die Konjunktur wieder nachlässt, sollte bei den Renditen der Langläufer schon wieder die Trendwende nach unten eingesetzt haben. „Staatsanleihen bester Bonität dürften dann für Anleger erste Wahl sein“, so Preißler.

Inflation: Schon 2014?

Das Thema Inflation machte EZB-Chef Mario Draghi im Herbst 2013 Sorgen – aber er sah nicht zu viel, sondern zu wenig Geldentwertung in der Euro-Zone. Bei einer Inflationsrate von nur noch 0,7 % senkte er den Leitzins im November auf 0,25 %.

Trotz der Liquiditätsschwemme der Notenbanken ist das Gespenst Inflation bisher nicht aufgetaucht. Im Gegenteil: Selbst permanente Mahner wie der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach sehen es zurzeit nicht am Horizont. Dafür gibt es Gründe: Das Geld der EZB kommt vor allem im Süden Europas nicht in der Realwirtschaft an, Kreditvergabe und Lohnniveau stagnieren weitgehend.

Auch bei weiterer Konjunkturerholung in Europa sind 2014 hohe Inflationsraten kaum zu erwarten. Von leicht anziehenden Inflationsraten in Richtung der EZB-Zielmarke von nahe 2 % würden tendenziell Aktien profitieren. Bei Anleihen ist Flexibilität gefragt. Preißler rät zu Mischfonds oder Rentenfonds mit großen Freiheiten in der Anlagepolitik. Bei anziehenden Rohstoffpreisen dürften auch inflationsgeschützte Bundesanleihen wieder interessant werden.

Mischfonds und Rentenfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Allein verbindliche Grundlage des Kaufes eines Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinforma­tionen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in deutscher und/oder englischer Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Es handelt sich nicht um Kaufempfehlungen von comdirect. Stand 26.03.2014; Quelle: comdirect.de

 

Mischfonds und Rentenfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Allein verbindliche Grundlage des Kaufes eines Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinforma­tionen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in deutscher und/oder englischer Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Es handelt sich nicht um Kaufempfehlungen von comdirect. Stand 26.03.2014; Quelle: comdirect.de